Die Nummer 40 ist die Nummer Eins

Kenan Mujezinovic erobert den Platz zwischen den Pfosten

Archivfoto: Hendrik Urbin - Die Nummer 1 der SG Barockstadt: Kenan Mujezinovic.

01.08.2018 - Mit vier gestandenen Torhütern ging Fußball-Hessenligist SG Barockstadt Fulda-Lehnerz im Juni in die Vorbereitung auf die anstehende Saison. Durchgesetzt hat sich Kenan Mujezinovic, der damit vorerst gesetzt ist. ON|Sport sprach mit dem 23-jährigen Torhüter über die Situation als Nummer Eins und die Umstellungen im Torwarttraining. 



Am Freitagabend war es Gewissheit: Unter den elf Spielern, die Trainer Alfred Kaminski gegen den KSV Baunatal aufs Feld schickte, war Kenan Mujezinovic. Der Schlussmann hat den Vorrang vor Aykut Bayar, Tobias Wolf und Benedikt Kaiser erhalten und wird als Stammtorhüter der SG Barockstadt in die Saison gehen. „Er hat in der gesamten Vorbereitung den stabilsten Eindruck gemacht und ist jetzt erstmal gesetzt“, sagte Kaminski im Anschluss an den 2:0-Auftakterfolg.

Am Freitagabend stand Mujezinovic (hier mit ...Archivfoto: Hendrik Urbin

Die Entscheidung pro Mujezinovic verkündete der Trainer vor dem Spiel gegen Baunatal: „Am Spieltag bei der Aufstellung habe ich es erfahren“, sagt der 23-jährige Schlussmann im Gespräch mit ON|Sport. „Nach dem Spiel hat der Trainer noch einmal mit uns Torhütern gesprochen“. Die Konkurrenz, gegen die sich Mujezinovic im Laufe der Vorbereitung durchgesetzt hat, kann sich durchaus sehen lassen. Denn mit Aykut Bayar, Tobias Wolf und Benedikt Kaiser verfügt die SGB über drei weitere Torhüter, die Ambitionen auf den ersten Platz zwischen den Pfosten haben - und wohl bei jedem Hessenligisten einen Stammplatz sicher hätten. „Man hat die ganze Vorbereitung gemerkt, dass jeder spielen wollte“, gibt Mujezinovic Einblick in die Trainingseinheiten.

2016 wechselte er von den Würzburger Kickers zu Borussia Fulda, war dort jedoch nie die fest gesetzte Nummer Eins. In seinem ersten Jahr kam der 23-Jährige auf 21 Einsätze, in der vergangenen Saison hütete er in 13 Spielen das Gehäuse der Borussen. „Wir haben uns nicht viel geschenkt“, berichtet Mujezinovic über den Konkurrenzkampf mit Wolf. Dass er zwischenzeitlich auch nur von draußen zuschauen musste, hat dem Schlussmann zwar nicht gefallen, gewurmt aber auch nicht: „Als Torhüter ist man das die ganze Laufbahn gewohnt. Man muss einfach weiter Gas geben. Ich denke, Torhüter sind generell auch geduldiger als Feldspieler“.

Die Zeiten auf der Ersatzbank (hier ...Archivfoto: Carina Jirsch

Nun steht Mujezinovic vorerst auf dem Platz, die Konkurrenz im Nacken. Für die Torhüter zuständig ist Matthias Müller, der vor der Saison vom KSV Baunatal in die Barockstadt wechselte. „Er bringt viele neue Sachen mit rein“, sagt Mujenzinovic über die Trainingsarbeit mit dem neuen Torwarttrainer, „bei der Borussia haben wir viel Basics trainiert, er arbeitet mit uns viel im konditionellen und kräftetechnischen Bereich“. Dazu gehört unter anderem die Kraftausdauer, das Hechten nach flachen Bällen und vor allem viele Wiederholungen.

Die Arbeit mit vier Torhütern bringt auch logistische Schwierigkeiten mit sich, die Müller allerdings schnell löste. „Zwei sind immer früher zur Mannschaft gegangen, in der Zeit haben die anderen Torwarttraining gemacht“, erläutert Kenan Mujezinovic. Mit einer solch großen Anzahl an Torhütern seien auch komplexere Übungen für die Offensivleute möglich.

Beim SCB wechselte sich Mujezinovic mit ...Archivfoto: Hendrik Urbin

Des einen Freud, ist aber auch des anderen Leid: Denn Bayar, Kaiser und Wolf müssen sich zunächst, sofern sie nicht wie Bayar am Wochenende in der zweiten Mannschaft bei Marco Lohsse zum Einsatz kommen, mit der Reservistenrolle zufriedengeben. Dass sie genau das nicht tun werden, ist ein großer Trumpf für die SG Barockstadt und ein Anreiz für Kenan Mujezinovic, im Training und in den Spielen weiterhin Bestleistungen abzurufen. (Tino Weingarten) +++

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