Das Rätselraten hat ein Ende

Auf dem Schruwegedanz platzt die "Themen-Bombe"

05.01.18 - Monate lang wird trainiert, an den richtigen Kostümen gefeilt, Musik ausgesucht, am Bühnenbild gearbeitet und natürlich das aller Wichtigste: das Thema für die kommende Fastnachtskampagne ausgesucht. Verplappert man sich, kann man das mit Hochverrat im Mittelalter vergleichen oder das Herausgeben von Informationen an Geheimdienste anderer Länder. Kurz gesagt: die Überraschung wäre dahin.

Montage: Hendrik Urbin

Am Freitag (19:15 Uhr) findet da alljährliche Schruwegedanz der Eichezeller Schreckschruwe in der Kulturscheune in Eichenzell statt. Ja, man kann fast sagen, dass es der inoffizielle Auftakt der Fastnacht in Osthessen ist. Es ist die Veranstaltung, die mit großen Interesse erwartet wird. Dies hat auch einen ganz einfachen Grund. Die Zuschauer und Tänzer selbst beäugen, kritisieren und loben sich. „Man kann sagen, dass es ein erstes Abtasten ist“, so Maurice Wroblewski von den Eichezeller Schreckschruwen.

Im Vordergrund steht allerdings, egal bei welcher Tanzgruppe, das Thema. Dieses wird bei beinahe jeder Tanzgruppe gehütet wie ein Schatz. „Kleine Hinweise sind, zumindest bei uns, erlaubt. Da bleibt genug Raum für Spekulationen“, sagt Maurice Wroblewski mit einem Augenzwinkern.

Und genau diese Heimlichtuerei um das Thema steht beim Schruwegedanz im Vordergrund. Bereits im Sommer beginnen die meisten Tanzgruppen mit den Vorbereitungen. Der erste Schritt, wie sollte es auch anders sein, ist es, ein Thema herauszusuchen. Jedes Jahr aufs Neue zerbrechen sich die Damen und Herren der Showtanzzumpft die Köpfe. Allein die Vorstellung, dass am Freitag eine Tanzgruppe dasselbe Thema, wie die eigene hat, gleicht einem Horrorszenario.

Doch drücken wir mal den 18 Showtanzgruppen, die am Freitag in der Eichenzeller Kulturscheune wieder Showtänze der Extraklasse präsentieren werden, die Daumen, dass alle Showtanzformationen sich der breiten Palette der Themen bedient haben und keines doppelt vorkommt. „Das Risiko, dass ein Thema doppelt getanzt wird, ist natürlich da“, erklärt Wroblewski, „dennoch überlegen sich alle Gruppen sehr gut für welches sie sich am Ende entscheiden.“

Aber warum ist das Schruwegedanz, welches jedes Jahr bis zu 500 Leute in die Kukturscheune lockt, der inoffizielle Auftakt der Fastnachtssaison und vor allem so beliebt bei Zuschauern und Tanzgruppen? Immerhin war die Veranstaltung der Schreckschruwe in diesem Jahr wieder innerhalb von vier Stunden ausverkauft. „Ich kann es mir selbst nicht genau erklären, sondern vermuten“, so Maurice Wroblewski und führt fort, „es ist der Auftakt in die Hochsaison der Fastnachtskampagne. Hinzu kommt, dass die bekanntesten Showtanzgruppen aus ganz Osthessen bei uns auf der Bühne stehen.“

Wenn sich also am Freitag der Vorhang zum 23. Schruwegedanz öffnet, wird den Tänzern so einige Last von den Schultern fallen und die Neugier der Zuschauer und anderen Gruppierungen gestillt sein. Die Katze wäre somit aus dem Sack! (Franziska Vogt) +++

Genauso geheim ist auch das ...

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