- Fotos: Martin Engel

13.01.2019 - FULDA

Ball der Stadt Fulda

Elf Narren-Gesetze - Proklamation von Prinz Markus Maurus Musikus LXXVII.

Seit zwei Monaten ist FKG-Prinz Markus Maurus Musikus LXXVII. von Fulda (Markus Günther) im Amt. In dieser Zeit hatte er schon viele Begegnungen mit Narren in und um die Domstadt. Ganz traditionell hat er am Samstag beim Ball der Stadt Fulda, dem großen Auftakt der Kampagne, das Zepter so richtig übernommen und fasst seine geltenden Gesetze (bis Aschermittwoch gültig) in einer eigenen Proklamation mit elf Paragraphen zusammen.

"Euch, meinen närrischen Untertanen, proklamiere ich - Euer Prinz Markus Maurus Musikus LXXVII. - für die Zeit meiner närrischen Regentschaft, folgende Paragraphen:

Paragraph 1: Nachdem der von der FDP angeregte Bau einer Seilbahn vom Domplatz auf den Frauenberg abgelehnt und als „Aprilscherz“ eingestuft wurde, verfügen wir, das eingesparte Geld für den Bau einer U-Bahn von der Hauptwache bis nach Oberrode bereit zu stellen. Fuldas westlichster Stadtteil, das Rodetal, ist als zuverlässige „Prinzenschmiede“ einzustufen. Daher muss gewährleistet sein, dass die derzeitige, sowie auch künftige Prinzenmannschaften immer gut und sicher von A nach B kommen.

Paragraph 2: Wie bei meiner Antrittsrede am 11.11.2018 von mir bereits formuliert, ist darauf zu achten, bei unserer Grundversorgung auf Sekt und Kaviar zu verzichten und stattdessen reichlich Flaschenbier und Schwartemagen bereit zu halten. Als Kompromiss akzeptieren wir auch Brötchen mit Mett, der sog. Maurermarmelade, sowie Blut- Leber- und Bratwurscht, Solper, Bier vom Fass, sowie „Kurze“ in jeglicher Form.

Paragraph 3: Im Zuge der Baumaßnahmen für den Hessentag und die bevorstehende Landesgartenschau ist damit zu rechnen, dass jede Menge Aufträge zu vergeben sind. Dabei ist dafür Sorge zu tragen, dass die Fa. Günther-Bau alle Aufträge erhält, egal, wie die Submissionen ausfallen, getreu nach dem Motto: „Guter Pfusch muss nicht billig sein“. Schließlich müssen die Löcher gestopft werden, die das zweifache Prinzenamt von uns Brüdern in den letzten drei Jahren in die Firmenkasse gerissen hat.

Paragraph 4: Um die tänzerische Perfektion meines Prinzenmariechen Doreen efektiv zu nutzen, hat sie die Auführungen sämtlicher Musicals, einschließlich des OpenAir-Musicals „Bonifatius“ am Domplatz zu übernehmen. Darüber hinaus wird sie verpflichtet, mit uns den Spagat zwischen Beruf, Familie und Foaset so zu trainieren, dass wir jederzeit zu allem „im Stande“ sind.

Paragraph 5: Das Dezernat 3 ist derzeit durch die Abwesenheit von Adjutant Jürgen Jahn geschwächt, sodass dort jetzt ein kompetenter Schreiner fehlt. Daher ist nun der Stadtbaurat Herr Daniel „Schreiner“ aufgefordert, höchstpersönlich einzugreifen, getreu dem Motto: „Theoretisch können wir praktisch alles!“

Paragraph 6: Um die professionelle Landwirtschaft „däne Stodtschisser“ agrar-ökonomisch näher zu bringen, werden die frei werdenden Räumlichkeiten der Rhön-Energie in der Bahnhofstraße zu einem Erlebnis-Bauernhof umfunktioniert. Mit der Erkenntnis, dass Schweine nicht gemolken, sondern gemästet werden, können alle Interessierten unter Anleitung von Peter Bleuel endlich mal „die Sau raus lassen“.

Paragraph 7: Elferratsmitglied Peter Schleicher hat sich als Prinzenvater bereits dreifach bewährt und sich bei meinem Bruder, Prinz Alexander Fassadicus Maximus in diesem Amt so wohl gefühlt, dass er sich sofort bereit erklärte, dieses Wohlgefühl mit mir wieder neu zu erleben. Er wird darüber hinaus verpflichtet, uns zukünftig auch als Prinzen, bzw. Exprinzen-Opa zur Verfügung zu stehen.

Paragraph 8: Die Randstaaten verpflichten sich, ein Seminar zu etablieren, um mit uns, bzw. allen kommenden Prinzenmannschaften die verschiedenen Schlachtrufe zu trainieren. Mit den Liedern: „Eins zu eins“ und „Ein Gläschen Schnaps, ein Fläschchen Bier“ üben wir auch die Praxis. Proben an jedem 11. um 11:11 Uhr im „Oberbayern“.

Paragraph 9: OB Dr. Heiko Wingenfeld hat mir nun den Schlüssel des Stadtschlosses vertrauensvoll übergeben. Damit gehen die Amtsgeschäfte auf mich, Prinz Markus Maurus Musikus LXXVII. von Fulda, über. Damit Heiko während der Kampagne nicht von Langeweile übermannt wird, bekommt er in dieser Zeit meine Posaune und kann somit den Musikverein Mittelrode tatkräftig unterstützen.

Paragraph 10: Nach allgemeinen Recherchen könnte das Übergeben der Stadtkasse zu einem Flopp werden, denn nach diversen Immobilienkäufen der Stadt Fulda und den noch anstehenden Großveranstaltungen in den kommenden Jahren wird die Stadtkasse voraussichtlich genauso leer sein, wie meine am Aschermittwoch. Die Städtische Sparkasse wird daher verpflichtet, Engpässe zinslos zu überbrücken.

Paragraph 11: Es ist unser Anliegen, mit allen Bürgern und Narren in und um Foll, Fastnacht zu feiern, wozu insbesondere der Rosenmontag gehört. Um supergutes Wetter zu garantieren, werden alle Leute aufgefordert, ihren Beitrag zu leisten. Dazu gehören: Regelmäßiger Kirchgang, Teller immer leer essen, der Besuch der Fastnachts-Veranstaltungen im ganzen Fuldaer Land, vornehmlich der Fremdensitzungen der FKG. Für die zu befürchtenden Gewichtszunahmen übernehmen wir keine Verantwortung, schließlich hat die Prinzenmannschaft selbst genug damit zu kämpfen.

Und nun, liebe Ballgäste singen wir gemeinsam das Motto unserer Kampagne:

Der Sommer heiß - die Foaset bunt – in Foll geht’s wieder rund Lachen, Witz, Humor und Heiterkeit – das vermischen wir mit unsrer Fröhlichkeit Eins zu eins.... Die Foaset bringt groß Freud, so war´s gestern, so ist´s heut soll es morgen immer noch so närrisch sein dann mischt mit und stimmt in unser Lied mit ein: Eins zu eins...

Gegeben zu Fulda, am 12. Januar Anno 2019." +++