4. Fuldaer Drachenspektakel

Martina und Frank Kramm - Drachenflieger aus Leidenschaft

Foto: Jana Heil - Martina und Frank Kramm mit einem selbst bemalten Drachen

20.07.2018 - Denkt man ans Drachensteigenlassen assoziiert man zuerst stoppelige Felder und Kinder, die mit bunten, rautenförmigen Stabdrachen an einer langen Leine im Wind spielen. Man denkt an stürmische Herbsttage und Rollkragenpullover. Eine romantische Faszination schwingt dem Bild mit, ein Wille, gegen die Launen der Natur nicht zu rebellieren, sondern sie zu nutzen, eine Akzeptanz des wilden Lebens. Man denkt mehr an ein magisches Gefühl als an ein tatsächliches Ereignis. Und doch ist es für die Fuldaer Martina und Frank Kramm genau so. Magisch und faszinierend.



Alles begann, wie man es sich vorstellt, auf einer Düne an der Nordsee: Mit ihren beiden Kindern waren die Kramms damals im Urlaub und beobachteten einen Lenkdrachenflieger: "Wir waren total begeistert, wie der Mann diesen Drachen beherrscht hat und mit dem Wind spielen konnte," sagt Frank Kramm. Daraufhin besorgte er sich einen eigenen Lenkdrachen. Über die Jahre weitete sich das Hobby aus. Sie fingen an selbst Drachen zu bauen, besuchten dazu auch Workshops und gingen nach und nach auf immer mehr und immer größere Drachenfeste.

Ein Bully ...Fotos: Familie Kramm privat

Seit nunmehr 25 Jahren sind sie dem Drachenfliegen verfallen. Die beiden sind Mitglieder der Windspiel Gemeinschaft Fulda e.V. nicht der ersten, aber doch der zweiten Stunde und seitdem oftmals sonntags auf der Drachenwiese anzutreffen. Dort haben sie oftmals ein offenes Ohr, wenn es ein Problem beim Fliegen gibt. Auch geben Sie mittlerweile eigene Workshops zum Drachenbau. Über 90 Drachen haben die Kramms in ihrem Besitz, der Großteil davon ist selbstgebaut. In stundenlanger Handarbeit entwerfen sie die ausgefallensten Formen. So zum Beispiel der Stabdrache in Form eines Bullys, den sie zu Ehren ihres VW-Buses entwarfen, der sie in jeden Urlaub und zu jedem Drachenfest begleitet. Weil sie ihr Hobby immer mit dem Camping-Urlaub im Bus verbinden, sind die beiden vor allem in Drachenfesten innerhalb Europas unterwegs, so etwa in Dänemark, Italien, Frankreich, den Niederlanden und natürlich Deutschland. Etwa 40 bis 50 Drachen sind mit an Bord.

Die ausgefallensten ...

Die Drachen ...

Mit dem ...

Frank Kramm bekommt Gänsehaut, während er von den Drachenfesten berichtet. Es ist eine Leidenschaft, die ansteckend ist, eine Faszination, die einen ergreift, wenn man die zwei darüber sprechen hört. "Man schaut in den Himmel, es ist schön bunt, die Wolken ziehen über den Drachen vorbei. Es ist ein schönes Gefühl", schwärmt auch Martina Kramm. Aber natürlich ist es nicht immer entspannt und magisch. Dieses Gefühl ist die Belohnung für stundenlange Arbeit an der Nähmaschine, in denen haufenweise Stoff verarbeitet wird. Die Drachen sind auch schon mal 25 Meter lang. "Das sind ganze Stoffknäule, die man unter den Tisch knürt", sagt sie und lacht, "und natürlich klappt auch nicht immer alles, wie man es sich vorstellt."

Doch am Ende sitzen die beiden mit vielen anderen Drachenfliegern, die sie teilweise schon lange kennen und teilweise gerade erst kennengelernt haben, am Strand und beobachten, wie hunderte verschiedener Figuren über den Himmel gleiten. "Man hat zuhause viele Stunden gearbeitet, auf den Knien gelegen und Stoff zugeschnitten, bis man nicht mehr aufstehen konnte, dann genäht, dann versucht, die Drachen zum Fliegen zu bringen. Und dann dort zu sitzen und zu genießen, ist die Belohnung", sagt Frank Kramm. "Ich sehe mich heute noch auf der Düne sitzen und dem Mann zuschauen. Heute bin ich der Mann." (Jana Heil) +++

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