Ein Bild aus besseren Tagen. Derzeit gibt es für die SG Festspielstadt wenig zu jubeln Archivfotos: ON

09.06.2021 - BAD HERSFELD

Rolf Malachowski war die Stimme der SG Hessen

Abstieg der SG Festspielstadt: "Es ist einfach nur traurig"

Der freiwillige Abstieg der SG Festspielstadt von der Kreisoberliga in die Kreisliga B hat viele Fußballfans in und um Bad Hersfeld (Landkreis Hersfeld-Rotenburg) überrascht und geschockt. Der Verein, der als SG Hessen Hersfeld, noch in der Oberliga spielte, droht nun endgültig in der Versenkung zu verschwinden. Der ehemalige Vorsitzende und langjährige Stadionsprecher, Rolf Malachowski, leidet mit seinem Herzensverein.
 

Rolf Malachowski Foto: FDP Bad Hersfeld

Malachowski war fast 30 Jahre lang in führender Funktion beim SV Hessen Hersfeld tätig. Zunächst als Stadionsprecher und später über sieben Jahre als erster Vorsitzender. In der Zeit hat er viel erlebt. Vermutlich könnte er ganze Bücher über die wechselvolle Geschichte des Traditionsvereins schreiben. Eine derart ausweglose Situation wie jetzt hat er aber auch noch nicht erlebt.
 
"In meiner Zeit gab es auch Krisen. Beispielsweise als wir durch die hohen Kosten durch den Frauen-Bundesliga-Handball in finanzielle Schieflage gerieten. Doch wir haben alles gemeistert. Jetzt fühlt es sich an als wäre es umsonst gewesen", sagt er enttäuscht.

Hessentag als Problem 

Malachowski, der sich seit neun Jahren aus allen führenden Ämtern zurückgezogen hat und als gelernter Finanzbeamter nur noch die Jahresabschlüsse verantwortet, macht den aktuell Verantwortlichen dabei nicht einmal einen Vorwurf. Der Grund für den rasanten Absturz liegt für ihn woanders. "Wir hatten hier einen wunderschönen Hessentag, der allerdings einen Verlierer hervorgebracht hat: Die SG Festspielstadt."
 

Das renovierte Stadion an der Oberau

Denn um das Stadion an der Oberau hessentagstauglich zu machen, musste es umgebaut und renoviert werden. Die SG Festspielstadt musste dafür ausziehen und ist bis heute noch nicht zurückgekehrt. Damit fielen auch die so wichtigen Einnahmen aus der Vereinsgaststätte und der Bandenwerbung weg. "Ohne die kann man heute nicht mehr überleben, Mitgliedsbeiträge und Sponsoren können das nicht ausgleichen. Daher kommt das Ganze für mich nicht überraschend", sagt Malachowski.

Auch wenn die Stadionproblematik sicherlich schon seit längerem bekannt ist, sieht Noah Seitz aus dem Vorstand der SG Festspielstadt die Gründe für den Abstieg anders gelagert. "Uns haben in kurzer Zeit viele Spieler überraschend verlassen, darauf konnten wir nicht mehr reagieren. Da uns auch unser ehemaliger Co- und designierte Cheftrainer, Emmanuel Crawford, verlassen hat und einige Spieler ihm gefolgt sind, kamen wir in einen Teufelskreis, aus dem wir uns nicht mehr befreien konnten. Wir konnten keine Spieler von uns überzeugen, da sie wissen wollten, wer Trainer wird. Und die Trainer haben uns abgesagt, weil keine Spieler da waren." So blieb nur der schwere Gang in die B-Liga. 

Die Hoffnung stirbt zuletzt 

Nun war die Geschichte der SG Festspielstadt und ihrer drei Gründungsvereine, SG Hessen Hersfeld, SVA Bad Hersfeld und der Spielvereinigung Bad Hersfeld schon immer ein ständiges auf und ab. Doch das sich der Verein in der nächsten Zeit von diesem Nackenschlag erholt, glaubt Malachowski nicht: "Nach jetzigem Stand glaube ich nicht, dass es so schnell wieder bergauf geht. Es ist einfach nur traurig." Ihm und den vielen anderen Fans bleibt wohl nur die Hoffnung. Denn die stirbt ja bekanntlich zuletzt. (fh)+++

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