Noch ist Homosexualität im Fußball ein Tabuthema. Foto: picture alliance / GES/Marvin Ibo Güngör | Marvin Ibo Güngör

19.02.2021 - REGION

"Ihr könnt auf uns zählen"

800 Fußballer:innen setzten Zeichen gegen Homophobie im Fußball

Aktive Fußballer, die sich offen zu ihrer Homosexualität bekennen? Derzeit undenkbar. 800 Spieler und Spielerinnen haben sich nun durch die vom Fußballmagazin 11 Freunde initierten Aktion "Ihr könnt auf uns zählen" mit ihren homosexuellen Kolleg:innen solidarisiert. Die Aktion sorgt inzwischen nicht nur auf Profiebene für Aufsehen, auch im Amateurbereich entwickelt sich eine große Solidaritätswelle.

Mit Thomas Hitzlsperger gibt es bislang erst einen namhaften deutschen Fußballer, der sich offen zu seiner Homosexualität bekannt hat – allerdings auch erst nach seiner aktiven Karriere. Bei vielen dürfte die Angst vor Ausgrenzung innerhalb der Mannschaft, Beleidigungen von Fans und einer enorm gesteigerten Aufmerksamkeit einfach zu groß sein.

Mit der Aktion "Ihr könnt auf uns zählen" sichern 800 Fußballer:innen ihren Kollegen nun Unterstützung zu. Eine Aktion, wie es sie im deutschen Fußball noch nicht gab. "Wir werden euch unterstützen und ermutigen und, falls notwendig, auch gegen Anfeindungen verteidigen. Denn ihr tut das Richtige, und wir sind auf eurer Seite", heißt es in dem Solidaritätsschreiben, welches das Magazin "11 Freunde" in seiner jüngsten Ausgabe veröffentlicht.

Homophobie auch im Amateurbereich ein Thema 


Inzwischen hat die Aktion die ganze Fußballszene erfasst. Vereine, Verbände, Fans und Journalisten schließen sich ihr an. So auch der hessische Fußballverband. Auf seiner Homepage schreibt er: "Die Erklärung der Profis ist das eine, das Thema im Amateurfußball anzugehen, jedoch das andere. Das Gros der Fußballer:innen in Deutschland ist auf Amateurebene tätig. Aus Angst vor Ausgrenzung und Anfeindung trauen sich auch hier Spieler*Innen nicht, offen zu ihrer Sexualität zu stehen. Wir wollen zeigen, dass sich die Zeiten geändert haben und diese Ängste und Sorgen - die vor allem von Erfahrungen und Einstellungen vergangener Jahrzehnte zum Thema "Homosexualität im Fußball" gespeist sind – mindern. Wir hoffen, mit dieser Aktion und Ihrer Unterstützung auch im Amateurfußball einen Anstoß dazuzugeben, dass Vereine und Mitspieler von sich aus einen Raum schaffen, der Spielern und Spielerinnen, die mit einem Coming-out ringen, etwaige Ängste nimmt. Lassen Sie uns alle gemeinsam ein geschütztes Umfeld schaffen, in der jede*r sich frei entfalten kann."

Wichtig ist: Mit der Aktion soll niemand zu einem Coming-Out gedrängt werden. Es ist allerdings ein starkes Signal, an dem sich hoffentlich noch viele Vereine und Fans in ganz Deutschland beteiligen werden. Vielleicht ja auch aus Osthessen. (fh) +++

Über Osthessen News

Kontakt
Mediadaten
Werbung
Impressum

Apps

Osthessen News IOS
Osthessen News Android
Osthessen Blitzer IOS
Osthessen Blitzer Android

Service

Blitzer / Verkehrsmeldungen Stellenangebote
Gastro
Mittagstisch
Veranstaltungskalender
Wetter Vorhersage

Social Media

Facebook
Twitter
Instagram

Nachrichten aus

Fulda
Hersfeld Rotenburg
Main Kinzig
Vogelsberg
Rhön