Alexander Jobst, Vorstand Marketing bei S04, über die Auswirkungen der Corona-Krise im Fußball. picture alliance/Guido Kirchner/dpa

18.09.2020 - GELSENKIRCHEN

Vor dem Bundesliga-Start

Alexander Jobst im Interview: "Branche bedingt krisenresistent"

Am Freitag startet die Fußball-Bundesliga in die Spielzeit 2020/2021, das Eröffnungsspiel tragen der Meister FC Bayern München und der FC Schalke 04 aus. Im Vorfeld des Saisonstarts haben wir uns mit dem Eichenzeller Alexander Jobst, Vorstand Marketing der Königsblauen, über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den deutschen Fußball unterhalten.

Die Corona-Krise hat die gesamte Bevölkerung hart getroffen, so auch die Bundesligisten während und nach der Saison-Unterbrechung. "Kein Fußballverein ist vor einer Krise im aktuellen Ausmaß wirtschaftlich gefeit – es hat sich gezeigt, dass die Branche nur bedingt krisenresistent ist", sagt Alexander Jobst im Interview mit ON|Sport. Viele Einnahmen brachen plötzlich weg, die Jahresplanung durch Corona musste über Bord geschmissen werden. 

Die Königsblauen stürzte die Unterbrechung der Saison und der Wegfall wichtiger Einnahmen in eine bedrohliche finanzielle Situation. "Für uns war deshalb vom ersten Moment an wichtig, Schalke 04 in seinen bestehenden Strukturen und mit seinen wichtigsten Finanz- wie Sponsoren-Partnern wirtschaftlich durch die Corona-Krise zu führen. Durch ein umfangreiches Sparmaßnahmenpaket ist uns dies auch gelungen", so Jobst.

Doch was würde den Vereinen aus finanzieller Sicht bei einer erneuten Unterbrechung der Saison bevorstehen?

"Das hängt – nicht nur für uns – von sehr vielen Variablen ab, die aktuell nur schwer absehbar sind. Klar ist: Es wäre lediglich eine Frage der Zeit, wann es für viele Bundesligisten bei fehlenden TV-Raten auf der Einnahmeseite wirtschaftlich eng wird. Doch ich bin guter Dinge, dass dieses Szenario nicht eintritt.

Wir haben für Schalke 04 ein sehr gut ausgearbeitetes Hygiene- und Schutzkonzept entwickelt, das mit den lokalen Behörden und der Deutschen Fußball Liga abgestimmt ist. Wir sind also vorbereitet für eine Teilzulassung in den Stadien und gehen zuversichtlich in die neue Bundesliga-Saison. Entscheidend wird immer die aktuelle Infektionslage sein. Ich habe mich schon häufig des Satzes bedient: "Wir fahren auf Sicht" – aber er gilt aktuell konsequent."

Im Fußball-Geschäft sieht der 46-Jährige eine Abkühlung. "Das merkt man aktuell deutlich an einem sehr ruhigen Transfermarkt - national wie international. Für die starke gesellschaftliche Verankerung des Profifußballs nach Corona wird es wichtig sein, sportlich und wirtschaftlich Lehren aus der Krise zu ziehen – diese dürfen nicht kurz-, sondern müssen langfristig angelegt sein." 

12.000 Zuschauer für die Veltins-Arena

In der Woche vor dem Bundesliga-Start entschieden Bund und Länder, dass die Stadien zu 20 Prozent ausgelastet sein dürfen - etwas mehr als 12.000 Zuschauer dürfen ins Schalker Stadion. Wie Jobst erklärt, erstellten alle Bundesligisten in den vergangenen Wochen und Monaten einen Finanzplan, "der die wirtschaftliche Stabilität der Vereine auch ohne die Zuschauer-Einnahmen gewährleistet." Die Teil-Zulassung soll sechs Wochen lang getestet werden. Möglich also, dass es bei den 20 Prozent bleibt, danach mehr ins Stadion dürfen oder erneut eingeschränkt wird. Darauf sollen die Vereine der Bundesliga vorbereitet sein.

Seit März ist Jobst auch Teil einer "Corona Task-Force". Ein Krisenstab, der alle Corona-bedingten Themen strukturiert und darüber entscheidet. Ansonsten habe sich sein Tagesablauf durch die Pandemie kaum verändert: "Viele externe Meetings laufen über Videokonferenzen ab. Ich fahre täglich in die Geschäftsstelle, nehme – unter Berücksichtigung der Hygienemaßnahmen – Termine wahr und kümmere mich gemeinsam mit Jochen Schneider und unseren Mitarbeitern regulär um das Tagesgeschäft."

"Solider und zukunftsgerichteter aufstellen"

Die Corona-Krise habe, so Jobst, dem Verein die wirtschaftlichen Grenzen und Risiken unmissverständlich aufgezeigt.  "Als FC Schalke 04 müssen wir uns noch solider und zukunftsgerichteter aufstellen – daran arbeiten wir aktuell mit Hochdruck", sagt der 46-Jährige. Und dann wäre da noch der Saisonauftakt gegen den Triple-Sieger Bayern München. An dem hat Alexander Jobst keinen Einfluss, einfachere Aufgaben wird es für seine Schalker sicherlich trotzdem gegeben haben. (Tino Weingarten) +++

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