Im Bild von links Jürgen Kress Vorsitzender BI, Dr.Ing.Detlef Ahlborn, Mario Klotzsche, Thomas Landgraf BI - Fotos: Arnd Ph. Rössel

KALBACHDiskussion um neue Windkraft

"Absurd ist, durch Zerstörung von Wald diese Natur schützen zu wollen"

20.01.15 - Vollbesetzt war das Niederkalbacher Bürgerhaus, als am vergangenen Freitag die „BI Lebensqualität Kalbach/Rhön“ (http://www.lebensqualität-kalbach.de) zu einem Informationsabend über „Windkraft in Kalbach-was bedeutet das?“ eingeladen hatte. Neben Ortsvertretern aus Neuhof , Hofbieber, der Verbandsgemeinde sowie Kalbachs Bürgermeister Florian Hölzer und befreundete BI's aus Osthessen, begrüßte der Vorsitzender der BI Jürgen Kress, die Gastredner des Abends: Dr. Ing. Detlef Ahlborn aus Grosalmerode und der FDP-Kreistagsabgeordnete Mario Klotzsche.

In seiner Einleitung ging Jürgen Kress auf die beim Energiegipfel am 05. April.2011 beschlossenen Maßnahmen der hessischen Landesregierung zur Umsetzung der von der Bundesregierung beschlossenen Energiewende ein. Darin wurde beschlossen, dass pro Jahr 28 TWh Strom durch Windkraft bevorzugt in landeseigenen Waldgebieten, also auf dem Gebiet des Hessen-Forstes, erzeugt werden sollen. „Zur Erreichung dieser Ziele ist jedoch die gesellschaftliche Akzeptanz eine zwingende Voraussetzung.“ Vom RP Kassel wurden Teilregionalpläne erarbeitet. Nach der ersten Offenlegung am 15.3.2013 durch das Regierungspräsidenten Kassel gingen hierzu über 8.500 Einwendungen und Beschwerden ein. Die Synenergie, eine Tochter der RhönEnergie Fulda, schloss über die Nutzung der Waldfläche am Hardtberg in Niederkalbach mit dem Landeseigentümer Hessen-Forst ein Vorvertrag für zunächst 7 und jetzt 6 Windkraftanlagen ab.

Über den Zeitraum November 2013 bis November 2014 wurden von der Synenergie Windmessungen per Lasermessung durchgeführt. Messergebnisse wurden trotz Nachfrage der BI auf der Gemeindevertretersitzung Kalbach am 09.1 2.2014 bis heute von der Synenergie nicht veröffentlicht. Die BI bemängelt hier zurecht fehlende Transparenz.

Ein städtebaurechtlicher Vertrag zwischen der Gemeinde Kalbach und der Synenergie in dem u.a. das Wegerecht der gemeindeeigenen Wege am Hardtberg geregelt wird, soll der Synenergie Planungssicherheit bei diesem Projekt geben. Hierüber wird in der Gemeindevertretersitzung am 10. Februar 2015 abzustimmen sein. Auch wenn dieser Vertrag letztendlich keine Auswirkung für den Bau von Windkraftanlagen am Hardtberg haben wird, die Planungshoheit liegt ausschließlich beim RP Kassel, so sendet er, sollte er mehrheitlich von der Gemeindevertretung beschlossen werden, ein falsches Signal an die Politik im Landkreis Fulda und darüber hinaus. nämlich macht weiter so, wir tragen diese in eine Sackgasse geraten sinnlose Natur vernichtende und den Menschen ungeklärten Risiken aussetzenden Energiepolitik bedingungslos mit (Zitat Jürgen Kress).

Technisch versiert, kompetent und für die Zuhörer äußerst spannend präsentierte Dr. Ing.Detlef Ahlborn eine durch die Windkraft fehlgeleitete Energiewende welche er mit vielen Statistiken, Daten, Fakten und Schaubildern untermauerte. Der Vortrag Dr. Ahlborn's wird auf der Homepage der BI zur Einsicht veröffentlicht werden. Weiterhin zeigt Interessierten das auf YouTube und nachfolgendem Link veröffentlichte Video den Vortrag Dr. Ahlborn, jedoch auf einer anderen Veranstaltung. ( https://www.youtube.com/watch?v=qOE5a1nzTCk ). Thesen und Anmerkungen zur Windenergie unterstrich Dr. Ahlborn mit Zitaten von Prof. Hans-Werner Sinn von IFO-Institut München, dem SPD-Bundeswirtschaftsminister Siegmar Gabriel, dem Robert Koch Institut und anderen.

Während Dr. Ahlborn in seinem Vortrag schwerpunktmäßig auf die Verwertbarkeit, Effizienz und den schädigenden Einfluss der Windkraft auf die Natur, die Landschaft und den Menschen einging, schilderte Mario Klotzsche das ökologische und wirtschaftliche Desaster welches durch den überhasteten Ausbau der Windkraft einhergehe. Investoren und Abschreibungsfonds seien derzeit die einzigen Gewinner und Nutznieser der Energiewende. So schilderte Klotzsche, dass am vergangenen Wochenende (10./11.Januar) aufgrund der beiden Sturmtiefs Elon und Felix und der entstandene Windstromproduktion von nahezu 36000 (!) Megawatt Leistung die Netzsicherheit in Deutschland stark gefährdet war. Kraftwerke in Norddeutschland mussten abgeschaltet, in Süddeutschland hochgefahren werden. Allein dieser Tag koste den Stromverbraucher zusätzliche 13 Millionen Euro. Nachzulesen in der Montagsausgabe der Welt vom 13. Januar 2015 ( http://www.welt.de/wirtschaft/energie/article136300154/Elon-und-Felix-kosten-Verbraucher-Millionen.html   ).

