Kurzweiliges Programm
Faschingsrummel auf dem Jahrmarkt in der Pfordter Dorfschern

Faschingsrummel auf dem Jahrmarkt in der Pfordter Dorfschern - Fotos: privat
25.02.25 - Schlag auf Schlag wechselten sich Show- und Gardetänze, Büttenreden und Sketchbeiträge, Musik und Gesangseinlagen im Schlitzer Stadtteil Pfordt ab. Ein reibungsloses, kurzweiliges, humorvolles, Programm sorgten für beste Stimmung und gute Laune.
In einem knapp dreieinhalbstündigen Programm folgten Büttenreden, Showtanzgruppen und Sketchbeiträge sowie Gesang und Musik - Schlag auf Schlag. Unter dem Motto "Faschingsrummel" hatten die Veranstalter unter der Federführung von Sonja Schmier, die "Dorfschern" in einen bunten Rummelplatz verwandelt. Und das Publikum war begeistert. Auf dem Jahrmarkt der guten Laune wurde eine kontrastreiche Show mit alt bewährten aber auch neuen Künstlern so einiges geboten.
Eröffnung mit Fassbieranstich
Mit einem Fassbieranstich wurde der närrische Abend eröffnet. Moderatorin Anke Schlosser verwies auf den Fassbieranstich, bei der Einweihung des Hahnekiez: hier habe Bürgermeister Heiko Siemon, den Fassbieranstich mit der Einweihung des Schwimmbades verwechselt und die Bühne geflutet. Um auf Nummer sicher zu gehen, habe man zum Fassbieranstich des Rummelplatzes Experten der Brauerei eingeladen.
Der Elferrat der "Fassbierjonge" marschierte ein und der bunte Jahrmarkt wurde mit einer Bierrede eröffnet. Danach folgte der erste "Tanzalarm". Temperamentvoll, witzig, grandios. Die TVK Kindergruppe zeigte in einer tollen Choreographie das Auferstehen der Losbudengewinne. Bezaubernde Barbiepuppen, süße Haribo Tüten, blaue Schlümpfe und Baggerfahrer präsentierten sich mit einer atemberaubenden und abwechslungsreichen Tanzperformance. Hut ab! Tolle Idee. Verantwortlich zeigten sich für diese Show Verena Steinbrucker, Sabrina Augsten und Lotta Bohl.
Alkoholkontrollen und Wahrung der Dienstgeheimnisse auf dem Rummelplatz, stellten die Wortakrobatinnen der TVK Jugendgruppe in ihren ersten beiden Sketchbeiträgen dar. Witzig, schräg! Ähnlichkeiten mit lebenden Personen- rein zufällig. Prima umgesetzt. Mit einem schwungvollen und perfekten Gardetanz beeindruckten im Anschluss die jungen Damen der TVK Jugendgruppe. Viel Applaus ernteten die Tanzakrobatinnen, unter der Leitung von Nicole und Andreas Leinweber, sowie Anna Lena Förster. Jeder der in Schlitz etwas auf sich halten würde, verfasse ein Buch, so die Moderatorin.Was das Alter mit sich bringt Auch der Seniorenbeauftragte Norbert Schäfer und seine Gattin Elisabeth würden sich mit dem Gedanken tragen, ein Buch zu schreiben. Titel des Buches "Ein Leben in Eintracht" äh oder hieß es ein "Leben für die Eintracht"? Doch zunächst zeigten sich beide auf dem Rummelplatz und gaben Einblicke in das Leben einer Rentner WG, die übrigens nur aus hochbetagten Damen bestand und sich bereits in der Krabbelgruppe mit Johannes Heesters kennengelernt hatten. Einfach herrlich schräg. Ein riesen Applaus für Elisabeth und Norbert Schäfer, die eindrucksvoll zeigten was das hohe Alter so mit sich bringen wird.
