Countdown zum Jubiläum läuft

"Wer hat schon ein mittelalterliches Königsgrab?" - Buchvorstellung

Fotos: Knut Apel - Buchvorstellung (von links): Dr. Thomas Heiler, Dr. Thomas Imhof, OB Dr. Heiko Wingenfeld, Josef Hoppe und Professor Tilman Kälble

20.02.2019 - Der Countdown läuft: In drei Wochen, am 12. März, beginnen die offiziellen Feierlichkeiten zum großen Jubiläumsjahr. Dann wird nicht nur an die Gründung des Klosters Fulda vor 1275 Jahren erinnert, sondern unter anderem auch daran, dass König Konrad I. vor 1.100 Jahren in der Ratgar-Basilika, dem Vorgängerbau des heutigen Doms, zu Grabe getragen wurde.



Zum geschichtlichen Hintergrund: Die Regentschaft Konrads I. wird mittlerweile in der Forschung als Grundlage der politischen Ordnung Deutschlands gesehen, weil er – und das ist an dieser Stelle sehr, sehr verkürzt dargestellt – nicht seinen schwachen Bruder zum Nachfolger erklärte, sondern einen ehemaligen starken Gegner, nämlich den Sachsenherzog Heinrich, der in Quedlinburg residierte. Diesen beiden historischen Regenten widmet sich ein neues Buch mit dem Titel "Fulda und Quedlinburg - die königlichen Bestattungsorte", das im Michael Imhof Verlag erschienen ist und am Dienstagvormittag im Stadtschloss vorgestellt wurde.

"Fulda gilt ja gemeinhin als Barockstadt", sagte Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld, "aber allein die Tatsache, dass Konrad hier begraben werden wollte, belegt, dass Fulda auch schon im 9. und 10. Jahrhundert eine große Bedeutung im Reich hatte." Bereits vor zwei Jahren habe eine Tafelausstellung über König Konrad in Fulda und Quedlinburg über 18.000 Besucher angelockt. Eine wesentliche Würdigung werde Konrad im Jubiläumsjahr durch ein Denkmal des Künstlers Franz Erhard Walther "an prominenter Stelle im öffentlichen Raum" erfahren, deutete der OB an und übergab das Wort an Josef Hoppe von der „Bürgerschaftlichen INITIATIVE“.

Probeblättern mit Wolfgang Imhof (links) und ...

Deren großes Verdienst ist es, Konrad I. in der deutschen Historienforschung in ein neues Licht gerückt zu haben. Denn über Jahrhunderte galt dieser als Verlierer der Geschichte. Erst ein im Jahr 2005 in Fulda abgehaltenes Symposium, das von der FAZ als „Königskonferenz“ betitelt wurde, revidierte das Bild Konrads. Hoppe stellte fest, dass nur wenige Städte von sich behaupten können, ein mittelalterliches Königsgrab zu haben, und hielt einen profunden Kurzvortrag mit vielen Einzelheiten über die damalige politische Gemengelage.

An der Pressekonferenz nahmen auch teil Professor Tilman Kälble, Präsident des Rotary Clubs Fulda, der das schön aufgemachte Buch maßgeblich mitfinanziert hat, Wolfgang und Dr. Thomas Imhof vom Michael Imhof Verlag sowie Kulturamtsleiter Dr. Thomas Heiler, der selbst zwei Texte beigesteuert hat und befand: "Für 14,95 Euro ist das Buch nicht nur für jeden erschwinglich. Es ist darüber hinaus auch nicht unbedingt für ein Fachpublikum gedacht, sondern soll jeden Interessierten ansprechen." (mw) +++