Endlich wieder hier

Der Altweiberfasching ist in der „Rhönlust“ zurück


Fotos: Barbara Enders - Rehlein und Hirschlein mit Bruch, der stammt vom letzten Weihnachtsbaum.

08.02.19 - „Schön, dass wir wieder in einem Saal feiern können und schön, dass diese Fastnachtstradition hier fortgesetzt wird!“ Tina Mai freut sich riesig, hatte sie doch Bedenken, dass mangels räumlicher Gegebenheiten der urige Böschemer Altweiberfasching langsam einzuschlafen drohte. Tina ist eine der Musikantinnen, die allwöchentlich während des Altweiberfaschings mit der Maumerkapelle  durch die Innenstadt ziehen und - begleitet von fröhlichen Fosenöchtern - in den Lokalen der Altstadt ein Ständchen spielen, um nach etwa zwei Stunden im Gasthaus „Rhönlust“ den nächtlichen Umzug zu beenden.

Nach einem Jahr ohne Wirt ist die „Rhönlust“ endlich wieder bewirtschaftet und gleich am ersten Abend des Altweiberfaschings finden sich jede Menge Besucher ein, die nur darauf gewartet zu haben schienen, hier wieder das Tanzbein zu schwingen. Und das konnten sie bis zum Wecken!

„Rhön-Rabatz“ spielte auf! Und das in einer Lautstärke, die sogar die inneren Organe zum Schwingen brachte. Wie die DJ´s thronten Joachim  und Holger auf ihrem Podest und schwangen Schlagstöcke und bedienten die Keyboards, als seien sie noch nie andernorts aufgetreten, dabei ist es ihr erster Auftritt als Rhön-Rabatz in diesem Saal.

Stalker der besonderen Art

Verfolgt werden die beiden auch schon. Joachim „Gundel“ begrüßt an einem Tisch sieben smarte junge Männer, teils noch im Buisnessoutfit mit dunklen Anzughosen, Nadelstreifenhemden, Krawatte und jeder Menge Geld auf dem Tisch. Investmentbanker aus Berlin, erklären sie und versuchen sofort ihre Wertpapiere an die Frau hinter der Kamera zu bringen. „Todsichere Anlage, so günstig gibt es die nie wieder“! Aber im Ernst, seit etwa sieben Jahren reisen die Freude alljährlich zur Faschingszeit nach Bischofsheim, beziehen Quartier in einem Ferienhäuschen und stürzen sich einmal in die Wogen des Altweiberfaschings.  „Wir leihen uns immer beim selben Verkäufer die Skier aus, kaufen immer bei den gleichen Leuten regionale Produkte ein, wo gibt es das sonst noch?“ Die Beschaulichkeit und Konstanten des Rhöner und Bischofsheimer Lebens genießen sie für die fünf Tage ihres Besuches und als Krönung des Kurztrips besuchen sie ihren Freund Gundel bei einem seiner Auftritte.

Der Besuch bei „Rhön-Rabatz“ ist am ersten Abend übrigens frei, erst ab dem zweiten Altweiberfasching wird Eintritt verlangt.  Dass sie für umsonst spielen, ist ihnen egal, „es macht uns einfach Spaß unsere Musik zu spielen und wir machen das schon immer so“, erklären die beiden.

Der Nabel der Welt liegt in Böscheme

Doch nicht überall läuft es so friedlich, eine erfolgreiche Jagd verkünden Treiber und Jäger und präsentieren ihr erlegtes Wild Rehlein und Hirsch auf dem Marktplatz direkt vor der italienischen Eisdiele, während drinnen die Rhöner Maumerkapelle spielt und Adriana mit ihrem Mann freundlich in die Kamera lächelt.

Indische Schönheiten posieren in Ody´s Taverne zu den Klängen der Senner DJ´s, der griechische Wirt gleich dazu, die schöne Schottin pfeift auf den Dudelsack und bläst die Querflöte und ein bisschen politisch muss es ja auch sein, deshalb wirbt die flotte Biene aus dem hessischen Ausland für  ihre Rettung mit dem kleinen dicken Budda beim Chinesen. Das ist halt der Böschemer Altweiberfasching. (Barbara Enders) +++

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