Wirtschaftsstandort Vogelsberg (14)

L.B. Profile setzt bei Fenster- und Türprofilen auf HighEnd und Recycling

Fotos: Luisa Diegel - Frank Rother in der heimischen Produktionsstätte in Herbstein.

13.03.2019 - Auf dem Gelände einer ehemaligen Schuh- und Schlappenfabrik in Herbstein befindet sich heute der Sitz der Firma L.B. Profile. Harte Zeiten musste das Unternehmen überstehen, heute gehört die Firma zu den führendsten kunststoffverarbeitenden Unternehmen und exportiert Fenster- und Türenprofile zu vielen Kunden in ganz Europa.

Seit 1994 gehörte die Herbsteiner Firma zu "Litchfield Brothers". Diese meldeten jedoch Insolvenz an, sodass das Unternehmen seit 2016 im Eigentum der bosnischen Firma Hifa Oil ist. Der Name blieb, denn dieser ist mittlerweile etabliert und hat sich weltweit einen guten Ruf gemacht. Semir Cajic ist heute verantwortlich für die Geschäftsführung. Ein großes Knowhow habe er bei der Belegschaft vorgefunden, die Stimmung sei jedoch sehr negativ gewesen. Seit etwa drei Jahren geht es bei L.B. Profile wieder bergauf: Ende 2018 schrieb das Unternehmen bereits wieder schwarze Zahlen. Mehr als eine Million Euro hat Hifa Oil bereits in den Standort Herbstein investiert - das gibt den 45 Mitarbeitern ein gutes Gefühl für die Zukunft.



Heute ist die Vogelsberger Firma europaweit aktiv und erfolgreich. "Wir stellen Fenster- und Türsysteme her", erklärt Sales Manager Frank Rother im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS. Dafür werden die Rohstoffe erwärmt, vermischt und in ein Werkzeug gepresst. Eine eigene Mischanlage steht dafür auf dem großen Firmengelände, "unser Mischrezept ist jedoch geheim", so Rother. Die Fensterprofile werden nämlich weltweit vertrieben, sogar in Ländern mit sehr hohen Temperaturen - auch dafür werden die Profile geschaffen. Die Firma arbeitet mit PVC, "es spricht vieles für dieses Material, statt Metall zu verwenden". Nicht nur in den Ländern mit hohen Temperaturen ist die Firma gefragt, auch in den Niederlanden ist die Nachfrage groß. "Dort werden die Fenster nach außen geöffnet, nicht wie bei uns nach innen", erklärt Rother. L.B. Profile besitzt das Knowhow, um auch diesen Ansprüchen gerecht zu werden.

Dieses Potential an Fachwissen soll in Zukunft weiter wachsen. Denn derzeit sind viele Stellen in der Firma unbesetzt. "Wenn jemand geht, geht automatisch auch Knowhow verloren." Das soll sich ändern - das Unternehmen ist bereits in Gesprächen mit dem Vogelsbergkreis, um in naher Zukunft junge Menschen auch selbst ausbilden zu können. "Der Standort hier im Vogelsberg hat Vor- und Nachteile. In großen Städten findet man Fachkräfte bestimmt leichter als auf dem Land." Dennoch hat sich das Unternehmen dazu entschieden, dem Standort in Herbstein auch weiterhin treu zu bleiben. "Die Kunden schätzen die gute Qualität aus Deutschland. Außerdem ist die Infrastruktur hier auf dem Land gut", findet Rother. Auch die niedrigeren Grundkosten würden für den ländlichen Raum sprechen.

Auch in Zukunft möchte L.B. Profile ein hochklassiger Anbieter für Fenster- und Türprofile sein. Die Chance sieht die Firma vor allem in der Herstellung von Nischenprodukten. "Sonst können wir den großen Preiskampf mit der Konkurrenz nicht gewinnen." Das Unternehmen möchte vor allem mit der Zeit gehen und sich mit Highend-Produkten befassen. "Das automatische Öffnen und Schließen von Türen wird irgendwann ganz normal sein. Dafür haben wir bereits eine Lösung gefunden, die ist jedoch noch nicht auf dem Markt." Auch der Umweltschutz wird für L.B. Profile in den nächsten Jahren ein großes Thema sein. "Dann soll unsere Recyclingquote bei 100 Prozent, statt den derzeitigen 40 Prozent, liegen." (Luisa Diegel)

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