„Fünfte Jahreszeit“ im Begstädtchen

Feldkrücker Karnevals Klub feierte Fasching


Fotos: Dieter Graulich -

13.02.18 - Die „Fünfte Jahreszeit“ wird in Hessens Bergstädtchen alljährlich von der Vereinsgemeinschaft Rebgeshain mit einer Fremdensitzung eröffnet. Beendet wurde die „närrische“ Zeit am Fastnacht Dienstag vom Feldkrücker Karnevals Klub (FKK) mit einem dreistündigen Programm im Dorfgemeinschaftshaus. Zum ersten Mal gab es dabei ein „Feldkrücker Dreigestirn“, zwar nicht mit Prinz, Bauer und Jungfrau sondern mit Königin und zwei Rittern.

So zog um 20.11 Uhr Königin Stephie I., (Stephanie Faust) mit Ritter Harry I., königlicher Schütze des goldenen Schusses, 1. Offizier des Frankfurter Schatzkammerregimentes und Wächter über das kühle Nass in Streitbach und Teich (Harry Klopp) ein. Ritter Friedel II., Offizier der königlichen Schützen und Leibgarde, Hüter der königlichen Waffenkammer und Träger des goldenen Pinsels am Bande (Friedel Faust) war erkrankt und so wurde spontan aus dem Publikum ein Ersatzritter ernannt.

Bei dem Auswahlverfahren blieb dann Ortsvorsteher Torsten Rühl übrig, der zum Ersatzritter Torsten I., Herrscher über Licht und Schatten, Regent über die örtlichen Arbeitskräfte und Heerführer im Kampf gegen Busch, Baum und Gras, Träger der goldenen Heckenschere am Bande, ernannt wurde.

Königin Stephanie I., sagte zu ihrer Person, das sie einst das Mädchen vom Wiesenhof genannt wurde, aber jetzt als Fastnachtskönigin von Feldkrücken ihre Bestimmung gefunden habe. Die Schützenkönigin sei bei ihr ein Reinfall gewesen, da es sich herausstellte, dass es im Winter keine Feier gab, sondern nur trainieren, schießen und renovieren.

Nach der Proklamation kam die Rebgeshainer Garde auf die Bühe und erhielten für ihren Gardetanz großen Beifall.
Viel zu lachen gab es danach beim Landexamen. Die Besucher wurden in eine Amtsstube des Landratsamtes versetzt, wo ein alter Feldkrücker Lehrer (Michael Müller) einem Frankfurter Versicherungsvertreter (Sven Stehr) den Einbürgerungstest für den Vogelsberg abnahm. So fragte er, wie in den verschiedenen Orten der Schuhlöffel genannt wurde. Vom Uffzug über Offziehe bis zum Uffzieher waren die unterschiedlichsten Namen dabei. Genauso wie beim Mutterschwein das Dack, Dock, Mock oder auch Freckelsau genannt wurde. Der Prüfling scheiterte dann bei der Übersetzung des Satzes: Vorgestern Nachmittag ist unsere Großmutter mit den Zigeunern durchs Flurfenster fort.
In der Bütt stand danach Ingo Appel als „Der Gemeindearbeiter“. Er erzählte über seinen anstrengenden Eignungstest, eine Stunde ruhig sitzen, den er nur sehr schwer bestanden habe. Eine Fliege, die ihm sogar in das Nasenloch gekrabbelt war, hätte das Ganze fast vermasselt. Seine Arbeitsbeschreibungen endeten jeweils mit: Was biste doch für ein Bless, was haste alle Tag für ein Stress.

Eine super Tanzshow mit besonderem Lichteffekt zeigten im Anschluss die verrückten Vögel. Auf der fast dunklen Bühne waren sie nur schwarz-bläulich angestrahlt zu sehen.

Einen Saunabesuch nutzten Stephanie Faust und Sven Stehr, um das Dorfgeschehen zu glossieren und das alles, obwohl doch eigentlich nicht geschehen sei. So gebe es für eine Feldkrücker Frau einen neuen Nebenjob denn ihr großer Garten erzeuge reichlich Bio-Gemüse. Ein anderer Garten sie durch Doppelstabmatten, verzinkten Stahl, mehrfache Verschraubungen und Sicherheitsschlössern zum „Hochsicherheitsgarten“ geworden. Das Nachts wegen der Suche nach einem Leck, abgestellte Wasser, sei von nachtaktiven Bewohnern sofort per Whats App überall hin gemeldet worden. Nach dem Haxenessen hätten zwei Männer morgens um fünf Uhr im Dorf das „Klingelmännchen“ gemacht und schließlich habe sich in Bürger auf der Suche nach dem Nikolaus im Oberwald so festgefahren, dass er erst mit Hilfe eines Traktors frei kam.

Das dreistündige Programm endete mit dem Sketch: Im Treppenhaus und der großen Helene Fischer Show mit Peter Maffay des Männerballetts.