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Politik bekommt Seitenhieb

Kindheitsträume werden wahr: Fastnacht startet voller Elan


Volles Vereinsheim bei der Begrüßung der Fastnachtskampagne. - Fotos: Dieter Graulich

19.11.25 - "Es geht endlich wieder los in der Fastnachtshochburg Herbstein", so Tim Thrin vom Elferat der Fastnachtsvereinigung Herbstein (FVH) bei der Begrüßung im vollbesetzten Vereinsheim. Nach einer langen, schon gefühlt nicht endenden Kampagne 2025, dankte er für den Abschluss mit dem Maskensprung, der weit über die Region hinaus sehr großen Anklang gefunden hatte.

Nach alter Tradition begrüßte er zunächst die Ehrenritter und Ehrensenatoren der FVH, die in großer Zahl erschienen waren. Weitere Ehrenäste an der Auftaktveranstaltung zur Kampagne 2026 waren Bürgermeisterin Astrid Staubach, Ortsvorsteher Martin Ruhl und Pfarrer Daniel Meyer.

Kindheitstraum in Erfüllung gegangen

"Ich habe meinen größten Kindheitstraum gelebt" war vom noch amtierenden Bajazz "Marc-Xaver Klein I., Närrischer Maler von Farbe und Lack" zu hören. Die Zeit als Bajazz sei anstrengend und kein "Zuckerschlecken" gewesen, meinte er und verwies auf die zahlreichen Auftritte. Die erste Büttenrede für die neue Fastnachtskampagne hatte dann Niclass Brähler. Er wollte Hemd und Narrenkappe auf dem Speicher suchen und fand diese dann gut versteckt hinter den Weihnachstsachen.

Tim Thrin begrüßt die Gäste zum Auftakt der neuen Fastnachtskampagne.

Niclass Brähler hält die erste Büttenrede der Kampagne und sorgt für Lacher...

Bürgermeisterin Astrid Staubach betont Ehrenamt, Zusammenhalt und Tradition...

Mit dabei auch ein Fläschen "Herbsteiner" nach dessen Genuss er inmitten der Weihnachtsdeko eingeschlafen sei. Die Frau des Hauses habe ihn am Morgen dort gefunden und sei erstaunt gewesen, dass er die Weihnachtssachen gesucht habe. Sie freute sich damit doch den richtigen Mann getroffen zu haben.

Kritik an Stadtbild-Aussagen

Kritik hatte er dann zur Politik in Berlin: Während die Fastnachter schon am gestalten seien, werde in der Bundeshauptstadt noch über das Gestalten des Stadtbildes debattiert. Er lud die Politiker nach Herbstein ein, denn mit buntem Treiben und viel Musik, verbessern wir das Stadtbild mit viel Geschick. Wer mit unserem Frohsinn Probleme hat, ist einfach falsch in unserer Stadt!" So zählten seit Jahren schon, Fahnen mit Regenbogefarben zur Tradition. Und Männer die sich als Frauen kleiden, will hier keiner meiden, meinte Brähler im Blick auf den Springerzug. Er lies dann auch das Motto enthüllen, das heißt: "Herbsteins Foaselt riesengroß, vereint Brauchtum mit Moderne grandios!".

Neuer Schwung für die Fastnacht

"Die Herbsteiner Fastnacht kommt in Schwung, im neuen Jahr, mit der Versteigerung. So haben wir noch etwas Zeit, macht Euch aber bald bereit. Die Stadtkasse gebe ich dann her, vermutlich ist sie auch wieder leer", betonte Bürgermeisterin Astrid Staubach in ihrem Grußwort. Sie räumte aber auch ein, Frauen und Geld, das geht sehr gut, wir machen uns gegenseitig Mut. Dass auch in Zeiten knapper Kassen, wir uns nicht alles nehmen lassen. Geld fürs Ehrenamt braucht es schon, auch davon lebt die Tradition".

Wichtig sei das reden, was gebraucht werde: "Zaubern können wir alle nicht, das gibt es nur in der Geschicht". In Richtung Bundeshauptstadt sagte sie: "Ihr in Berlin, hört gut zu, wo drückt dem Volk der Schuh. Hier vor Ort, da gibt es Menschen, die wollen Wege und keine Grenzen. Möchten feiern unseren Brauch, im Jahr Zweitausendsechsundzwanzig auch. Darauf lasst uns das Glas erheben, die Herbsteiner Fachnacht, sie soll leben."

Tim Thrin hatte zu Beginn auf die Termine in 2026 hingewiesen. Neben all den alljährlichen Veranstaltungen gehe es am 31. Januar und 1. Februar zum Narrentreffen von den Fasenickl in Bayern nach Kipfenberg im Altmühltal. (gr) +++

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