- Fotos: Hendrik Urbin

13.02.17 - FULDA

Erstmals MINI mit Hybrid-Antrieb

Premiere für die zweite Generation des Countryman bei KRAH + ENDERS

Mit der zweiten Generation eines Mini Countryman strukturiert die englische Kultmarke ihr Modellangebot neu. Nicht nur mehr Platz verspricht der neue Allradler, sondern erstmals auch eine Version mit Hybrid-Antrieb – aufzuladen an der heimischen Steckdose. Innerhalb von sechs Jahren Marktpräsenz hat sich der Countryman zu einem unverzichtbaren Bestandteil des Markenportfolios entwickelt. Als erster Mini mit vier Türen und einer Heckklappe innerhalb von rund 50 Jahren Markengeschichte hat er sich zu einer gefragten Variante entwickelt. Mehr als eine halbe Million Kunden wollten bisher die erhöhte Sitzposition in Verbindung mit dem Allradantrieb genießen.

Im MINI Haus von Krah + Enders in Fulda fand am Samstag die Vorstellung des neuen MINI Countryman unter dem Motto „Draußen hat viel zu erzählen“ statt. Neben dem neuen MINI Countryman erwartete die Besucher außerdem die gesamte Kollektion der Marke Bolzr! Das neu gegründete Label verbindet dabei Fußball und Mode auf einzigartige Weise. „It all started in the streets“ ist mittlerweile auch bei Top-Spielern wie Daniel Caligiuri, Marcel Heller oder auch Ivan Perisic von Inter Mailand angekommen. Das Autohaus freut sich ganz besonders über diese Zusammenarbeit. Außerdem konnten die vielen Besucher leckere regionale Spezialitäten aus der „heimat“ probieren.

Es ist nicht ganz einfach, die Identität des frischesten Mini-Produkts zu bestimmen. Ist es nun ein Gelände-Kombi oder ein Crossover, ist es gar ein SUV oder nur ein 4x4-Kompaktwagen? Schwer zu sagen. Eines ist der Countryman aber gewiss nicht: klein. Mini ist nur noch der Name, denn in der Außenlänge hat der Wagen rund 20 Zentimeter gegenüber seinem Vorgänger zugelegt. 4299 Millimeter stehen nun in Datenblatt. Das sind rund sechs Zentimeter mehr als bei einem Audi A3 und niemand käme auf die Idee, den mit dem Attribut „Mini“ zu belegen. Der gewonnene Platz soll den Insassen zugute kommen, aber auch die Transportkapazität erhöhen: Mindestens 450 Liter Volumen hat der Kofferraum jetzt.

Den Begriff Mini als Design-Konzept zu begreifen und nicht als Richtwert für eine bestimmte Fahrzeuggröße, hat Kunden und Kommentatoren immer wieder Probleme bereitet, seit der Wagen unter BMW-Ägide erstmals die Vier-Meter-Marke knackte. Gefühle der Beengtheit waren es, die Kunden veranlassten, vom Hersteller mehr Platz für die nächste Countryman-Generation zu fordern. Dass der Zugewinn an Fahrzeuglänge nur zu gut einem Drittel dem Radstand und damit der Beinfreiheit der hinten Sitzenden zugute gekommen ist, hat verschiedene Ursachen. So musste zum Beispiel aufgrund der Vorschriften zum Fußgängerschutz die Fronthaube modifiziert werden. Flacher und länger ist sie geraten, ohne jedoch das typische Mini-Gesicht negativ zu prägen. Die Abkehr von den runden Scheinwerfergläsern wirkt ebenfalls harmonisch und stilkonform. Die Dachreling ist etwas prägnanter und der Bügel höher ausgearbeitet als beim Vorgänger, ebenso fällt das stärker akzentuierte Helmdach auf.

Inzwischen wissen die Kunden sehr wohl, was sie von Mini im Innern zu erwarten haben. Ein riesiges zentrales Kombiinstrument, das als Haupt-Informationsquelle wirkt und neuerdings auch als Touchscreen bedient werden kann. Originelle Kippschalter und Lüftungs-Ausströmer, ein Anzeigeinstrument, das direkt auf der Lenksäule montiert ist und deren Verstellung mitmacht, farblich variable Displays und Kontrast-Verkleidungen – all das ist Teil des Mini-Universums, das die Marke geprägt hat und das andere Hersteller inspirierte, ebenso unkonventionelles Designs zu entwerfen. Mini definiert sich selbst als Premium-Produkt, doch dieser Anspruch ließe sich gewiss noch glaubwürdiger vertreten, wenn für die Sicherheitsgurte eine Höhenverstellung vorgesehen wäre.

Der Teilzeit-Stromer basiert im Wesentlichen auf der Antriebseinheit, die bereits im BMW 225 xe zum Einsatz kommt. Sie besteht aus einem Dreizylinder-Benziner, der 100 kW /136 PS abgibt und einer E-Maschine mit 65 kW / 88 PS. Während der konventionelle Motor auf die Vorderachse wirkt, gibt der Elektroantrieb seine Kraft an die Hinterachse ab. Eine aufwändige Steuerungselektronik sorgt dafür, dass das Wechselspiel für die Insassen weitgehend unmerklich abläuft. Über den Preis muss derzeit noch spekuliert werden. Da der 190-PS-Diesel mit Allradantrieb 35 900 Euro kosten soll, ist davon auszugehen, dass der Plug-In-Hybrid sich in dieser Region positionieren wird.

Ausflüge in asphaltfreie Gefilde absolviert der Countryman souverän, wühlt sich durch matschige Wege und über Wiesen, wenngleich seine Bodenfreiheit von 165 Millimetern die Kunden davor warnt, ihn für einen Geländewagen zu halten. Auf der Straße packt er (im Sportmodus) mit maximal 280 Nm Drehmoment beherzt zu, leistet den Spurt bis 100 km/h in 7,2 Sekunden ab und erreicht seine Höchstgeschwindigkeit bei 222 km/h. Werksseitig wird der Durchschnittsverbrauch mit minimal 6,4 Litern/100 km angegeben. Die Testfahrten im Heimatland des Minis wurden mit zwei Insassen, etwas Gepäck und unter unwirtlichen Bedingungen in der Mehrzahl mit zwei bis drei Litern mehr absolviert. Auch wenn die direkte und griffige Lenkung eine Idee leichtergängig sein könnte, musste am markentypischen Fahrerlebnis nichts vermisst werden. Der Federungskomfort und auch auf weniger gutem Belag solide und langstrecken-adäquat.

Mini-Kunden sind großzügig, wenn es um das Bestellen von Sonderausstattungen geht. Das hat zur Folge, dass eine Fülle von Optionen die Interessenten lockt; die Preisliste umfasst mehr Seiten als die Modellbroschüre. Neu sind unter anderem die elektrische Betätigung der Heckklappe und das so genannte Picnic-Bench, ein fest montiertes, ausklappbares Polster, das die Ladekante zu einer Sitzgelegenheit im Freien macht. Mit „Mini Find Mate“ kann man Utensilien elektronisch markieren, um sie anschließend mittels Smartphone wieder zu finden. (ampnet/afb)




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