Sportliche Einrichtungen sollten bei Lockerungen priorisiert werden, fordert die Ärzteschaft. Symbolbild: Pixabay

29.01.2021 - REGION

Sporteinrichtungen priorisieren

Michael P. Conze: "Der Lockdown macht die Bevölkerung nicht gesünder"

Seit drei Monaten müssen Menschen auf ihre Sport-Gewohnheiten verzichten. Fitnessstudio oder Vereinssport? Seit dem 1. November lahmgelegt. Prof. Dr. Jörg Loth aus dem Vorstand der IKK Südwest fordert nun eine Priorisierung dieser Branche. Der Fuldaer Sportkardiologe Michael P. Conze erkennt in der langen Sportpause eine gesundheitliche Verschlechterung der Patienten.

Die Begründung Loths: "Fitnessstudios sind nicht nur mit Lifestyle und Krafttraining verbunden, sondern sie leisten einen ganz wesentlichen Beitrag in Therapie, Rehasport und Prävention." Die Folge: Die Zahl der Zivilisationskrankheiten wie Diabetes, Übergewicht oder Bluthochdruck nehme kontinuierlich zu.

Gesundheit kämpft gegen Gesundheit

Sportmediziner ...Archivfoto: Carina Jirsch

Sportkardiologe Michael P. Conze aus dem MVZ Altstadt Carré in Fulda sieht das ähnlich: "Da gibt es genügend Untersuchungen und auch viele Patienten berichten darüber." Zwar könnte man die gesundheitlichen Folgen künftig im Griff haben, zu Verschlechterungen käme es aber allemal. "Die Bevölkerung wird durch den Lockdown nicht gesünder", betont Conze daher.

Es scheint auf einen Kampf Gesundheit gegen Gesundheit hinauszulaufen. Auf der einen Seite die gesundheitliche Verschlechterung bei den Menschen, auf der anderen Seite die Gefahr vor möglichen Ansteckungen mit Covid-19. Prof. Dr. Loth appelliere daher auch nicht an eine sofortige Öffnung: "Ich schlage vor, sobald wir den Inzidenz-Wert weiter deutlich senken konnten, dass dann die Fitness- und Gesundheitsbranche, aber auch der Vereinssport, priorisiert wird und frühzeitig mit den Aktivitäten eingestiegen werden kann."

"Auch 50er Inzidenz noch ein enormer Wert"

Möglichkeiten gebe es einige, die Ansteckungsgefahr noch weiter zu senken: Die Anzahl der Menschen im Fitnessstudio begrenzen oder Terminvorgaben einführen. Gruppen würden in der Personenstärke reduziert werden. Loth schlägt vor, bei einer Inzidenz von 50 wieder zu öffnen, Michael P. Conze stimmt dem aber nicht zu: "50 ist auch noch ein enormer Wert. Besser wäre es, noch niedriger zu sein."

Bis dahin ist die Botschaft des Sportkardiologen: "Ich kann nur appellieren, dass man etwas zuhause macht. Oder draußen. Draußen passiert nichts." Durch unzählige Videos auf YouTube wäre es ein einfaches, in nur wenigen Minuten etwas für sich zu machen und der eigenen Gesundheit damit einen enormen Gefallen zu tun. (Tino Weingarten) +++

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