Zur Sonderschau "1.000 Jahre Münzrecht"

Der Countdown läuft: Vorbereitungen zum Jubeljahr gehen in die heiße Phase

Fotos: Carina Jirsch - Spielfiguren aus einem alten Fulda-Spiel

09.03.2019 - Der Countdown läuft: Am kommenden Dienstag, 12. März, fällt der offizielle Startschuss für das große Fuldaer Jubiläumsjahr. In einer ökumenischen Vesper mit Reden und Konzert im Dom wird zunächst um 18 Uhr an die Klostergründung vor 1275 Jahren erinnert. Im Anschluss wird gegen 20 Uhr im Vonderaumuseum eine Sonderausstellung mit dem Titel "Fulda handelt - Fulda prägt: 1.000 Jahre Münz-, Markt- und Zollrecht" eröffnet. Bereits am Donnerstag stellten das Organisationsteam um Museumschefin Dr. Sabine Fechter und Oberbürgermeister Dr. Heiko Wingenfeld das Ausstellungskonzept den Medien vor.



Von links: OB Dr. Heiko Wingenfeld, ...

Die Verleihungsurkunde aus dem Jahr 1019

Noch wird an diesem Nachmittag nach Kräften gewerkelt: Überall stehen Leitern und Tische mit Arbeitsmaterialien, so manche Vitrine hat noch keine Glasabdeckung, statt Texttafeln hängen provisorische Ausdrucke an den Wänden. Und doch bekommt man bei der exklusiven Führung schnell den Eindruck: Diese Ausstellung ist klug konzipiert und von der optischen Aufbereitung her sehr gelungen. Die Schau beleuchtet die wechselvolle Wirtschaftsgeschichte der Stadt anhand von (Kunst-)Handwerk, Handel und Industrie seit der Klostergründung in 744 bis in das Jahr 2019. "Die Exponate stammen zum Großteil aus den Museumsbeständen", erklärt Dr. Sabine Fechter, und Kuratorin Dr. Cornelia Halm ergänzt: "Wir haben aber auch Leihgaben von anderen Museen und der Hochschulbibliothek. Und etwa 15 Prozent haben Fuldaer Unternehmer beigesteuert."

Der Rundgang beginnt in einem abgedunkelten Raum im Erdgeschoss, in dem lichtempfindliche mittelalterliche Handschriften belegen, dass das Kloster früh ein bedeutender Wirtschaftsstandort war. Blickfang ist das bekannte Modell der Radgarbasilika, dem Vorgängerbau des heutigen barocken Doms, in dem - noch ein drittes Jubiläum - König Konrad I. vor 1.100 Jahren beigesetzt wurde (Siehe auch "Mehr zum Thema"). Dreh- und Angelpunkt dieser Abteilung ist das Privileg von 1019, mit dem Kaiser Heinrich II. Abt Richard das Münz-, Markt- und Zollrecht verlieh. "Die Urkunde ist erst gestern per Kurier vom Staatsarchiv Marburg geliefert worden", sagt Dr. Sabine Fechter.

Modell der Radgarbasilika

Mittelalterliche Handschriften aus Fulda

Der erste Stock widmet sich der Entwicklung im Mittelalter, als die Handwerker, organisiert in Zünften, das Rückgrat des städtischen Wirtschaftslebens waren. Von den Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges sollte sich Fulda schließlich nur langsam erholen. Erst im 18. Jahrhundert kamen neue wirtschaftliche Impulse von den barocken Landesherren, besonders unter Fürstbischof Heinrich von Bibra.

Beim Rundgang durch die Ausstellung

In der oberen Etage werden schlussendlich die ersten Industriebetriebe vorgestellt, die Wirtschaftswunderzeit und der Handel der Gegenwart. Beleuchtet wird ebenfalls die wechselvolle Geldgeschichte: von der ersten, wohl noch von Mönchen geprägte Münze über die folgenden Golddukaten aus dem Jahr 1672 und das Notgeld von 1923 bis zum bargeldlosen Zahlungsverkehr heute.

Münzen aus Fulda

OB Wingenfeld äußerste die Hoffnung, dass möglichst viele am Dienstag die Vesper im Dom und danach die Ausstellung im Vonderaumuseum besuchen. Und er stellte fest, dass Fulda in diesem Jahr eigentlich noch zwei weitere Jubiläen feiert: nämlich 1.200 Jahre Weihe der Ratgarbasilika sowie 1.300 Jahre Missionsauftrag von Bonifatius durch den Papst in Rom. Und damit hat bekanntlich alles angefangen. - Weitere Informationen über Öffnungszeiten und Eintrittspreise findet man unter https://www.stadtjubilaeum-fulda.de/programm/ausstellungen.html. Feiner Zug von der Stadt: Jeden ersten Sonntag im Monat ist der Eintritt frei. Und Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre müssen ohnehin nichts zahlen. (mw/pm) +++

Presserunde

Kuratorin Dr. Cornelia Halm

Wingenfeld knipst ...

... Wingenfeld

Schöner Name!