Beide Redner betonten, dass es schlichtweg absurd ist, dass man durch Zerstörung der Natur(Wald) genau diese Natur schützen will. Denn wer das Klima schützen will der muss den Wald erhalten und nicht vernichten. Gesellschaftliche Akzeptanz, so wie Sie auf dem Hessischen Energiegipfel im Umsetzungskonzept der Hessischen Landesregierung verfasst wurde, erzeugt man natürlich nicht, indem man das Wissen um die technische Unsinnigkeit, die Zerstörung der Natur und die Gesundheitsrisiken für das Schutzgut Mensch, gänzlich ignoriert.

Am Ende der Veranstaltung kam es noch zu regen Diskussionen. So wurde Dr. Ahlborn u.a. gefragt wie er sich denn eine Energiewende ohne Windkraft denke. Dr. Ahlborn sagte, dass dies mit drei Säulen möglich wäre. Höhere Effizienz der Gas- und Steinkohlekraftwerke, Reduzierung der Emissionen im Haushalt durch energiesparende Bauweise, weitere Energie- und CO² Einsparungen im Straßenverkehr. Denn letztendlich hat die Energiewende neben dem Atomausstieg die vornehmliche Aufgabe der CO² Reduzierung. - Strom ohne CO² zu erzeugen ist derzeit technisch nicht möglich – (Zitat Dr. Ahlborn).

Auf die Frage an Mario Klotzsche - wenn Synernegie nicht den Zuschlag bekomme und ihre Rechte an einen anderen Investor abtrete und dieser noch mehr Windräder baue, antwortete Klotzsche mit dem Spruch: "Wer Angst verbreitet, hat keine weiteren Argumente mehr“.

Bürgermeister Florian Hölzer ging auf ein am 7.1.2015 stattgefundenes Gespräch mit dem ersten Beigeordneten Stefan Burghardt (CDU) und dem Vorstand der BI Jürgen Kress und Thomas Landgraf im Kalbacher Rathaus ein. Es ging unter anderen um das Thema um in einer Klage gegen den städtebaulichen Vertrag zu stimmen. Dies berge Gefahren, aber man hat sich vorgenommen zu kämpfen. So bezog Florian Hölzer eindeutig Stellung und sagte, dass er  - unabhängig wie sich die Fraktionen in der Gemeindevertretung am 10. Februar 2015 entscheiden würden - , die BI in ihrem Kampf gegen die Windkraft unterstützen werde. Hierfür bekam er aus dem Saal großen Beifall.

Daniela Böschen, Fraktionsvorsitzende der Kalbacher CDU sagte, dass es für alle stimmberechtigten Gemeinderatsmitglieder eine sehr schwierige Entscheidung für ein ja oder nein zu Errichtung der Windkraftanlagen geben werde. Es gelte, jede Entscheidung demokratisch ob für oder wieder zu respektieren. Einen Fraktionszwang gebe es bei der Abstimmung nicht.

Der CDU-Vorsitzende und 1. Beigeordnete der Nachbargemeinde Neuhof, Franz-Josef Adam, fragte, warum man sich in Kalbach erst jetzt mit dem Bau des bevorstehenden Windparks auseinander setze und dies nicht wie in Neuhof bereits nach Bekanntwerden im Jahre 2013 gemacht habe. Adam schilderte, dass er mit seinem Anliegen bereits bis nach Berlin zum CDU-Generalsekretär gefahren sei und dort die Sorgen der Neuhofer Bürger vorgetragen habe. Dies werde in Berlin durchaus ernstgenommen. Adam forderte die Bürger Kalbachs auf, sich hinter die BI und die Vertreter der Kommunalpolitik zu stellen, um somit Natur und Bürger vor den Windanlagen zu schützen.

Zum Schluss wurde noch auf die kürzliche Gründung des „Regionalverbandes Vernunftkraft Osthessen“ hingewiesen. Nahezu alle Bürgerinitiativen des Raumes Osthessen gründeten unter Mitwirkung der Vorsitzenden des Landesverbandes Vernunftkraft Hessen e.V. den Zusammenschluss. Man wolle sich für eine vernünftige Energiewende einsetzen. Grundlage für die Zusammenarbeit soll ein in Bearbeitung befindliches Positionspapier sein, welches sich an der schriftlich festgelegten Position „The Wind of Change" des Landesverbandes Vernunftkraft Hessen e.V. orientiere und die regionalen Belange der osthessischen Bevölkerung einbeziehe.

Ein Ziel des Regionalverbands Vernunftkraft Osthessen ist die Aufklärung der osthessischen Mitbürgerinnen und Mitbürger zum Thema Energiewende und die Unterstützung aller regionalen Volksvertreter. Die offizielle Vorstellung des Regionalverbands Vernunftkraft Osthessen solle in den kommenden Tagen bei einer Pressekonferenz mit Medienvertretern erfolgen. Hierbei werde auch das Positionspapier veröffentlicht. Die erste gemeinsame Aktion soll eine Kundgebung am 28.02.201 5 auf dem Uniplatz in Fulda sein. (Arnd Ph. Rössel) +++

Mario Klotzsche

Florian Hölzer

Dr.Ing.Detlef Ahlborn




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