Nachtumzug mit 43 Gruppen

Tanzende Narren: Traditioneller Maskensprung lockt viele Besucher


Fotos: Dieter Graulich - Narrenzunft Gengenbach

28.01.19 - Über zwei Stunden schlängelte sich am Samstagabend ein närrischer Lindwurm durch die Herbsteiner Altstadt. Mehrere tausend Zuschauer zollten dabei den fast maskierten Beteiligten in 43 Gruppen reichlich Beifall. Der „Maskensprung“ war der dritte Nachtumzug seit dem 60-jährigen Vereinsjubiläums der Fastnachtvereinigung Herbstein (FVH) in 2012 und einem weiteren in 2015.

Das Narrenspektakel startete bereits um 13 Uhr im Statt- und Fastnachtsmuseum mit einem Vortrag von Werner Baiker zur Tradition der Strohbären. Der Referent verdeutliche in einer Power-Point-Präsentation die Geschichte der Strohbären. Er wies darauf hin, dass der Vogelsbergkreis die größte Dichte der Strohbärengruppen in Hessen habe. (Wir berichteten bereits darüber). Um 14 Uhr schloss sich ein öffentliches „traditionelles Rosenmachen“ für Alt und Jung“ bei Kaffee und Kräppeln an.

So richtig zur Sache ging es dann ab 15 Uhr mit dem öffentlichen Strohbärenwickeln im FVH-Vereinsheim, im Fastnachts- und Statt-Museum sowie an zwei weiteren Plätzen in der Obergasse. Hier wurde deutlich, wie schwer ein solches „Kostüm“ aus Hafer- beziehungsweise Erbsenstroh für den jeweiligen Träger ist, etwa 25 Kilogramm, und welche Entbehrungen auf ihn während eines Umzuges warten. Danach der erste Höhepunkt des Abends: Die „Narrenmesse“ in der Herbsteiner katholischen Kirche „St. Jakobus“. Pfarrer Winfried Disser und einige Solisten des FVH gestalteten den Gottesdienst und alle Anwesenden waren begeistert. Spontan zollten die Besucher bei den Gesangseinlagen Beifall und auch Pfarrer Disser wurde mit Beifall für seine Ausführungen in Verform auf der Kanzel bedacht.

Bereits die Zugaufstellung in der Lanzenhainer Straße war dann gegen 18 Uhr ein großer Besuchermagnet. Angeführt von den Nahtwächtern ging es über den Kirchplatz zum Marktplatz. Hier stellte Raimund Böttinger die einzelnen Gruppen vor und es gab extra Darbietungen. Weiter ging es durch die Obergasse zur nächsten Bühne am FVH-Vereinsheim. Über die Straßen Am Hain, Neutorstraße und Lanzenhainer Straße gab es dann eine zweite Schleife die erneut zum Marktplatz führte. Nach dem erneuten Passieren der Obergasse führte die Strecke am FVH-Vereinsheim vorbei zur Wallgasse, der Adolph-Kolping-Straße und endet am „Haus des Gastes“. Hier wurden abschließend die Gruppen vorgestellt und man konnte endlich sehen, wer sich hinter den sehr schönen aber auch manchmal ganz gruseligen Masken verbarg.

Die Musikgruppen wie die „Meenzer Nodequetscher“, die „Kinziggeister Guggemusik“, die Kirmesmusikanten, der Spielmanns- und Jugendzug der Freiwilligen Feuerwehr Herbstein und der Musikverein Herbstein, die „Pitschedabbler“ Guggemusik Gedern, DRK Spielmanns- und Fanfarenzug Rückers“ sowie der Mottener Musikverein sorgten beim Umzug und im „Haus des Gastes“ für die musikalische Umrahmung.

Im Zug selbst gab es die unterschiedlichsten Motive zu sehen. So folgten nach den Nachtwächtern die „Leierkinder“. Die Kinder der FSG Vogelsberg sind von Karfreitag bis Ostersonntag mit ihren Leiern als Ersatz für die Kirchenglocken in den Herbsteiner Straßen unterwegs.

Ein imposantes Bild dann die unzähligen Masken der Narrenzunft Gengenbach. Die erste Erwähnung der Gengenbacher Fasend geht auf das Jahr 1286 zurück. Ein weiteres Mal wurde sie im Jahre 1360 im Archiv erfasst. Heute beruft sich die „Narrenzunft Gengenbach 1499 e.V.“ auf das Jahr anno „1499“. Ein großer Feuerhaken, der als Narrenbaum ein Symbol der dortigen Fasend ist, war natürlich auch dabei.

Mit der Narrenzunft „D`kindinger Fosanegl“ und der Narrenzunft Hammersbach waren zwei weitere Gruppen aus Süddeutschland angereist die auf eine sehr alte Tradition blicken können. Ein Gleich neun Strohbären zogen beim Maskensprung diesmal ihre Spur durch die Altstadt. Jugendgruppen aus Ützhausen, Götzen, Gunzenau, Engelrod, Michelbach, Helpershain, Windhausen, Eichelhain sowie der traditionelle Erbsenstrohbär der Fastnachtsvereinigung führten ihre, jeweils in unterschiedlichster Art gefertigte Bären durch die Straßen.

Der Tumaba Lauterbach präsentierte sich in Weihnachtsstimmung. Als Laternen mit großen Motiven der Herbsteiner Fastnacht kam eine örtliche Gruppe, die immer an Rosenmontagszügen mit wunderschönen Masken teilnimmt. Ihre übergroßen Laternen waren auch hier ein besonderer Anblick. Dazwischen sehr interessante Masken örtlicher Gruppierungen die in wochenlanger Arbeit hergestellt worden waren. Siebpferdchen, die Vogelscheuchen, Storch mit Gefolge und Affen, alles alte Traditionsfiguren der Herbsteiner Fastnacht bildeten zusammen mit dem Springerzug sowie dem Musikverein den Abschluss des närrischen Lindwurms. Fazit von zahlreichen Besuchern: Toll, gruselig aber schön, sollte in gewissen Abständen zur Tradition werden. Nur das Wetter sollte besser sein, denn es spielte über einen längeren Zeitraum nicht mit. (gr) +++

Hosenfeld

Haus des Geldes

Guggemusik die Pitschedabbler

Laternenläufer

Kinziggeister

Kinziggeister

Kinziggeister

Hahljunge

Leierkinder

Zuschauer am Kirchplatz

Die Moderatoren am Marktplatz

Leierkinder

Kirmesmusikanten

Narrenpflug mit den Raben

Musikverein Herbstein

NZ Hammersbach

Narrenzunft Hammersbach

Narrenzunft Hammersbach

Meenzer Guggemusik

Meenzer Guggemusik

Meenzer Guggemusik

Meenzer Guggemusik

Meenzer Guggemusik

Narrenpflug

Mottener Musikverein

Narrenzunft Gengenbach

Narrenzunft Gengenbach

Zuschauer

Strohbär

Traditionsfiguren FVH

Sprinzerzug

Springerzug

Springerzug

Strohbär Eichelhain

Schmetterlinge

Strohbär Windhausen

Zinnober von Herbstein

Teufelsgeige

Schornsteinfeger

Strohbär Helpershain

Strohbär Michelbach

Strohbär Engelrod

Weihnachten Tumaba

Weihnachten Tumaba

Weihnachten Tumaba

Weihnachten Tumaba

Strohbär Gunzenau

Spielmanns- und Jugenmusikzug Herbstein

Raben

Vom anderen Stern

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