Foaset-Spektakel

Fölsche Jungs und Mädchen in Ekstase: FKG-Fremdensitzung begeistert

11.02.19 - Die Foaset in Fulda nimmt kräftig an Fahrt auf: Die erste von zwei Fremdensitzungen der Fuldaer Karneval-Gesellschaft (FKG) begeisterte am Samstagabend die Narrenschar in der vollbesetzten Orangerie. Vor der Pause überzeugend und gut, so steigerte sich das über sechsstündige Programm im zweiten Teil hin zur puren Ekstase als Franz Habersack (Michael Bleuel) und die Band "Die Hobbitz" die gute Stube vollkommen in ein Tollhaus verwandelte. Spätestens beim Rhöner Lied und "Fölsche Jung" gab es kein Halten mehr.

Fotos: Hedrik Urbin

Die Fremdensitzungen der FKG unterscheiden sich vom närrischen Trubel auf dem Land: Der Saal ist eher schlicht geschmückt - was in einigen Büttenreden kritisiert wurde - und die verkleideten Narren waren klar in der Unterzahl. Eher gediegen, aber mit einem hochklassigen Programm. Nach der Begrüßung von FKG-Präsident Michael Hamperl ergriff Prinz Markus Maurus Musikus der LXXVIII. von Fulda das Mikrofon. "Wir sind stolz und ergriffen, überall so freundlich begrüßt zu werden", sagte der Prinz und übermittelte die Grüße des hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier. Dieser hatte am Samstagmittag die hessischen Fürstlichkeiten in Wiesbaden empfangen. Den Aktiven wünschte der Prinz trotz Lampenfiebers gutes Gelingen und Spaß auf der Bühne.

Ein absolutes Highlight gleich zu Beginn: Der überragende Auftritt des Prinzenmariechen Doreen Sommer. "Ein Prinzenmariechen der Extraklasse", sagte Hamperl. Recht hat er. Bei der Zugabe tanzte sie mit ihrer Prinzenmannschaft. Ein sehr temperamentvoller Beginn.

Anschließend zeigte der Nachwuchs in seinen vielseitigen Facetten sein anspruchsvolles Können. Das Nachwuchs-Tanzmariechen Maria Werner reiht sich nahtlos in die hochklassigen Tänze ein. Die Klamottos sind nicht nur süß und putzig. Wie sie mit spitzer Zunge so manch kessen Spruch "raushauen" - Klasse. Klamotto-Oma Marianne Link ist es mit ihren sieben Mädchen zwischen fünf und 13 Jahren einmal mehr gelungen, das Publikum zu verzücken. Auch die Teenys begeisterten mit ihrer Suche nach dem Glück unter der Leitung von Marianne Büttner und Katharina Oechel.

Die Sternchengarde von Lisa Lehnebach und Alexandra Baumann überzeugt mit ihrem stilvollen Gardetanz. Das gilt natürlich auch für die FKG-Tanzgarde. Die Gardemädels dürfen bei keiner gelungenen Foaset-Veranstaltung fehlen. Sie ist zwar erst 16 Jahre jung und doch gehört sich schon lange zu den Highlights der Fremdensitzungen: Tanzmariechen Anna-Maria Alt. In diesem Jahr tanzt sie bereits zum zehnten Mal auf der FKG-Bühne. Trainiert wird das Tanzmariechen von Liane Schmitt und Pauline Lang.

Der Doc von Foll (Dr. Frank Steinhauer) nahm gekonnt die Geschehnisse des vergangenen Jahres in seinen närrischen Blickwinkel. Eine Überraschung hatten die Oberroder parat. Sie brachten die Rodetaler Puppenkiste mit - ein beeindruckender Auftritt mit viel Wortwitz und höchst anspruchsvoll. Leider wurde es hier im Publikum mit zunehmender Zeit etwas unruhig - der Auftritt zog sich für einen närrischen Abend etwas lang. Was die Klasse des Auftritts auf keinen Fall schmälern soll. Martha und Melitta (Marianne Link & Marion Dudyka) tratschten in diesem Jahr in einer Confiserie im Bermudadreieck. Herrlich - auch die beiden Damen sind auf den neuen Bischof gespannt.

Der erste Teil war schon mal fein - nach der 30-minütigen Pause ging es dann weiter voll zur Sache. Dafür sorgten auch die Fastnachtssänger, die zwei Mal auf der Bühne standen und mit ihren bekannten Foaset-Gassenhauern ebenso überzeugten wie mit ihren eigenen Interpretationen und herausragenden Solosängern bei diversen Karnevals-Klassikern. Was die Gang 2.0 aus Steinbach dann auf die Bühne legte, kann getrost als Männertanz der Extraklasse bezeichnet werden. Die Jungs hatten einige akrobatische Einlagen parat und sind eine absolute Bereicherung. Vielleicht sprang hier der Funke des Publikums vollends über. Der Stimmungspegel stieg unaufhaltsam.

Und natürlich durfte auch Markus Hackenberg, ein Meister seines Fachs, in der Bütt nicht fehlen. Dieses Mal kam er als Maurer von Günther Bau auf die Bühne. Derbe Sprüche hatte er parat - wie es am Bau üblich ist. Und sparte nicht mit spitzer Zunge - das bekamen insbesondere die Fußballer von Borussia Fulda und dem TSV Lehnerz zu spüren. Dass sie ihr Derby in der vergangenen Saison kurz vor der Fusion nicht "geschoben" hätten, konnte Hackenberg so gar nicht verstehen.

Was dann die Funtastics aus Welkers zeigten, ist Tanz, Dynamik und Akrobatik in Perfektion. Unfassbar, was die neun jungen Damen an turnerischen Fähigkeiten zeigen. Frank Habersack nahm die prächtige Stimmung im Saal auf. "120 Hektar, 40 Ferkelsäu un ledich" - so stellte sich Habersack vor. Vorstellen brauchte er sich im Prinzip nicht. Jeder in der Region kennt und liebt ihn. Seine Auftritte sind ein Genuss - und ohne Zugabe geht nichts. Er plauderte davon, wie es im "Schunkel-Camp" ist und wie es sich anfühlen muss, Prinz von Foll zu sein.

Es war schon weit nach Mitternacht als Sitzungspräsident Micheal Hamperl das große Finale einläutete. Trotz des langen Abends hatte das Publikum so richtig Spaß und die Hobbitz nahmen den Ball gerne auf. Sie rockten die Narrhalla und feierten mit dem Publikum was das Zeug hält. Mit ihnen die Aktiven auf der Bühne - dazu ordentlich Konfettiregen und Fontänen. Lang, aber schön wars bei der ersten FKG-Fremdensitzung in dieser Kampagne. Die zweite Fremdensitzung startet am kommenden Samstag in der Orangerie. Weitere Infos dazu im Internet unter der Adresse http://www.foellsch-foll-hinein.de . (Hans-Hubertus Braune) +++

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