DFB-Präsident Fritz Keller steht für seine Äußerungen gegenüber Vizepräsident Rainer Koch stark in der Kritik Foto: picture alliance/dpa | Arne Dedert

28.04.2021 - FRANKFURT AM MAIN

Auch HFV verurteilt Äußerungen

Nach Nazi-Vergleich: Erste Verbände rücken von DFB-Präsident Keller ab

Es kehrt weiter keine Ruhe ein beim Deutschen Fußball Bund (DFB). Wieder einmal im Mittelpunkt: DFB-Präsident Fritz Keller. Der hatte in einer Präsidiumssitzung Vizepräsident und Jurist Rainer Koch mit dem Nazi-Richter Roland Freisler verglichen. Jetzt meldet sich der Süddeutsche Fußball-Verband, in dem auch der HFV vertreten ist, zu Wort und verurteilt die Wortwahl von Keller aufs Schärfste. 

Mit Entsetzen und völligem Unverständnis habe das Präsidium des Süddeutschen Fußball-Verbandes (SFV) auf die Äußerungen und die Wortwahl von DFB-Präsident Fritz Keller in Richtung von DFB-Vizepräsident und SFV-Präsident Dr. Rainer Koch reagiert. "Dies ist eine Äußerung, die völlig inakzeptabel ist. Unser Präsident Dr. Rainer Koch verdient Respekt und wir wissen, dass er sich in den Dienst der Sache stellt, um den Amateurfußball zu sichern", heißt es in einem Statement. 

Wer war Roland Freisler? 


Roland Freisler war im Dritten Reich Präsident des Volksgerichtshofs. Er verhängte rund 2.600 Todesurteile, ließ unter anderem die Hitler-Attentäter vom Juni 1944 und die Geschwister Scholl hinrichten. Freisler war auch Teilnehmer der sogenannten Wannsee-Konferenz, auf der der Holocaust organisiert wurde. "Gerade als langjähriger Vorsitzender Richter ist es völlig abwegig, ihn auch nur ansatzweise in die Nähe des höchsten Repräsentanten der unsäglichen und menschenverachtenden Willkürjustiz des Dritten Reiches zu rücken", stellt der Regionalverband klar. 

Neben dem SFV hat sich inzwischen auch der zweite Fußball-Verband von Keller distanziert. Gegenüber Sport1 sagte Uwe Döring, Präsident des Schleswig-Holsteinischen Fußballverbandes: "Es ist für mich unfassbar und ich glaube, dass eine große Anzahl an Landesverbänden der Meinung sein wird, dass wir jetzt einen außerordentlichen Bundestag brauchen werden, in dem sich alle zur Wahl stellen müssen. Anders geht es nicht." Das Bild, das der DFB in der Spitze abgibt, gebe wahnsinnig viel Grund und Anlass zu Sorge.  Döring meint: "Wenn das jetzt wirklich so war, war das eine nicht zu entschuldigende Entgleisung."

Keller entschuldigt sich


Fritz Keller hat sich inzwischen für seine Äußerung entschuldigt. ""Manchmal fallen in Kontroversen Worte, die nicht fallen sollen und nicht fallen dürfen. Dafür habe ich mich in aller Form persönlich im Gespräch wie auch schriftlich bei Rainer Koch entschuldigt", sagte er. Ob dies ausreichen wird, um die Wogen zu glätten, bleibt abzuwarten. (fh/pm)+++

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