Gastronomie oder Versorgungsstation?

Kein Verzicht auf Bratwurst und Bier: Das Corona-Problem mit dem Vereinsheim

Fotos: Tino Weingarten - In Eichenzell bleibt das Vereinsheim zu, es wird einen Bratwurst- (l.) und Getränkeverkauf geben.

08.09.2020 - Der Sport kehrt langsam aber sicher in die Normalität zurück, zumindest im Fußball starteten am vergangenen Wochenende alle Ligen in den regulären Betrieb. Doch wie normal ist der Besuch am Sportplatz? Schließlich gehört für den Zuschauer neben einem Spiel auch die Verpflegung und der Besuch im Vereinsheim dazu.



Durch die Corona-Krise gab es tiefe Einschnitte in der Gesellschaft. So natürlich auch im Sport, denn nicht nur die Begrenzung auf maximal 250 Zuschauern bei Heimspielen sorgt für Einnahmeverluste. Da die Pandemie alle betrifft, mussten Sponsoren ihr Engagement teils herunterfahren oder gänzlich einstellen. Die Vereine atmen zum Teil durch, dass zumindest die Vereinsheime seit dem 6. Juli wieder geöffnet sein dürfen.

"Ist das Vereinsheim zum Beispiel 60 qm groß, dürfen sich beispielsweise 20 Leute darin aufhalten (3 qm pro Person)", heißt es in einer Mitteilung des Landkreises Fulda. Bei Verkäufen ist dabei keine Grenze gesetzt, die Zuschauer müssen nicht auf ihre Bratwurst und das Bier am Sportplatz verzichten. Trotzdem: Manche Vereine müssen in dieser Woche noch auf die Genehmigung zur Vereinsheimöffnung warten, manche lassen sie direkt geschlossen.

Die SG Barockstadt ...

Wichtig ist, dass die Vereine besonders bei Stoßzeiten wie in der Halbzeit oder nach dem Schlusspfiff ein "infektionsgefährdendes Zusammentreffen verhindert wird". Servicepersonal und Gäste müssen ein Mund-Nasen-Schutz tragen, Getränke sollen aus Flaschen verkauft werden. In Vereinsheimen, immer ein beliebter Treffpunkt nach den Spielen, soll ebenfalls ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, der nach Einnahme des Sitzplatzes abgenommen werden darf. Doch hier sieht die Situation etwas anders aus als an der Würstchenbude am Sportplatz.

Wir haben uns bei Sportvereinen der Region umgehört:

Volker Bagus (SG Barockstadt): "Wir werden das Vereinsheim in der Johannisau aufmachen, allerdings nur mit Stehtischen und es können nur so viele rein, wie auch rein dürfen. Das ist durch die Quadratmeteranzahl vorgegeben. In Lehnerz steht es noch nicht fest, da wollen wir es aber ähnlich wie in der Johannisau machen. Da müssen wir uns natürlich im Regelwerk bewegen. Die Leute kennen die Regeln mittlerweile und wir sind guter Dinge, dass die Fans das auch hinbekommen."

Matthias Kremer (FC Eichenzell): "Es wird alles so verlaufen wie bei den Testspielen. Bei uns wird es nur einen Getränkeverkauf und den Bratwurststand geben, die Getränke werden auch nur aus Flaschen verkauft. Da ist auch alles ausdeklariert, es wird einen Eingang und Ausgang geben, das ist alles ausgeschildert. Das Vereinsheim selber machen wir gar nicht auf."

Frank Happ (SV Flieden): "Wir haben einen Antrag auf Erhöhung der Zuschauerkapazität und der Nutzung des Vereinsheims als Gaststätte gestellt. Wir hätten dann Platz für 65 Gäste, an der Theke gibt es ein Einbahnstraßensystem. Beim Angebot gibt es keine Einschränkungen, außer, dass wir zum ersten Spiel keine Kuchenbar haben werden, weil wir alles erst einmal testen müssen. Außerdem müssen sich die Gäste beim Eintritt in das Vereinsheim ein zweites Mal registrieren. Wird der Antrag nicht genehmigt, ist das Vereinsheim eine reine Getränkeausgabe, dann dürfen sich keine Gäste dort aufhalten. Zulassen können wir das nicht, wir sind einfach angewiesen auf die Einnahmen." (tw) +++