Weiberfastnacht vor dem Hessentag

Hummel, Hummel, Sorga Helau! - Hammerprogramm ohne Umleitungen


Fotos: Gudrun Schmidl -

01.03.19 - „Es wäre doch gelacht, heute haben die Frauen die Macht“, gab Präsidentin Elke Hildebrand die Parole des närrischen Abends aus. Seit 30 Jahren wird in dem Bad Hersfelder Stadtteil Sorga Weiberfastnacht gefeiert und wie! Dieses Jahr unter dem Motto: „Bevor der Hessentag erwacht, feiert Sorga Fasenacht“! Die Mehrzweckhalle hat sich dank vieler fleißiger Helfer in eine bewusst halb fertige Hessentagsarena verwandelt und sich damit der Hessentagsstadt 2019, in der vor dem großen Ereignis „mit mehr oder weniger Power“ gebaut wird, angepasst. Auf rote Ampeln, Baustellen und Umleitungen wurde am Donnerstag bei dem reibungslosen Programmablauf gern verzichtet.

Die Zeremonienmeisterin, die Hofrätinnen und die Hofgarde des TSV Sorga marschierten zu den Klängen der Hofkapelle „Duo Malibu“ in die Hessentagsarena und natürlich eröffnete der herzerfrischende Gardetanz das grandiose fast vierstündige Programm, das die närrischen Weiber und die, die es sein wollten, begeisterte. Die Showtanz- und Gardegruppe aus Meckbach, die Twirling Group Destination und die Firestorms des KKV Kathus gehören zu den heimischen Gruppen, die mit Klatschraketen für ihre gelungenen Darbietungen gefeiert wurden.

Die Eigengewächse der Sorgaer Narren wie das Solztalballett als Teufelchen mit Engelsflügeln, das entzückende Funkenmariechen Louisa Heinrich und die Imperadas können tänzerisch absolut überzeugen. Aus Niederaula reisten die „Streifenhörnchen“ an, die in fernöstliche Gefilde entführen. Eine Klasse für sich ist die Niederaulaer Showtanzgruppe Scènique. Ihr energiegeladener Tanzbeitrag „Christopher Kolumbus“ gehörte zu den Höhepunkten des Programms. Den Saal zum Kochen brachten allerdings die „Sunshineladies“ aus Steinbach mit ihrem herausragenden, absolut mitreißenden Showtanz „Made of History“.  Das ist Showtanz in Perfektion.

Die Weiberfastnacht in Sorga hat schon lange Kultstatus erreicht. Hier wird schon vor dem offiziellen Programm auf den Bänken stehend geschunkelt, gesungen oder Bob gefahren. Das „Duo Malibu“ versteht es, mit ihrer Musikauswahl und Motivation die Stimmung bis zum Siedepunkt anzuheizen und kleine Umbauphasen zu überbrücken. Die Turnerinnen des TVH Bad Hersfeld sind bei ihrer akrobatischen hochklassigen Aufführung natürlich auf abfedernde Matten angewiesen, die zuvor ausgelegt werden, derweil die Weiber Karnevalsklassiker schmettern.

Sportliche Höchstleistung verbinden die sportlichen Mädels inzwischen mit einer ansprechenden Choreografie. Sportlich präsentierte sich auch die Showtanzgruppe des FC 09 Neukirchen, die „unter erschwerten Bedingungen“ auf der aufgeheizten Bühne mehr als beeindruckend Tennis „tanzte“. Zu Gast war auch die Showtanzgruppe aus Hönebach, sehr hübsch anzuschauen, aber tänzerisch leider etwas aus der Zeit gefallen. Trotzdem gebührte den Tänzerinnen ein verdientes dreifach donnerndes „Hummel, Hummel, Sorga Helau!“

Nach einer Zwangspause im vergangenen Jahr mischte sie das närrische Volk mit genial gespielten Witzen wieder auf: Eulalia (Petra Schuster), mit zum Schreien komischer Mimik und Gestik und einer unnachahmlichen Bühnenpräsenz. Eulalia darf von Analseufzern im Fahrstuhl, von Arschgesichtern und goldenen Scheißhäusern erzählen, aber auch von ihrem unbegabten Navi, das sie immer in den falschen Ort führt. Als sie es anbrüllte „Fahr doch zur Hölle“ kam sie tatsächlich in Kathus an.

Bevor „Inspiations and Friends“ aus Kerspenhausen und zum Abschluss die „Tripple X“ des TSV Sorga vor dem großen Finale die Bühne aufmischten, sorgte das Männerballett aus Oberhaun für Furore und Gekreische, als sie die Latzhosen fallen ließen. Dieser Wuchs, diese Kraft, das weckte bei den närrischen Weibern offensichtlich die Leidenschaft. Fazit: Auch Waldhessen kann Weiberfastnacht! (Gudrun Schmidl) +++     


 

 

    

 

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