"Das ist etwas ganz Großes"
50 Jahre Aschenberger Wolkenkratzer: Abend voller Stolz, Tradition und Magie

50 Jahre voller Begegnung, Gemeinschaft, Witz und Magie - genau das können ... - Fotos: Marvin Myketin
30.08.26 - 50 Jahre voller Begegnung, Gemeinschaft, Witz und Magie - genau das können die Aschenberger Wolkenkratzer feiern. Mit ihrem klassischen Ruf "ein dreifach donnerndes Wolkenkratzer" sind sie fester Bestandteil der Karnevalisten im Landkreis Fulda. Kein Wunder also, dass der Verein sein Jubiläum groß am Samstagabend im Petersberger Propsteihaus feierte.
Der gesamte Abend war geprägt von Zusammensein, humorvollen Grußworten von Politik und anderen Vereinen sowie einem gemeinsamen Blick auf die Geschichte der Aschenberger Wolkenkratzer (AWK). "Wir waren gestern am Grab unserer Gründerin Ruth Ackermann. Ihr Wirken begegnet uns noch heute", so Jörg Schmidt, erster Vorsitzender der AWK. Er eröffnete die Feier mit den Worten: "Wir erleben nicht nur 50 Jahre Vereinsgeschichte, sondern schreiben sie jeden Tag weiter. Auf 50 Jahre Geschichte, auf alle, die zur Geschichte gehören, und auf uns alle, die heute Abend hier sind." Mit einem Lied des Stadtbaurats Daniel Schreiner starteten die Worte des Abends.
"Lasst es krachen - dafür ist der Tag da"
Nach einem gemeinsamen Gedenken an die Toten richtete Ehrenpräsident Rolf Kupfer mit spürbarem Stolz die Worte ans närrische Publikum. Es sei eine riesige Ehre, zum 50‑jährigen Jubiläum hierzustehen. "Ihr, die Wolkenkratzer, seid diejenigen, um die es geht", rief er - gefolgt von einem dreifach donnernden "Wolken‑Kratzer!". Besonders hob er Anja hervor, das älteste aktive Mitglied der Wolkenkratzer. Sein Schlusswort? "Lasst es krachen - dafür ist der Tag da."Kerstin Kupfer, Tochter des Ehrenpräsidenten, nahm die Gäste mit in das Jahr 1976: Eine kleine Gruppe traf sich bei Ruth und Karl Ackermann - überzeugt davon, dass der Aschenberg eine eigene närrische Stimme brauche. "Mit den hohen Häusern lag der Name praktisch vor der Tür: Wolkenkratzer", so Kupfer. Der erste Auftritt am 11.11.1976 war der Beginn einer Tradition, die 1998 mit dem ersten Gouverneur vom Aschenberg weiter wuchs.
Über Fußball und Zusammenhalt
Was bei einer Karnevalsveranstaltung auf keinen Fall fehlen darf: der Witz. So brachte Stadtbaurat Schreiner Humor mit: "Wenn sich der Verein trifft - und auch noch der 1. FC Köln gewinnt - geht’s nicht besser." Im Namen des Oberbürgermeisters Dr. Heiko Wingenfeld überbrachte er die herzlichsten Glückwünsche. Die Wolkenkratzer seien ein Teil der Stadtgeschichte, bereicherten seit Jahrzehnten die fünfte Jahreszeit und seien bekannt dafür, sich einzubringen – und als Letzte zu gehen. Darauf reagierte das Publikum mit tosendem Applaus. Ein Köln-Fan kommt selten allein - und so folgte auf Schreiner Bundestagsabgeordneter Michael Brand. "Dass die AWK besonders sind, zeigt sich auch am Teil einer fünfteiligen ZDF-Serie." Dafür bekam er auch vom Präsidenten der Fuldaer Karnevals-Gesellschaft, Oliver Weißenberger, ein strahlendes Lächeln. Mit einem Blick in die Zukunft löste im ganzen Saal Freude aus: "Es sind nur noch drei Monate bis zum 11.11. - darauf können wir uns alle freuen!"Landtagsabgeordneter Thomas Hering erschien nicht ganz so gelassen auf der Bühne. Das konnte er aber schnell erklären - und provozierte dadurch viel Gelächter: "Ich kann im Gegensatz zu meinen Vorrednern noch nicht so entspannt sein. Arminia Bielefeld spielt erst noch." Außerdem sprach er von einer eigenen Fastnachtskarriere - als Pinguin im Fuldaer Nordend. Für ihn ist bei all diesen Veranstaltungen klar: "Politiker müssten sich einbringen, und genau hier passiert das. Wir sind alle Karnevalisten."
Leidenschaft zur Fastnacht verbindet Aschenberg und Petersberg
Da die AWK laut Schmidt in den letzten Jahren eine tolle Verbindung zu Petersberg aufgebaut hat - und das eigene Vereinshaus renoviert wird, was nicht ohne einen humorvollen Seitenhieb an den Stadtbaurat unkommentiert blieb - wird das Jubiläum im Petersberger Propsteihaus gefeiert. So richtete auch die Petersberger Bürgermeisterin Claudia Brandes ihre karnevalistischen Worte an die Gäste. "Anders als meine Vorredner interessiere ich mich nicht für Fußball, sondern dafür, wie gut die Spieler aussehen", sagte sie und erntete gleich viele Lacher. Ihre Botschaft: Die Leidenschaft zur Fastnacht verbinde die Orte, und Fastnacht sei ein Teil der regionalen Identität.Mit weiteren Grußworten von weiteren Vereinen und einem abschließenden Jubiläumstanz des All-Star-Showtanzes endete der Samstagabend - wie man die AWK kennt, wurde aber erst noch bis tief in die Nacht gefeiert. Für Sonntag lädt die AWK zum großen Familienfest in das Adalbert-Endert-Haus in Fulda-Horas ein. Auch darüber wird OSTHESSEN|NEWS wieder ausführlich berichten.
Im Gespräch mit O|N machte der erste Vorsitzende deutlich, was das 50‑jährige Bestehen für die Wolkenkratzer bedeutet: Stolz auf all jene, die den Verein über Jahrzehnte getragen haben - und auf eine Fastnacht, die nach außen oft wie reines Feiern wirkt, in Wahrheit aber einen hohen kulturellen und sozialen Wert hat. Dass die AWK selbst schwierige Zeiten wie die Corona‑Pandemie überstanden und ihre Tradition weitergeführt haben, sei für ihn "etwas ganz Großes". (mis) +++
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