Ehrungen für verdiente Akteure

33 Jahre Büttenabende beim TSV Unterelsbach


Foto: Marion Eckert - Zahlreiche Ehrungen wurden an verdiente Akteure des Unterelsbacher Faschings ausgesprochen. Von Seiten des Fasnachts-Verband Franken gab es den Verbandsorden, die Ehrennadel in Gold und den Verdienstorden

14.11.2017 - In dieser neuen Session feiert die Faschingsabteilung des TSV Unterelsbach das 33jährige Büttenabend-Jubiläum. Aktive Faschingsakteure wurde zum Beginn der Session für ihr langjähriges und erfolgreiches Wirken geehrt. Verliehen wurden die Ehrungen durch den Bezirkspräsidenten des Fränkischen Fastnacht-Verbandes Nobert Schober und Beirat Klaus Mültner. Der Verbandsorden, in diesem Jahr zeigt er die Baustelle der Fastnachtsakademie in Kitzingen, wurde verliehen an: Melanie Fuchs, Mirko Reitz und Harald Martin.

Vor 27 Jahren stand Melanie Fuchs als „Tanzmaus“ beim „Tanz der Gespenster“ zum ersten Mal auf der Bühne. Elf Mal war sie seither bei den Büttenabenden mit dabei. Mirko Reitz begann als Helfer hinter der Bühne und hinter der Theke, später schaffte er den Sprung auf de Bühne und zwar zunächst als Tänzer. Harald Martin bringt für die Büttenabende die Farbe ins Spiel. Er ist für die Fertigung und Farbgebung der Kulissen zuständig. Mit der Ehrennadel in Gold wurden die Haag-Waag-Weiwer: Margot Büttner Margot, Elke Englert, Susanna Hergenhan, Hanni Klemm, Wildtrud Klemm geehrt. 1994 wurde die Haag-Waag-Weiwer aus der Taufe gehoben wurden, doch schon vorher waren die einzelnen Damen auf der Bühne in verschiedenen Gruppen und Besetzungen unterwegs. Doch erst als Haag-Waag-Weiwer traten sie einen wahren Siegeszug an, gelten als Stimmungsgarant der „Ünnerälsber Büttenabende“, fiebert doch das Publikum jedes Jahr ihrem Auftritt entgegen.

Weitere Ehrennadeln in Gold wurden verliehen an: Ingrid Fick, Stefan Zimmer und Steffen Räder. Ihren ersten Auftritt auf der Unterelsbacher Faschingsbühne hatte Ingrid Fick 1986 als altes Waschweib. 26 Mal war sie seither vertreten und 26 Mal brachte sie den Saal zum Toben. 26 Mal war sie sich für keine Verkleidung zu schade. „Das Publikum ist immer begeistert, wenn Urgestein Ingrid die Bühne betritt“, so Dietmar Hesselbach der Conférencier der Büttenabende und Leiter Faschingsabteilung im TSV Unterelsbach in seiner Laudatio. „Man sah sie unter anderem als Schlappgusche, als Wöschweib, als Wehrfraa und sogar bei einer Bettszene in der Nacht der goldenen Hochzeit.“ Wenn Not am Mann war, half sie auch mal kurzfristig beim aus, was bei ihrem Talent kein Problem ist. Selbstverständlich muss bei jedem Auftritt auch gesungen werden, gerade das macht ihre Auftritte zu einem einmaligen Erlebnis.

Stefan Zimmer ist seit 1991 für die „Ünnerälsber Nachrichten“ zuständig. „Wehe einem passiert ein Missgeschick unser „Düser“ notiert sich alles.“ Auch das kommunale Geschehen sowie die Weltpolitik verliert er nicht aus den Augen. Als Wortakrobat mit hintersinnigem Humor hat er sich einen großen Namen gemacht. Sein Programmplatz ist meist zu Beginn der Büttenabende, das heißt Stefan ist dafür zuständig, das Publikum in die richtige Faschingsstimmung zu versetzen. Steffen Räder ist seit 25 Jahre aktiv mit dabei sowohl auf der Bühne wie auch in der Technik, wo er die Leitung übernommen hat. Auf der Bühne begeistert er mit seinen selbst gestalteten Kostümen, schreibt eigene Texte und Musik. Er gilt im Ünnerälsber Fasching als wahres Multitalent.

Schließlich wurde noch der Verdienstorden an Gottfried Handwerker, Christoph Hergenhan und Bernhard Englert verliehen. Gottfried Handwerker begann 1987 als Bühnen-, Licht- und Tontechniker seine Laufbahn. Im Jahr 1991 wagte er sich mit dem Gesang „Schrumpfoper“ sogar auf die Bühne. Er war maßgeblich an der Entwicklung der Büttenabend-Technik beteiligt. Als Elektriker baute er selbst Licht- und Tonmischpulte und setzte damit den Grundstein für das heutige technische Equipment der Büttenabende. „Egal, welche Probleme man hat, Gottfried weiß Rat. Egal welcher technische Effekt, Gottfried findet die Lösung und macht es möglich.“ Christoph Hergenhan gehört seit 1992 mit dabei. Schon Wochen vor den Büttenabenden findet man ihn in der Rhönhalle. Mit viel Liebe, Sorgfalt, Genauigkeit und Kabelbindern wird die Technik der Büttenabende festgezurrt. Die Wünsche der Akteure setzt er alle als Chef der Mikrophone, Requisiten und Bühnentechnik jederzeit in seiner bekannten ruhigen Art um.

Bernhard Englert war sich nie für ein Kostüm zu schade. Bis 2010 stand er auf der Bühne. Legendär sein Auftritt als Rai“Mond“ mit dem Fendt-Bulldog. Aber auch Riesenrad, große Tasse, Lokomotive sind Requisiten und Kostüme, die niemand vergessen wird. Seit seinem Abschied als aktiver Akteur auf der Bühne betätigt er sich als Bühnen- und Requisitenbauer, investiert viele Stunden emsiger Arbeit um wunderschöne Bühnenbilder zu zaubern und die Wünsche aller Akteure zu erfüllen. (me) +++