Osthessen Sport
Johannes Litwinow ist Athletiktrainer bei den Frauen von RB Leipzig. Fotos: Carina Jirsch

06.08.2020 - FULDA

ITK, RB und neurozentriertes Training

Johannes Litwinow schärft die Sinne der RB Leipzig-Frauen

Seit 2018 ist der gebürtige Fuldaer Johannes Litwinow Athletiktrainer bei RB Leipzig. Zuerst bei der weiblichen U17, seit 2019 dann bei der Frauen-Fußballmannschaft. Im Gespräch mit ON|Sport erzählt der 30-Jährige von seiner Arbeit bei RB, die eigentlich eine Art "Nebenberuf" ist. Zudem hat er das neurozentrierte Training bei den Leipziger Damen eingeführt.

Sport spielte im Leben von Johannes Litwinow schon immer eine große Rolle. In seiner Kindheit probierte "Wanja", wie er von Freunden und Familie genannt wird, viele Sportarten aus, studierte Sportwissenschaft und kam dadurch zu seinem Beruf als Lehrkraft im Internationalen Trainerkurs (ITK) an der Universität in Leipzig. Dort leitet Litwinow den Fußball- und Athletiktrainerkurs. Nebenberuflich ist er als Athletiktrainer bei der Damenmannschaft von RB Leipzig tätig, die vergangene Saison den Aufstieg in die 2. Bundesliga geschafft hat.

Foto: Verein

Der 30-Jährige erzählte über seine Tätigkeiten ...

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Neuromeets mit Felix Glücklederer und Jannik ...

Aufwärmen vor dem DFB-Pokalspiel der RB-Frauen ...


"Beim ITK vermittele ich die Theorien der Sportwissenschaft, während ich diese bei RB praktisch anwende und dadurch weiterentwickeln kann", beschreibt der 30-Jährige die Verknüpfung seiner zwei Jobs. "Ziel ist es", berichtet er über die Arbeit an der Sportwissenschaftlichen Fakultät, "in Entwicklungsländern Sportstrukturen inhaltlich sowie strukturell durch unser Weiterbildungsstudium zu verbessern, um Vorurteile abzubauen, Minderheiten zu stärken sowie Bildungschancen für Kinder und Jugendliche zu ermöglichen."

Vom Fußball- zum Athletiktrainer

2018 kam dann der Kontakt zu RB Leipzig zustande, da Litwinow als Jugendtrainer bei der U14 der SG Olympia tätig war. Zunächst sollte der 30-Jährige als U15-Trainer ins Boot geholt werden, dem "Fußballtrainer-Geschäft" kehrte Litwinow in dieser Zeit allerdings den Rücken. Eine Woche später kam ein erneutes Angebot, diesmal als U17-Athletiktrainer. Im Sommer 2019 schließlich folgte die Beförderung in die erste Frauenmannschaft. Dabei wäre Litwinow beinahe nicht bei RB gelandet, da er kurz davor war, selbständig zu werden.

Seit 2016 bildet sich Litwinow nämlich im Bereich des neurozentrierten Trainings im Ausland weiter und baut sich damit im Hintergrund ein drittes Standbein auf. Mit diesem Ansatz erweitert er seine Kernkompetenzen der physischen und kognitiven Leistungssteigerung, Prävention- und Rehabilitation. "Aufgrund der Ausbildung habe ich "neuromeets" kreiert, eine Plattform, bei der es darum geht, Menschen aus unterschiedlichen Bereichen, Institutionen und Unternehmen zu diesem Thema aufzuklären und bei Bedarf langfristig zu integrieren." Bei RB Leipzig lässt er das neurozentrierte Training bereits einfließen.

Neurozentriertes Training ist auch Sicht von ...

Johannes Litwinow beim Aufwärmen vor dem ...Fotos: privat

ITK FB englisch

ITK-Trainerlehrgang in Kasachstan beim FC Kairat


"Die Basis für motorische Handlungen sind sensorische Reize, die über visuelle, vestibuläre und propriozepeptive Informationen übertragen werden. Wenn eines dieser Systeme nicht adäquat funktioniert, kann das motorische Output darunter leiden", so Litwinow. "Ziel meiner Arbeit ist es, diese Systeme zu testen und zu trainieren, um die sportartspezifische Handlung zu verbessern." Somit behandelt Litwinow Themen wie Leistungssteigerung, Beweglichkeit und Schmerzreduktion.

"Ich sehe großes Potenzial"

Als Beispiel zieht er die Arbeit mit einer Handballerin aus der 1. Bundesliga heran: "Ich arbeite mit einer Handballerin zusammen, die unter anderem eine Bewegungslimitierung in beiden Sprunggelenken aufweist. Durch spezielle visuelle Übungen konnten wir ihre Bewegungsamplitude verbessern. Für technisch saubere Kniebeugen ist dieses Ergebnis essenziell. Dieser Ansatz lässt sich aber auch in anderen Bereichen außerhalb des Sports anwenden, da Menschen am Arbeitsplatz, in der Reha oder sogar in der Schule oftmals das visuelle oder vestibuläre System unterschätzen beziehungsweise nicht aufgreifen. Hier sehe ich noch großes Potenzial."

Das Thema scheint in Europa langsam und so auch in Deutschland anzukommen. "Ich bin gespannt, wohin sich das alles entwickelt", so der 30-Jährige. Kontakt nach Fulda pflegt Johannes Litwinow, aber eher den Draht zu Eltern und Freunden: "Der Kontakt ist gut. Zeitlich kann ich es mir jedoch nicht leisten, jeden Monat herzufahren. Da meine Eltern und einige Freunde hier wohnen, vermisst man Fulda schon, dennoch bin froh in so einer tollen Stadt wie Leipzig zu leben." (Tino Weingarten) +++

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