Geschichte kinderleicht erzählt

Zum Stadtjubiläum: Theaterpremiere des Klosterkrimis "Die verfluchte Seite 19"

Fotos: Jonas Wenzel, Stefan Zierau - König Konrad, Abt Ratgar und Sturmius haben ein ernstes Problem. Die Fotos wurden gemacht bei der ersten Durchlaufprobe am Mittwoch sowie bei der Generalprobe am Freitag.

31.03.2019 - Dass man auch Jungen und Mädchen für die 1275-jährige Geschichte Fuldas begeistern kann, zeigte am Samstagmittag die Premiere des von der Stadt in Auftrag gegebenen Kindertheaterstücks "Die verfluchte Seite 19" im Forum des Kanzlerpalais. Ein Jahr lang haben das Theater Mittendrin und das Freie Theater Fulda an der Produktion gearbeitet, und das Ergebnis kann sich sehen lassen.



Moderatorin Anna Michel stellt drei Persönlichkeiten ...

Der Spaß an dem spannenden, witzigen und lehrreichen Klosterkrimi begann bereits beim Eintritt in das clever ersonnene Bühnenbild, das den ganzen Saal ausfüllt und ihn in eine Haupt- und eine Nebenbühne sowie drei separierte Kammern teilt. Blickfang sind drei Bilderrahmen mit den Konterfeis von Sturmius, Abt Ratgar und König Konrad, die mächtig in der Patsche sitzen, denn ihre Geschichte droht in Vergessenheit zu geraten und das, obwohl es Fulda ohne sie vielleicht gar nicht gäbe.

Zum Plot: Der hinterhältige Mönch Scriborius hat das über 1.000 Jahre alte Buch der Fuldaer Geschichte mit einem Elixir behandelt, wodurch nach und nach alle wichtigen Überlieferungen verblassen. Einzig Kinder vermögen den Dreien zu helfen und den Fluch zu bannen. Doch die Zeit eilt: Wenn sie nicht bis zum letzten Gongschlag alle Erinnerungen wieder hervorgeholt haben, wird das heimtückische Werk des Scriborius nicht mehr aufzuhalten sein und Sturmius, Abt Ratgar und König Konrad werden für immer im Dunkel der Vergessenheit versinken.

Dies ist die Rahmenhandlung für ein interaktives Mitmach-Spektakel, bei dem die Kinder in drei Gruppen drei verschiedene Stationen durchlaufen: Im Zelt von Sturmius suchen sie spielerisch auf einer Landkarte einen passenden Ort, um dort das Kloster Fulda zu gründen; in der Mönchszelle von Abt Ratgar bauen sie mit Holzklötzen die Ratgar-Basilika nach; und im Königszelt von Konrad kämpfen sie als Sachsen und Bayern mit Ritterfiguren gegeneinander.

Im Zelt von Sturmius

Im Zelt von Abt Ratgar

Im Zelt von König Konrad

Flankiert werden diese Stationen von pfiffigen Trickfilm-Einspielungen des Filmemachers Felix Rudolf-von-Niebelschütz und Spielszenen, in denen das Wirken der drei Protagonisten veranschaulicht wird. Dort gibt es auch die nötigen Hinweise, mit denen die Kinder schließlich die verblassenden Stellen auf der verfluchten Seite 19 im Fuldaer Geschichtsbuch wieder füllen können. Und damit sind Sturmius, Ratgar und Konrad am Ende gerettet.

Pfiffige Trickfilme ...

... und lehrreiche Spielszenen

Mit sichtlichem Vergnügen bestritten die Jungen und Mädchen am Samstag diesen abenteuerlichen Parcours, durch den ein gut aufgelegtes Ensemble führte: Jessica Stukenberg (Sturmius), Barbara Gottwald (Ratgar), Christoph Gottwald (Konrad) und Anna Michel (Moderatorin) gelang in den Spielszenen die richtige Ballance zwischen Ernsthaftigkeit und Komödie. Auch beherrschen alle vier die Improvisation und können prima mit Kindern. Ein Höhepunkt war die Schlacht in König Konrads Zelt, wo Christoph Gottwald ein komödiantisches Kabinettstückchen ablieferte.

Finale

Das Ensemble backstage (von links): Barbara ...

Nach etwas über einer Stunde gab es viel Applaus für eine auf allen Ebenen funktionierende Produktion, die schon jetzt zu den Highlights des 1275-jährigen Fuldaer Stadtjubiläums gezählt werden darf. - Weitere Informationen zum Spielplan gibt es hier. (Matthias Witzel) +++