Kommentar von Christian P. Stadtfeld

Die SG Barockstadt Fulda Lehnerz: Wenn nicht jetzt, wann dann!

Foto: O|N-Archiv - Das Stadion der Stadt Fulda. Hier wird der neue Verein "SG Barockstadt Fulda-Lehnerz" seine neue Heimat haben.

10.04.2018 - Die SG Barockstadt Fulda Lehnerz ist eine große Chance für die Fußball- und Wirtschaftsregion Fulda. Kräfte bündeln, Allianzen schließen - das ist in der heutigen Zeit unverzichtbar, um zukunftsfähig zu sein. Nicht nur für Unternehmen, sondern auch für Vereine wie den TSV Lehnerz und den SC Borussia Fulda, denn sie ähneln mittelständischen Betrieben und tragen den feinen Zusatz „e.V.“ am Ende.



Aber es gehört auch viel Mut, Kraft und vor allem persönliche Überwindung der handelnden Personen dazu, einen solch weitreichenden Schritt zu gehen. Mit dem TSV verbindet man einen Namen: Martin Geisendörfer. Er ist seit über 30 Jahren der Macher und Motor - und für den Erfolg des familiär geführten Vereins vom Galgengraben maßgeblich verantwortlich. Sein Herzblut, aber auch ein Löwenanteil der Finanzen, die notwendig sind, um drei hochklassige Fußball-Mannschaften (Hessenliga / Verbandsliga / Kreisoberliga) zu finanzieren, stecken im TSV Lehnerz. Seit vielen Jahren - aus der Privatschatulle.

Ähnlich ist es bei Borussia Fulda. Peter Enders hat das Amt des Präsidenten von seinem verstorbenen Vater Peter Enders sen. quasi „geerbt“. Aus zwei Traditionsvereinen wird jetzt im Fußball-Bereich eine starke Einheit mit den besten Spielern der Region. Die Attraktivität steigt damit, nicht nur für die Sponsoren. Fulda kann auf hochklassigen Fußball hoffen - und zwar über die Regionalliga hinaus. Mit dem finanziellen Background, der durch die Bündelung von Kräften entsteht, wird diese Vision möglich.

Die Zeit ist da, und wenn nicht jetzt, wann dann: Weg vom Kirchturm- und Konkurrenzdenken, hin zu einem gemeinsam Verein in der Barockstadt. Die Weichen sind gestellt. Jetzt gilt es die Zusammenarbeit mit Leben zu erfüllen und den Spirit, den Lehnerz ausmacht - die Kameradschaft und das gesellschaftliche Leben rund um den Sportplatz -, mit in die Johannisau zu nehmen. Dabei ist es wichtig, auch weiterhin auf das Ehrenamt zu bauen - und nicht alles zu kommerzialisieren. Ein Erfolgsrezept vom TSV Lehnerz, der wie Borussia Fulda weiterleben wird.

Das Projekt „SG Barockstadt“ kann nur gelingen, wenn alle an einem Strang ziehen - auch die Fans der Ur-Vereine, von denen manche über ihren Schatten springen müssen. Für einige ist der Schritt, seinen Fußballverein ein Stück weit aufzugeben, sicher nicht einfach, doch jetzt geht es um das Ganze und die Region. Genau das sehen Geisendörfer und Enders mit bewundernswerter Weitsicht - auch wenn ihre Herzen wohl immer blau/weiß und rot/schwarz schlagen werden. Chapeau vor diesem bedeutenden Schritt! (Christian P. Stadtfeld) +++

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