Sketche, Garde- und Showtänze
Helpershainer Mauer wird bis nach Rebgeshain verlängert

Einzug Sitzungspräsident - Fotos: Dieter Graulich
04.03.19 - Die Überraschung war perfekt: US-Präsident Trump besuchte die 32. Ulrichsteiner Fremdensitzung am Samstagabend in die Stadthalle. Gemäß dem Motto der Faschingskampagne: „American Dreamland - alles ist möglich“ hatte Trump, alias Sitzungspräsident Andreas Döring, den beschwerlichen Weg auf sich genommen und war zum 2. Mal in seiner Regierungszeit nach Ulrichstein gekommen, um dem „Karnevals Verein Mullstaa“ (KVM) seine Aufwartung zu machen. Erfreut war er, dass es in Mullstaa (Ulrichstein) auch echte Wild West Freunde und Rodeo am helllichten Tage gebe und meinte: „Helmut du bist ein großer Stuntmann, ich glaube wir sind verwandt. Du bist de Rodeo-Bäppeler und ich bin de Dummbäppeler!“
Trump bedauerte, dass erneut die Helwerschheer (Helpershainer) nicht dabei seien, da sie wieder eine Gegenveranstaltung hätten. „Auch wenn es momentan einen Haushaltsstreit mit dem Magistrat gibt, verspreche ich euch: Die Mauer wird kommen. Und wir werden sie bis Rawwensha (Rebgeshain) verlängern, dort werden von kriminellen Subjekten Drogen angebaut! Und wir werden noch eine Mauer bauen, zwischen Sellread (Sellnrod) und Bunnferl (Wohnfeld), eine Staumauer, so ist allen geholfen und das Wasserproblem für Mullstaa ist gelöst“. Mit stehendem Beifall wurde Trump nach seinen Worten: „Mullstaa is Great Again, Helau“ verabschiedet.
Bei der Sitzungseröffnung hatte Präsident Andreas Döring als Protokoller die kleine und große Politik etwas auf Korn genommen und festgestellt, dass der GroKo-Streit in Berlin kräftig weitergehe. „Der Angie hat es längst gedämmert, das man an ihrem Denkmal hämmert. Doch statt dem Aufbau muss es heißen, man fängt schon an es abzureißen. Seehofer hält sich wacker im Amt, der Horst ist geistig durchgebrannt. Tante Uschi, die Blonde Puppe, hat nur Skandale, statt starker Truppe. Die halbe Welt lacht sich schlapp, weil sie mehr Kinder wie fliegende Hubschrauber hat“.
Die Wahl in Hessen war ein weiteres Thema und er war maßlos enttäuscht dass in Mullstaa fast ein Viertel der Wähler braun gewählt hätten. Großes Lob erhielt abschließend Bürgermeister Edwin Schneider für seinen Einsatz bezüglich der Wasserknappheit. In Frankfurt sei das egal gewesen und die Bevölkerung sogar aufgefordert wurde, die Straßenbäume mit kostbarem Trinkwasser zu gießen. Hessenschau, ZDF, RTL, SAT 1 hätten Berichte gesendet: „Mullstaa war über Nacht in aller Runde“, so Döring.
Gelöst habe es das Problem zwar nicht, aber: „Gekämpft hast du für Ulrichstein, du bist jetzt mein tapferes Schneiderlein“. Den Reigen der Tanzdarbietungen eröffneten diesmal gleich zwei Funkenmariechen. Für Ellen Schulz war es der Abschiedstanz und Lena Henke die Premiere als neues Funkenmariechen. Über das oft sehr langweilige Leben als Rentnerehepaar informierten Anja Henke und Simone Schäfer das närrische Publikum.
Dem Gardetanz der „Blau-Weiße-Fünkchen“ aus Ober-Seibertenrod folgt mit dem Titel: „Ein Rentner beim Arzt“ ein weiterer Sketch. Die Ärztin verdeutliche sehr verständlich, dass es doch möglich sei, das eine junge Frau noch ein Kind von einem älteren Mann bekommen kann.
Die Blauen Funken Ulrichstein beendeten mit ihrem Gardetanz im Anschluss den ersten Teil der Veranstaltung. „Bühne frei“, hies es im Anschluss von US-Präsident Trumps Auftritt den Gardetanz der Roten Funken Ulrichstein. Im Vorjahr hatten die „Dancing Devils“ aus Eschenrod als Wikinger auf ihrem Beutezug die Narhalla gestürmt, diesmal demonstrierten sie wie ein ordentliches Schützenfest abläuft. Starker Beifall und die Orden vom KVM waren der Lohn für ihren tollen Auftritt.
Zuvor hatten Katharinchen und Mariechen, alias Timo Stein und Arno Dietz, bei ihrem Sketch als „Alte Donselln“ die Lachmuskeln der Besucher arg strapaziert. Einen besonderen Leckerbissen präsentierten die Damen und Herren des SV Chattia mit Omas Tanzschule. Kamen sie zunächst sehr langsam und umständlich auf die Bühne, so legten dann doch recht flotte Tänze auf Parkett. Eine Augenweide besonders für die Männerwelt, dann der Gardetanz der Lila Funken Ulrichstein.
Der Auftritt des Ulrichsteiner Männerballetts rundete dann als Highlight den Abend ab. Sie kamen zunächst als Cheerleaders und verwandelten sich anschließend in „Superhelden“, wie Batman, Teenage Mutant Hero Turtles aus US-amerikanische Comicserie, Hulk oder vom A-Team. Mit ihren akrobatischen Vorführungen lösten sie wahre Begeisterungsstürme aus. Einstudiert hatte dies Ute Grimm. Nach rund vier Stunden regnete es Luftballons beim obligatorischen Finale mit allen Aktiven. (gr) +++
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