- Fotos: Suria Reiche

FULDAEin Hobby mit Nachwuchssorgen

Einmal um die Welt morsen: "Kids Day" bei Fuldaer Funkamateuren

08.01.17 - Zwei Mal im Jahr gehören die Morsetasten und Mikrofone im Amateurfunkdienst den Kindern und Jugendlichen: Beim weltweiten "Kids Day" wird ihnen die Vielfalt dieses technischen und kommunikativen Hobbys vorgestellt. Bei den Funkamateuren in Sickels hatten die Nachwuchs-Funker am Samstag noch dazu die Möglichkeit, ein Morse-Diplom zu absolvieren.

Markus Arlt mit den Nachwuchs-Funkern

"CQ" - zwei Buchstaben, die jeder Funker kennen muss. Sie stehen für das englische "Seek you", zu Deutsch etwa "ich suche dich". Das ist ein allgemeiner Ruf: "Habe ich ihn in mein Funkgerät gesprochen, kann sich jeder darauf zurückmelden", erklärt Markus Arlt vom Deutschen Amateur Radio Club Ortsverband Fulda. Und mit "jeder" meint er wirklich jeden. Theoretisch ist sogar eine Funkverbindung ins Weltall möglich. "Die Zeit, in der die ISS über Deutschland ist, ist jedoch immer auf zehn Minuten begrenzt. Und diese Minuten, in denen die Astronauten funken, und von hier unten erreichbar sind, werden meist für Schulkontakte genutzt." Arlt hat die ISS deshalb bisher noch nicht erreicht. Falls es doch irgendwann klappen sollte, dann weiß er schon genau, was er fragen will: "Ich würde gern wissen, welche Funk-Ausstattung sie da oben haben."

Einem der weiteren 89 Funker im Verein würde etwas anderes auf dem Herzen liegen: "Ich würde fragen, wie die Astronauten die Welt von oben wahrnehmen", sagt Joachim. Auf die Frage nach seinem Nachnamen lacht er und sagt: "Romeo, Uniform, Delta, Yankee." Das ist das internationale Buchstabier-Alphabet, eine Sache, die jeder Funker können muss, denn nicht selten kommt ein Kontakt zu einem Menschen aus einem anderen Land zustande. Und wenn es so weit ist, dann kann keiner der Funker seine Freude verbergen.

"Wir sind wie Jäger und Sammler. Nur, dass es bei uns nicht um Nahrung, sondern um Funk-Kontakte geht." Wovon die Funker auch eine Menge gebrauchen könnten, ist Nachwuchs. "Der ist bei uns - genau wie bei beispielsweise der Feuerwehr - Mangelware. Aber an ihren Sorgen wollen die Funkamateure etwas ändern: "Zwei Mal im Jahr veranstalten wir sogenannte Kids Days, um schon die Kleinsten, an das Funken heranzuführen."

Der jüngste Funker Fuldas

Joachim Rudy

Denn das macht den Männern und Frauen nicht nur aufgrund der weltweiten Kontakte Spaß. "Es ist auch das Basteln der Elektronik, was uns begeistert", sagt Arlt und bekommt Zustimmung von Marcus Hartwig. Der 19-Jährige ist der jüngste Nachwuchs bei dem Fuldaer Verein und sitzt gerade über einem Lehrbuch gebeugt am Schreibtisch. "Ich lerne für meine Prüfung." Die muss jeder angehende Funker ablegen, bevor er das erste Mal die berühmten Buchstaben ins Funkgerät sprechen darf. Gesetzeskunde, Betriebliche Kenntnisse und Technik werden abgefragt. "Das ist eigentlich machbar", sagt Marcus und lacht. 

Und das muss es auch sein: Denn das, was danach auf ihn wartet, will sich der 19-Jährige auf keinen Fall entgehen lassen: Der Kontakt mit Funkern auf der ganzen Welt. Hat man einen "an der Strippe", dann gibt man meist zuerst einen Signalrapport, das heißt: Man sagt, wie gut man den anderen verstehen kann. Danach gibt man den Locator durch - ein genaues Positionsbestimmungsmerkmal. Bei den Fuldaer Funkern wäre das "JO40TN". "Wenn man den Locator durchgegeben hat, dann fasst man sich meist ganz kurz, man weiß ja nie, wie lange der Kontakt besteht." Jeder Funkkontakt kann mit einer QSL-Karte, eine Art Postkarte der Funker, bestätigt werden. Je mehr ein Funker hat, desto besser. (Suria Reiche) +++


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