Kabine und Konfetti, Himmel und Helau
Johanna Burkardt ist Grüsselbachs "fliegende Prinzessin"

Johanna Burkardt ist Grüsselbachs "fliegende Prinzessin" - Montage: Nicole Funke
02.02.18 - Unter der Woche fliegt sie durch die große weite Welt, lebt in Städten wie Miami, Hongkong oder San Francisco. Am Wochenende tauscht sie dann ihre Uniform gegen ihr Prinzessinnenkleid und das Flugzeug gegen die Bühnen der Region. Denn Johanna ist in diesem Jahr Prinzessin ihres Heimtadorfes Grüsselbach (Gemeinde Rasdorf). Als Prinzessin Johanna, Stewardess im Gardedress, steht sie zusammen mit ihrem Prinzen Christopher von Bergkristall, Kirmes und schnellem Ball, für nun sechs Wochen an der Spitze des Karneval-Vereins Grüsselbach (KVG). Ein Leben zwischen Kabine und Konfetti, Himmel und Helau.
Wenn Johanna am Montagmorgen in den Flieger steigt und die Fluggäste in Metropolen wie San Francisco begleitet, dann hat sie ein hartes Wochenende hinter sich. Hart, aber aufregend, unvergesslich und einfach majestätisch. „Es ist schöner Stress und es macht mir unheimlich viel Spaß“, erklärt Johanna. Denn einmal Prinzessin von Grüsselbach zu werden, war für die 22-Jährige ein lang gehegter Traum.
„Ich habe den Karneval einfach im Blut. Schon in der ersten Klasse habe ich mit dem Gardetanzen angefangen, bis ich schließlich in der Prinzengarde tanzen durfte“, blickt Johanna zurück. 13 Jahre lang schwang sie ihre Beine für die KVG. Aufgegeben hat sie dies für ihren Beruf – die Fliegerei.
Als Stewardess arbeitet sie für eine renommierte europäische Airline. „Vor vier Jahren, also direkt nach dem Abitur, habe ich mit der Fliegerei angefangen und ich kann sagen, dass es jetzt mein absoluter Traumjob ist“, schwärmt Johanna. Doch einmal Stewardess zu werden, war eher weniger Johannas Traum, sondern etwas anderes: „Mein Ziel war es schon immer Prinzessin zu werden.“
Jeden Freitag geht es für die 22-Jährige also vom Flieger ins Prinzessinnenkleid. Ohne die Unterstützung durch ihre Familie und Freunde wäre des undenkbar. „Es ist alles komplett durchgetaktet“, lacht Johanna. Das ist auch enorm wichtig. Damit alles reibungslos klappt, hat sie sich drei „Helferinnen“ organisiert. Sophia Hahn, Elisa Pralle und Pauline Walk – ihre besten Freundinnen – stehen ihr jedes Wochenende mit Rat und Tat zur Seite. „Sophia macht mir zum Beispiel immer die Haare und hilft mir in mein Kleid“, sagt die Prinzessin.
Alle arbeiten also Hand in Hand zusammen. Und das macht es für Johanna auch so besonders, in Grüsselbach Prinzessin zu sein. „Du kennst einfach jeden, alle feiern und tanzen zusammen. Jeder unterstützt dich und macht es zu einer unvergesslichen Kampagne“, erklärt die 22-Jährige, die sich vor allem auf den Rosenmontag freut, das Highlight: „Einmal im Prinzenwagen ganz oben stehen. Davon träumt man als kleines Mädchen und jetzt wird es wahr!"
Dass Johanna zusammen mit Christopher das Amt des Prinzenpaares übernimmt, war übrigens erst Ende November fix. „Wir haben am 11.11 zusammen einen getrunken und haben dann immer wieder Leute sagen hören ‚Ihr wärt aber auch ein schönes Prinzenpaar‘“, lacht Johanna. Diese Sprüche bekam schließlich auch Matthias „Matze“ Förster, erster Vorsitzender des KVG mit und packte die Gelegenheit beim Schopf. „Ich habe dann alles an meinem Dienstplan gedreht und kombiniert, dass ich an den Wochenenden zu Hause sein kann. Gott sei Dank hat sich das ganze Puzzle zusammengefügt“, freut sich die 22-Jährige immer noch, die übrigens keinen Ton über ihre bevorstehende Aufgabe als Prinzessin verlieren durfte: „Nicht mal meinem Papa habe ich es gesagt.“ Doch bekanntlich bekommen Väter alles raus, „er hat dann am Donnerstag vor der Prinzenproklamation das Kleid gesehen“, lacht Johanna.
Die Zeit als Prinzessin wird ihr wohl immer in Erinnerung bleiben. Ein kleines Stück davon hat sie um den Hals hängen. „Wir haben uns entschieden, als Kampagnenorden eine Fliegerbrosche mit dem Bergwerkszeichen zu kombinieren“, so Grüsselbachs „fliegende Prinzessin“, die sich vor dem anstehenden Fastnachtswochenende auf die Reise nach Chicago begeben wird und vielleicht sieht sie ihr Heimatdorf sogar aus der Luft, denn ihre Familie und Freunde haben sich etwas ganz Besonderes einfallen lassen: „Unser Haus ist komplett geschmückt und leuchtet nun Tag und Nacht.“ (Franziska Vogt) +++
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