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Wenn aus Brand eine Stadt wird

"Ball der Stadt Brand" – 5 Veranstaltungen, an denen ein Dorf die Rhön regiert


Wenn aus Brand eine Stadt wird - Fotos: privat

10.02.26 - Einmal im Jahr erlebt Brand eine Metamorphose, so wie es im Mittelalter einst beabsichtigt war: Aus Brand wird offiziell eine Stadt! Zumindest für die Dauer der närrischen Tage. Und diese kurzzeitig städtische Hochburg feiert das gebührend mit ihrem legendären "Ball der Stadt Brand" – mit Schutzbrille gegen Funkenflug des Humors und Neoprenanzug für die Lachtränen. Den Auftakt machten die "Wilden Cowboys" – die jüngsten Stadtbewohner.

Mit einem Energielevel, das den Saal gleich zu Beginn toben ließ, eroberten sie die Bühne und bewiesen: Der Wilde Westen liegt in der Rhön. Großartig! Man sagt ja: "Stadtluft macht frei." In Brand macht sie vor allem eines: urkomisch. Die Gruppe "Dorfgeschehen" brachte mit "Work, Travel und Suff" ein dreiteiliges Stück auf die Bühne, das in München am Oktoberfest spielte, ein echtes Brand-Original, das das Geschehene aufs närrische Korn nahm. So wahr, dass es wehtat (vor Lachen). Was wäre eine Fastnacht ohne Sprachakrobatik? Der Klassiker "Stand by me" – wurde ins Rhöner Platt übersetzt. Das Ergebnis war zutiefst humorvoll, herzergreifend und grammatikalisch - "Do stett abbes"… nun ja, kreativ. Der Geist des Liedes blieb erhalten, auch wenn manche Übersetzung sicherlich eine Weltpremiere feierte.Ein Ohrenschmaus der besonderen Art!

Sketch-Time! "Extra Scharf" versetzte uns in ein China-Restaurant, in dem die Kommunikation zwischen Personal und Gästen dank einer Neuauflage des Didi-Hallervorden-Klassikers grandios scheiterte. Schärfe pur – einfach Extra Scharf - nicht nur auf dem Teller. Danach kam die große Bühneneroberung: Die "Brander Baasebaetscher" rollten mit Leiterwagen und Traktor an und starteten eine "Montain Party" der Extraklasse. Warum in die Berge fahren, wenn der Berg auch auf die Bühne kommen kann? Das Motto: Step your feet und wave your hands, auf geht`s zum Mountain-Dance.

Nach der Pause überfiel die Brander-Mädchengarde als "Teenie-Seeräuber" das Parkett. Die Teenies bewiesen in ihrem stürmischen Showtanz "Limitless", dass man auch ohne Schiff eindrucksvoll räubern kann. Es folgte ein Krippenspiel der modernen Art mit dem Titel "Es stinkt im Stall". Ochs und Stinktier, Waltraud und Mariechen als Maria und courantes Christkind, Engel ohne Locken, Drei Zwerge als die Heiligen Drei Könige mit Dartscheibe und noch mehr Ungereimtheiten…, Bibel 2.0 und absolut köstlich für Lacher, megawitzig.

Die Männertanzgruppe "Heiß und Fettig" lieferte dann ab, was ihr Name versprach: Eine energiegeladene, schweißtreibende und akrobatische Darbietung. Das Publikum dankte es mit Standing Ovation! Der Sketch "Nur Hoarde im Garte" verwandelte die Bühne in ein botanisches Kabinettstückchen. Eine divenhafte Bienenkönigin hatte mit ihren Bienen, sprechenden Blumen, einem Imker und einem liebestollen Blumenmann ihre Mühe. Ein turbulentes humorvolles Schauspiel, das für summende Heiterkeit sorgte. Ein letzter Höhepunkt folgte mit der Rollator-Garde "Rost intakt". Mit Choreografie, Charme und rostiger Eleganz rührten sie das Publikum zu Tränen – vor Lachen und Rührung.

Durch das närrische Programm führte wieder auf gewitzte und charmante Art Markus Knüttel. Er durfte zahlreiche und hochkarätige Ehrengäste begrüßen. Staatssekretär Michael Brand, Bürgermeister Ronny Günkel, Pfarrer Carsten Noll und viele andere ließen es sich nicht nehmen, in der "Stadt Brand" närrisches Asyl zu suchen. Gleich bei mehreren Auftritten brillierten vor allem vor und hinter der Bühne: Günter Henkel, Renate Tadday, Rainer Handwerk, Claudia Kosarek, Corinna Handwerk, Bianka Kosarek, Christian Schickling, Tizian Handwerk, Ernst Stumpf, Marco Grösch und Thomas Henkel. Für die Technik waren Harald und Laurin Handwerk, Timon Scheel und Fabio Knüttel verantwortlich. Insgesamt waren 61 Akteure bei den Auftritten auf der Bühne, mehr als "ein viertel" der Stadtbevölkerung.

Bei den fünf Veranstaltungen, vier Abende, sowie eine Seniorenveranstaltung zeigte das Dorf, wie groß sein Herz und sein Humor ist. Der "Ball der Stadt Brand" ist nicht nur ein Event, er ist ein liebevolles, selbstironisches und absolut professionelles Spektakel, das Heimatgefühl, Showqualität und Fastnacht verbindet. Die Stadt im Mittelalter mag geplant gewesen sein – die Fastnachtsmetropole Brand ist heute Realität. Zumindest bis Aschermittwoch. Hut ab und Brand - Helau! (mp/pm) +++

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