Wirtschaftsstandort Vogelsberg (19)

Reichhardt "bewegt Großes" - mit kleinen hochintelligenten Bauteilen

Fotos: Luisa Diegel - Geschäfsführer Kai Kloske in der Fertigungswerkstatt in Lautertal-Engelrod.

22.05.2019 - Bei Elektro Reichhardt in Lauterbach-Engelrod wird "Großes bewegt". In Lautertal-Engelrod konzentriert die Unternehmensgruppe seit Sommer 2016 auf ihre Fertigung: voll- und teilautomatische Platinen-Bestückung für sämtliche Branchen mit Bedarf an elektronischen Baugruppen sowie Schaltschränke und Kabelbäume für mobile Anwendungen vorallem in der Landtechnik, aber auch im Baumaschinen- und Kommunalbereich.

Das Familienunternehmen, welches Andreas Reichhardt auf dem Hofgut Ringelshausen in Hungen bereits Mitte der 80er-Jahre gegründet hatte, ist heute anerkannter Partner der Industrie - für die Entwicklung kundenspezifischer Lösungen sowie der Spezialist für Precision-Farming-Anwendungen. "Unser Fertigungsprogramm zu erweitern, war schon viele Jahre ein großer Wunsch. Mit der Übernahme der Elektronikfertigung der MECO in Lautertal-Engelrod, konnte dieser auf einer Fläche von etwa 4.500 Quadratmetern, einem bestehenden Kundenstamm und an die 30 fachlich versierten Mitarbeiter perfekt umgesetzt werden", so Marketingchefin Andrea Reichhardt. "Heute beschäftigen wir rund 80 Mitarbeiter und die vorgefundenen Räumlichkeiten werden nun wieder gut genutzt."

"Als Elektronikdienstleister decken wir eine große Bandbreite ab und bedienen alle Branchen, womit wir auch nahezu jedem Kundenwunsch gewachsen sind", erklärt Geschäftsführer Kai Kloske im Gespräch mit OSTHESSEN|NEWS sein Verantwortungsgebiet. Ein ganz wichtiger Bereich seien die Produkte der hauseigenen Entwicklungen bei Reichhardt. Produkte, für die das Unternehmen Patente hält und einen weltweiten Markt beliefert. Beispielsweise ein Sensor mit einem flexiblen Reihentaster, der von vielen großen Herstellern in Maiserntemaschinen auf der ganzen Welt zur hochgenauen automatischen Lenkung des Fahrzeuges eingesetzt wird. Ein wichtiger Vertriebspartner dafür ist auch das amerikanische Tochterunternehmen der Reichhardt-Gruppe. Reichhardt beschäftigt insgesamt an seinen drei Standorten 130 Mitarbeiter.



Der Standort im Vogelsberg ist für die Reichhardt-Gruppe äußerst attraktiv: "Unsere Betriebe sind etwa 30 Kilometer voneinander entfernt. Die Entscheidung für den Vogelsberg ist uns leicht gefallen - die Mentalität hier ist anders als in Hungen - aber sie passt zu uns. Wir sehen hier die Chance, unsere Vorstellungen umzusetzen", ist sich Reichhardt sicher. Doch dies funktioniere nur dann, wenn sich auch in Sachen Breitband endlich etwas in der Region bewegt. "Wir müssen zwei Standorte vernetzen, das geht nur mit einer guten Internetanbindung - es müssen in Sachen Breitband gewisse Schritte gesetzt werden. Das ist einer der Grundvoraussetzungen, um diese Firma hier zu halten. Wir müssen in Sachen Breitband gewisse Schritte tun, sonst sind wir hier in fünf Jahren abgehängt", ist sich der Geschäftsführer sicher.

Doch die Firma blickt positiv in die Zukunft - auch was das Fertigungsnunternehmen im Vogelsberg angeht. "In zehn Jahren möchten wir unsere Mitarbeiterzahl verdoppelt haben", so Kloske. Ein kontinuierlicher Aus- und Weiterbau ist das Ziel, dabei möchte das Unternehmen immer die Prozesse der Digitalisierung im Blick haben. Mit steigender Mitarbeiterzahl wird dann in Zukunft auch der Platz knapp - deshalb überlegt die Geschäftsleitung, in die bislang ungenutzte Fläche für die Zukunft zu investieren . "Mehr Mitarbeiter heißt auch, dass wir mehr Aufträge fertigen können, was wiederum die Stückkosten verringert. So bleiben wir konkurrenzfähig." (Luisa Diegel)

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