18.01.16 - BURGHAUN

"Großes Fachwissen angeeignet"

Tagung des Bundesverbands der Bürgerinitiativen gegen SuedLink

Trotz Schneegestöber hatten sich am Samstag Bürgerinitiativen gegen SuedLink aus dem ganzen Bundesgebiet in Burghaun zur ersten Mitgliederversammlung des Bundesverbandes im neuen Jahr getroffen. In ihren Grußworten sprachen sich Bürgermeister Simon Sauerbier (parteilos) und Christof Erb (CDU, für den Landkreis FD) auch weiterhin für eine konstruktive Zusammenarbeit von Bürgerinitiativen und Verwaltung aus. „Die Bürgerinitiativen haben sich zum Thema Netzausbau ein großes Fachwissen angeeignet und für dieses Engagement sind wir dankbar. Wir profitieren durch den regelmäßigen Kontakt zu den Initiativen und erhalten dabei Hintergrundinformationen, die für uns als Gemeinde wichtig sind. Die weiteren Planungen zum Stromnetzausbau werden wir kritisch begleiten und im Interesse der Bevölkerung darauf achten, dass die Netzplanung transparent und bedarfsgerecht erfolgt.“, betonte Bürgermeister Sauerbier.

Auch Herr Erb verwies in seinem Grußwort auf die Notwendigkeit der Zusammenarbeit, denn: “Viele Fragen zu SuedLink und dem angestrebten Netzausbau sind nicht geklärt. Der Verbund der Landkreise (Hamelner Erklärung) hat eigene Anwälte und Gutachter beauftragt und deren Antworten zu den Netzplanungen sind konträr zu denen des Übertragungsnetzbetreibers TenneT. Das Thema der Überbündelung ist in der Politik angekommen und gemeinsam mit den Bürgerinitiativen ist man um eine gute Lösung für alle bemüht. Wir müssen wachsam bleiben und die Planung kontrollierend begleiten. Bürgerinitiativen können ihren Protest anders ausdrücken als es uns auf politischer Ebene möglich ist, aber das gemeinsame Anliegen macht uns stark und wenn wir weiterhin konstruktiv zusammenarbeiten, können wir das Ziel einer verlässlichen und sozialverträglichen Energieversorgung erreichen.“

Die Bürgerinitiativen sähen sich in ihrer Arbeit bestätigt, denn der Jahresrückblick mache deutlich, dass schon Vieles erreicht wurde. TenneT suche inzwischen erneut das Gespräch und signalisiere, aus den Fehlern des gescheiterten Bürgerdialoges gelernt zu haben. Die Bundesnetzagentur begleite den Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink kooperativ und scheine den Interessen der Öffentlichkeit gegenüber aufgeschlossener zu sein. „Die Netzplanungen erfordern aber weiterhin unsere Kontrolle und Bürgerinitiativen dürfen unbequem bleiben.“, zeigt sich Guntram Ziepel, Vorsitzender des Sprecherkreises der Bürgerinitiativen gegen SuedLink kämpferisch und ist überzeugt: „Erweiterte Erdkabeloptionen können einen überdimensionierten Netzausbau nicht rechtfertigen. Wir dürfen über den Tellerrand hinausblicken und fragen: Wer kontrolliert eigentlich die deutsche Energiepolitik? Mächtige Industriekonzerne? Europa? Rückt Deutschland als Strom-Transitland ins Fadenkreuz ambitionierter Netzausbaupläne der EU? Wie vereinbart sich die deutsche Energiewende mit der Energiepolitik der Europäischen Nachbarstaaten? Orientiert sich der angestrebte Netzausbau am Bedarf oder an der möglichen Erzeugung von Strom? Diese Fragen gilt es in Zusammenarbeit mit den politisch Verantwortlichen zu klären.“

Um die Arbeit im Bundesverband der Bürgerinitiativen gegen SuedLink weiterhin zielorientiert fortführen zu können, wurde der im Amt bestätigte Sprecherkreis des Bundesverbandes erweitert. Guntram Ziepel (BI Fuldatal e.V.), Maria Quanz (BI Kiebitzgrund aktiv) und Veronika Papenhagen-Stannick (BI Bad Emstal) erhalten Unterstützung durch Erdmuthe Hoeft (BI Schauenburg) und Siegfried Lemke (Umweltschutzverein Isernhagen e.V.). Der Arbeitsplan der Bürgerinitiativen gegen SuedLink für das Jahr 2016 ist sportlich. Man will das Thema Energiewende und Risiken des Leitungsbaus besonders mit Blick auf die geänderten Gesetze und die entsprechenden Netzentwicklungspläne der breiten Öffentlichkeit wieder verstärkt ins Bewusstsein rufen. Im Hinblick auf anstehende Kommunalwahlen erwarte man verbindliche Aussagen zur Energiepolitik. „Obwohl zurzeit andere Themen das Tagesgeschehen beherrschen, sollten die politisch Verantwortlichen nicht aus den Augen verlieren, dass der Bau der SuedLink-Trasse für viele Menschen einen gravierenden und unmittelbaren Einschnitt in die Lebens- und Wohnqualität bedeuten würde.“ +++




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