Osthessen Sport
Carsten Dücker ist seit 22 Jahren Schiedsrichter aus Leidenschaft Archivbilder (2): Jonas Wenzel (Yowe)

25.06.2020 - REGION

Wie halten sich Unparteiische fit?

Schiedsrichter Carsten Dücker spricht aus 22 Jahren Erfahrung

Wie halten sich Schiedsrichter eigentlich während Corona fit? – ON|Sport hat nachgefragt. Carsten Dücker ist seit 22 Jahren Schiedsrichter und greift auf eine Menge Erfahrung zurück. Er selbst bezeichnet diese als Trickkiste. Wie er und andere Schiedsrichter sich in der Corona-Zeit fit halten, hat er uns verraten.

"Vom Grundprinzip her gibt es zwischen Fußballern und uns keinen großen Unterschied", beschreibt Carsten Dücker. Das Grundprinzip von Fußballern und Schiedsrichtern sei deshalb das Laufen. Dennoch gibt es Unterschiede. "Ein Fußballer hat zum Beispiel feste Zeiten, wann er ins Training geht. In der Situation, in der wir uns gerade befinde, bekommt er eventuell auch einen individuellen Trainingsplan ausgestellt", schildert der 38-Jährige.

Carsten Dücker (m.) mit seinen Assistenten ...

Bei den Schiedsrichtern sieht das hingegen anders aus. Sie arbeiten alleine, halten sich selbst fit. Eigendisziplin ist hierbei gefragt. "Ich persönliche arbeite zurzeit nur an meiner Grundausdauer und versuche drei- bis viermal in der Woche laufen zu gehen", erklärt Carsten Dücker seinen persönlichen Trainingsplan. Aber auch hierbei gibt es von Schiedsrichter zu Schiedsrichter Unterschiede. "Es gibt auch Kollegen, die auf einen Sportplatz fahren und die Bahnen hoch und runter sprinten. Dafür bin ich aber nicht der Typ."

Während ein Fußballer nun im Training auch Taktikeinheiten hat, fallen diese bei Schiedsrichtern weg. "Eine Taktik eignet man sich selbst an, ebenso wie den Stil", stellt Carsten Dücker klar und hebt noch etwas wichtiges hervor: "Ein Schiedsrichter lebt von Erfahrung und Talent."

Corona wirkt sich auch auf Schiedsrichter aus

Carsten Dücker hat das Glück und kann auf eine Erfahrung von 22 Jahren zurückgreifen. Der aus dem Nüsttal stammende 38-Jährige pfeift für die TSG Mackenzell bis zur Fußball-Hessenliga. Und gerade diese Erfahrung lässt ihn nachdenklich werden, wenn er an die Zeit nach Corona denkt. "Wir sind, wie Fußballer auch, einem absoluten Mangel an Spielpraxis ausgesetzt", schildert Dücker. Learning by doing – so ist es auch bei den Schiedsrichtern. Gerade junge Unparteiische werden es nach dieser langen Pause nicht einfach haben. "Man merkt selbst schon nach der Winterpause, dass man sich erstmal wieder einfinden muss", ist Dücker ehrlich, denn sagt er auch, dass man dies nicht pauschalisieren dürfe. 
 
Ungewöhnlich sind für die Schiedsrichter auch die freien Wochenenden. "Ein normaler Hessenliga-Spieltag beginnt für mich gegen 11:30 – 12 Uhr. Nach Hause kommt meistens erst gegen 21 Uhr", beschreibt Dücker einen normalen Spieltag. Durch Corona fällt dies aber weg – keine Spiele, keine Schiedsrichter. "Man hat nun seltsam viele freie Sonntage, bei blendendem Wetter – jetzt zum genießen", sagt Dücker und merkt an, das etwas fehle, "immerhin mache ich das seit 22 Jahren." Und genau hier sieht der erfahrene Schiedsrichter wiederum ein Problem. "Viele haben nun das freie Wochenende schätzen gelernt. Es würde mich nicht wundern, wenn viele meiner Kollegen nun weniger pfeifen wollen." Besonders in den unteren Ligen, so Dücker, könnte es einen Schwund an Schiedsrichtern geben.

Trotz allen Vor- und Nachteilen, möglichen Schwierigkeiten oder Schwund an Schiedsrichtern ist für Carsten Dücker klar, dass die Schiedsrichterei eine der schönsten Sachen der Welt sei, "und das obwohl es für viele ein undenkbares Hobby und eine seltsame Form von Spaß ist." Für Carsten Dücker ist die Schiedsrichter sein ein Hobby, bei dem er mehr als viel Spaß hat - und das seit 22 Jahren. (fvo) +++

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