Spaß und Freud für stinknormale Bräut

Rauschende Fremdensitzung der Schlüchterner Spätzünder


Fotos: Dietmar Kelkel -

18.02.19 - Mit närrischem Gesang, Gebabbel, Spiel und Tanz haben die Schlüchterner Spätzünder rund 300 ausgelassene Karnevalisten in der Stadthalle bei der ersten Fremdensitzung bespaßt und mit ihrer Lieblichkeit Jensin, seiner Deftigkeit Michael und seiner Tollität Armin das erste Schlüchterner Dreigestirn präsentiert.

Weit nach Mitternacht skandierten die Traut Euch Sänger im großen Finale mit allen Akteuren die Hymne „Hey Schlüchtern“ mit aller Inbrunst und lieferten einen weiteren Beweis dafür, dass die Spätzünder im oberen Kinzigtal eine feste närrische Größe sind. Als dann auch noch die Kultband „Echo Four“ mit „Das geht nie vorbei“ und „Cordula Grün“ so richtig einheizte, war der Wohlfühlfaktor im Saal am Siedepunkt. Die peinlichen Eltern parodierten „Daddy Cool“ und „Felicitas“ im Rundum-Schlager-Sketch furios und die Traut Euch Sänger erheiterten mit „Spider meets Murphy“ ihre große Fangemeinde. Stehende Ovationen gab es für Ewald Föller und seinen Song über die Fleischereifachverkäuferin. „Hat 69 Jahre gedauert, bis ich hier hoch auf die Bühne komm'“, meinte das Schlüchterner Urgestein und verbreitete „Spaß und Freud für stinknormale Bräut'“.

Unschlagbar in der Bütt war „Best Agerin“ Ilona Föller. Marit Matthiesen langweilte sich in einem türkischen Nest, wollte sie doch lieber aufs Münchner Oktoberfest. Wer Schlüchterner Neuigkeiten nicht im Kinzig Echo lesen konnte, erfuhr sie deftig und heftig von den Babbelweibern Anette Gold-Fehl und Judith Spahn. Hilde (Silke Schröder) und Franz (Markus Maul) verbrachten ihren Urlaub in den Bergen. Inspiriert vom herrlich romantischen Ambiente hätte Hilde ach so gern noch einmal die drei magischen Worte gehört. „Du hast recht“ und „Ich bin schuld“ waren dabei nicht gemeint. Viel erlebt hatte Sanitäter Benjamin Tiyaworabun bei den Einsätzen.

Apropos Kinzig Echo: Mit seinem Volontär Erwin (Jörg Schlögl) hat Chefredakteur Gottlieb Hähnlein (Dietmar Keidel) so seine Last. Umschüler Erwin, eine treibende Kraft bei „We kehr for Schlüchtern“, beherrschte den Umgang mit der Feder noch nicht so gut wie mit dem Besen. Sein neuer Anzug war das letzte Schnäppchen vom Langer und obendrein gab's noch ein Schnäpschen. Dass AKK die neue Merkel ist, war dem Erwin nicht bekannt. Die Karrenbauer sei bestimmt von der Autoindustrie gewählt worden, der Spahn wohl nur von den Dachdeckern, meinte er. „America first – Schlüchtern firster“: So könnte die Schlagzeile im Kinzig Echo schon bald lauten. Denn der New Yorker Oberbürgermeister hat anfragen lassen, ob auch er einen Weihnachtsbaum aus dem Bergwinkel bekommen kann wie die Frankfurter. Beim Layouten muss Erwin noch viel lernen. „Eine Optikeranzeige darfst du eben nicht neben dem Augenstecher-Prozess platzieren und bei der Ankündigung einer neuen Turngruppe kannst du nicht 'Turne bis zur Urne' titeln“, mahnte Hähnlein.

Nach dem stressigen Redaktionsalltag sollte man die Beine hochlegen wie die „Hüpfer“ bei ihrem grandiosen Gardetanz „Atemlos“. Zauberhafte Auftritte legten auch die Knallfünkchen, Knallbonbons, Rasselbande, Glühwürmchen, Zündhölzchen und das Männerballett mit dem Kriegstanz „Seh Neu Land Down Under“ aufs Parkett. (kel) +++

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