Mit einem musikalischen Potpourrie präsentierten sich die Sänger und Sängerinnen des TVK unter der musikalischen Leitung von Joachim Weitzdörfer und Dirigentin Ute Fischer. Themen um Donald Trump, der keine Grenzen kennt, Elon Musk, der doch lieber auf dem Mars bleiben sollte, die Bundestagswahlen, in der man die Wahl zwischen so manchen Nieten habe und der roten Kerze, deren Stoff nicht so recht passen wollte, wurden auch die Eröffnung des Schwimmbades und der Feuerwehr Süd musikalisch verarbeitet. Nachdem Schlitz nun neben den zahlreichen Burgen, dem Burgenkümmel und dem Burgenwhiskey nun auch noch einem Burgenbad habe, hoffe man doch sehr, dass nach der majestätischen Einweihung mit Glanz und Gloria nicht nur der Burgenwhiskey, sondern auch die Finanzseite der Stadt Schlitz hochprozentig bleibe.
Einblicke in den Alltag Mit ihren großen Lebkuchenherzen, die es ja bekanntlich auf jedem Rummelplatz gibt, sangen sich die Sänger und Sängerinnen in die Herzen der Zuschauer und ernteten viel Beifall für ihren Auftritt. Brillant war auch der nun folgende Beitrag. Tobias Puzzel aus Willofs in seiner Figur als " de oarm Kunne" gab Einblicke in sein alltägliches Leben und "bee oarm e doch droh ess". Bass soll merr dodezo soar. Tobias Puzzel- Enn großoardiche Kunne, da dee Moddersproach " ess Schlitzerlanner Platt noch geschwatz konn."
Mit der einzigartigen Lage des Veranstaltungsortes in der Nähe des Pfordter Sees hatten die Organisatoren gehofft einen Schlangenbeschwörer mit lebender Schlange präsentieren zu können. Doch daraus war leider nichts geworden. Die Schlange im Pfordter See war abgetaucht. Obwohl es die Schlange wahrhaftig in die Sendung von Urban Priols Jahresrückblick geschafft hatte, sei sie nicht mehr gesichtet worden.- genauso-wenig wie die Feldlärchen und Zauneidechsen im Hutzdorfer Neubaugebiet, weswegen einem jungen Paar ein Baustopp verhängt wurde.
Entweder könnten die Balkonbiologen aus Gießen einen Mulch nicht von einem Regenwurm unterscheiden oder sie sollten mal einen Termin beim Optiker Franke machen. Wie dem auch sei - eine Schlange inklusive Schlangenbeschwörer wurde auf dem Faschingsrummelplatz nicht präsentiert, stattdessen aber das Feeling aus dem Wilden Westen. Mit einer feurigen Showeinlage, die Einblicke in den Schießbudenbetreiber des Rummelplatzes gab überzeugten die Tänzerinnen aus dem Landkreis Fulda.
Fachkräftemangel und fehlendes Servicepersonal Fachkräftemangel und fehlendes Servicepersonal stellten auch die Jahrmarktbetreiber vor große Herausforderungen. Einfache Einstellungstests könnten ein Ansatz zur Personalakquise sein. Das zeigten die Kids der Jugendgruppe in ihren nächsten beiden Beiträgen. Alle Sketchbeiträge wurden eindrucksvoll von Siemon Steinbrucker, Lotta Bohl, Valerie Richtberg und Lucien Bettendorf vorgestellt. Einstudiert wurden die Beiträge von Alina Eckhardt. Einfach großartig, wie die jungen Darsteller und Darstellerinnen die Sketche von Didi Hallervorden und Martina Hill nachspielten und in Szene setzten. Ein riesen Applaus galt an dieser Stelle den 4 Jugendlichen und ihrem Coach Alina Eckhardt. Super gemacht!
Schlag auf Schlag, ging es weiter im närrischen Programm. Die zuckersüßen Candygirls der TVK Aktiven Gruppe präsentierten sich im kunterbunten "Lollipop"- Outfit. Nach ihrer Kostüm- und Musikauswahl, die sie sich schon im November letzten Jahres ausgedacht hatten, wurde das Kappenabendmotto "Jahrmarkt-Rummel", angelehnt. Bunt, schwungvoll, glanzvoll und so süß. Unter der Leitung von Vanessa Vogel und Vanessa Grösch setzten sie das Thema perfekt in Szene.
