Die ersten 2 von 14 Skulpturen von Ulrich Barnickel auf dem neuen "Weg der Hoffnung". - Fotos: Hans-Hubertus Braune

Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus....

06.05.09 - RASDORF

Skulpturen und Emotionen auf Point Alpha - Festakt mit LAMMERT - VIDEO

"Freiheit ist ein Privileg, das mit Pflichten bezahlt werden muss, um sie zu ehalten", sagte Bundestagspräsident Professor Norbert Lammert heute Nachmittag zu den zahlreichen Ehrengästen auf Point Alpha. Er war extra aus Berlin eingeflogen, um die neue Ausstellung "Freiheiten!" und den "Weg der Hoffnung" zu eröffnen. Point Alpha zeige wie kein zweiter Ort in Deutschland authentisch die Geschichte der innerdeutschen Teilung, erklärte Lammert. Er ermahnte zudem die Deutschen, die Erinnerungen wach zu halten. Die Gedenkstätte zwischen Rasdorf und Geisa setzt sich mit der neu gegründeten Stiftung als ein Ort der Geschichte ein, der Jahr für Jahr immer mehr Menschen anzieht. Besonders junge Generationen wüssten laut Lammert heute zu wenig über die damalige DDR und die innerdeutsche Teilung. "Es darf kein Gras über Point Alpha wachsen", sagte Fuldas ehemaliger Oberbürgermeister und Stiftungsratsvorsitzender Dr. Wolfgang Hamberger.

Auch Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus dankte ebenso wie Hessens Innenminister Volker Bouffier den Machern vor Ort, die mit ihrem Engagement den besonderen Lernort wahren. "Die Einheit ist kein Geschenk, die vom Himmel gefallen ist", erklärten die Politiker. Lammert unterstrich, dass "Ursache und Wirkung im Bewusstsein bewahrt werden muss". Sieben Prozent der Gymnasiasten in Deutschland glaubten, dass Erich Honecker ehemaliger Kanzler der BRD war. «Das ist bei weitem nicht witzig, sondern sehr ernüchternd», sagte Lammert in seiner Rede.

Nach dem Festakt in der Fahrzeughalle im Camp eröffneten die Politiker die Ausstellung im Haus auf der Grenze. Die Ausstellung, die sich als interaktive Begegnungsstätte und kommunikativer Gesprächsraum versteht, lädt die Besucher ein, die Diskussion über Freiheit fortzuführen. Sie zeigt Einschränkungen der Freiheit durch die SED-Diktatur mit Objekten, Dokumenten und Fotografien und setzt sie in Beziehung zu unseren unterschiedlichen Vorstellungen von Freiheit. Eine Multivision von medialen Zitaten aus 1989 macht deutlich, wie aus dem Wunsch nach Freiheit der friedliche Kampf für die Freiheit wurde. Dynamik und Dramatik, Emotionen, Ängste und Hoffnungen des Revolutionsjahres sollen nochmals miterlebt werden.

Inszenatorischer Ort der Ausstellung ist der private Raum. Die Wohnung verstanden als Diskussionsraum – als öffentliche Sphäre in der Diktatur. Hier begannen nicht nur in der DDR, sondern im gesamten östlichen Europa die Gegenbewegungen, die dann 1989 auf der Straße zum Sturz der Diktaturen beitrugen. Hier trafen sich die Gegner des Staatssozialismus und diskutierten über die „Wege zur Freiheit“. Dieser Umgang mit dem Öffentlichen im Privaten schafft den emotionalen Raum für die Erinnerung an und die Auseinandersetzung mit einer historisch einmaligen Zeit, die das Leben der Deutschen immer noch nachhaltig beeinflusst.

14 Skulpturen von Ulrich Barnickel

Die Point Alpha Stiftung hat zudem direkt neben dem "Blauen Haus" auf dem ehemaligen "Todesstreifen" den "Weg der Hoffnung" eingerichtet. Zur Erinnerung an den Widerstand gegen die kommunistischen Diktaturen Mittel- und Osteuropas, unter denen die Menschen Jahrzehnte lang gelitten haben, zeigt der Bildhauer Ulrich Barnickel 14 Skulpturen. Barnickel stammt aus Weimar und wohnt mittlerweile in Schlitz. Der Bildhauer verarbeitet im „Weg der Hoffnung“ auch seine eigenen Erfahrungen und sieht darin „vielleicht mein Lebenswerk“. Wichtig ist ihm aber auch, dass die Skulpturen dem Betrachter seine jeweils eigene Interpretation ermöglichen sollen. Titel wie „Willkür“ oder „Gewalt“, so die Namen der beiden am Mittwoch eröffneten Stationen, stehen für ihn für kennzeichnende Elemente der Diktatur, die aber jeder Mensch individuell anders erlebt hat. Die Projekte wurden vom Thüringer Kultusministerium und vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien aufgrund eines Beschlusses des Bundestages mit jeweils 200.000 Euro gefördert.

Sehen Sie zur heutigen Eröffnung eine EXTRA-Bilderserie sowie hier mit diesem Bericht einen Videobeitrag von osthessen-news. (Hans-Hubertus Braune) +++


...und hier mit Point-Alpha-Stiftungsdirektorin Uta Thofern...

...während des Festaktes auf Point Alpha.


Ehemalige ostdeutsche Wohnzimmer-Atmosphäre in der neuen Ausstellung "Freiheiten!"...


Gemütliche Atmosphäre für Gespräche und Erinnerungen...


Ponit Alpha erinnert hautnah an die innerdeutsche Teilung...

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