Ein wunderbarer Auftritt. Applaus für die "Candygirls". Hereinspaziert und Bühne frei- hieß es für die Susemaulis, die sich bei ihrer Wanderung durch das Schlitzerland auch auf dem Rummelplatz des TVK vorbeischauten. Musikalisch interpretierten sie die Population der Biber am Pfordter See, das Missgeschick der roten Kerze in Schlitz und den Faschingsrummel in der Dorfschern. Einfach Klasse. Helmut Susemichel und sein Enkel Maurice Maul brachten den Rummelplatz zum Beben.
Der scheidende Narr (Norbert Schäfer) verabschiedete sich in einer grandiosen Büttenrede von der Narrenbühne. Norbert Schäfer blickte in seiner Abschiedsrede auf eine 46-jährige Zeit als Büttenredner zurück. Dabei blickte er etwas wehmütig auf die Faschingsveranstaltungen auf der Hall und später auf die Karnevalsveranstaltungen in Hutzdorf. Seit mehr als 10 Jahren fand er seine Bühne beim TVK. Dem bescheinigte er, Karneval auf hohem Niveau, wo man den Büttenrednern noch zuhöre und den Tänzern noch zuschaue, wo man es noch wage politische Themen zu verarbeiten, und humoristisch auf die Schippe zu nehmen. Hier sei Karneval noch Karneval - das was ihn eigentlich ausmache. Auf dem Kappenabend sei Platz für alle Generationen, von Klein bis Groß wirken hier alle mit.
Er wünsche sich, dass das noch viele Jahre so bleibt und er dann als reiner Besucher den Kappenabend genießen könne. Als "Redenschreiber" im Hintergrund bleibt er dem TVK erhalten, seinen Nachfolger hat er bereits ausgewählt und wird ihm dabei mit Rat und Tat zur Seite stehen. Anke Schlosser bedankte sich mit einem weinenden und lachenden Auge bei Norbert Schäfer und überreichte ihm ein Geschenk, als Dank für die vielen, vielen Jahre die er das Programm mit seinen erstklassigen Büttenreden bereichert habe.
Zum Abschied tosender Applaus Alleine oder auch gemeinsam mit seiner Frau Elisabeth glänzte er in seinen wechselnden Rollen. Unvergesslich bleiben seine/ bzw. ihre gemeinsamen Auftritte. Zum Abschied tosender Applaus und Standing Ovation für Norbert Schäfer! Danke Norbert, danke Elisabeth für die vielen tollen Jahre. Mit den Fantastic Girls aus Burghaun/Großenbach wurde das Finale eingeleitet. Die Tanzakrobatinnen, unter der Leitung von Sophia Wiegand, Elisa Biensack marschierten in ihren grün weißen Gardekostümen ein. Auch sie sind seit Jahren zu Gast beim Kappenabend und Garant für perfekte Auftritte.
Was dann folgte, war unglaublich. Eine rasante Show quer durch den Jahrmarkt mit Riesenrad und Achterbahn, einer Fahrt durch die Geisterbahn bis hin zum Dosenwerfen und losen an der Losbude, fassten die Tänzer und Tänzerinnen des Trachten- und Volkstanzkreises nochmal das komplette Motto des Abends zusammen. Eine großartige Idee, die sich Paula Feick und Kea Schuh ausgedacht hatten. Herzlichen Glückwunsch zu diesem Spitzenauftritt. Ein grandioser Abschluss des knapp 3 ½ stündigen Programms, dass in keiner Minute langweilig war. Alle Programmpunkte hatten ihren Charme, ihren Witz und wurden großartig von ihren jeweiligen Akteuren umgesetzt und dargestellt. Rund um eine gelungene Veranstaltung.
Ein besonderer Dank galt dem Bühnenteam Luisa Otterbein, Tom Schmidt und Christian Schmier und dem Technikteam Andreas Leinweber und Christian Horn sowie allen Helfern, Unterstützern, Sponsoren und Akteuren für diesen wunderbaren Abend. (mau/pm) +++
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