Laudator Armin von Buttlar, Vorstand Aktion Mensch, mit Michael Brand (Mitglied des Bundestages, Wahlkreis Fulda), Paul Himmelmann (Inhaber Firma Paul Himmelmann), Martin Himmelmann (Inhaber Bohrma), Florian Witzel (Produktionsleiter Bohrma) und Rainer Sippel (Beiratsmitglied Netzwerk Perspektiva) - Fotos: zeichensetzen Medienagentur / Pletz

FULDA / BERLIN"Wirtschaft und Soziales verbinden"

BOHRMA aus Fulda gewinnt "Inklusionspreis der Wirtschaft" 2017

17.02.17 - Unternehmen aller Größenordnungen haben sich 2016 für den Inklusionspreis der Wirtschaft „Potenziale von Menschen mit Behinderungen“ beworben – jetzt stehen die Gewinner fest: Aus Fulda hat das Maschinenbauunternehmen BOHRMA gewonnen und reiht sich damit neben Großkonzernen wie AUDI oder dem SRH Waldklinikum in Gera ein. Verliehen wurde der Preis am Donnerstagabend in Berlin vom UnternehmensForum, der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, der Bundesagentur für Arbeit und der Charta der Vielfalt. Die Schirmherrschaft übernahm erneut Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles.

Die Initiatoren und Laudatoren mit ...

Zum fünften Mal würdigt der Inklusionspreis vorbildliches unternehmerisches Handeln in der Ausbildung und Beschäftigung von Menschen mit Handicap, aber auch in der Weiterbeschäftigung leistungsgewandelter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Denn die Anzahl der Beschäftigten, deren Arbeitsleistung sich aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen verändert, wird als Folge des demografischen Wandels in den nächsten zehn Jahren deutlich steigen. „Inklusion heißt, Menschen mit Behinderungen beschäftigen. Es heißt auch, Menschen im Unternehmen zu halten, die aufgrund von Krankheiten und Behinderungen ihre ursprüngliche Tätigkeit nicht mehr ausüben können“, sagte Laudatorin Verena Bentele, Beauftragte der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen. „Arbeitgeber, die Menschen mit Behinderungen als Potenzial für ihren Betrieb sehen, verbinden wirtschaftliches Handeln und soziale Verantwortung erfolgreich miteinander.“ „In der Region sind wir stolz auf tüchtige Unternehmer wie die Himmelmänner und das tolle Netzwerk Perspektiva. Die Auszeichnung ist hochverdient! In Berlin wurde mit Fulda auch eine ganze Region gewürdigt, die ein besonders engagiertes Stück Deutschland ist", sagte MdB Michael Brand bei seiner Laudatio.

Bundesministerium für Arbeit und Soziales beeindruckt vom Engagement
Auch die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Arbeit und Soziales Gabriele Lösekrug-Möller, die zur Preisverleihung Glückwünsche von Schirmherrin Andrea Nahles überbrachte, gratulierte. „Mit Ihrer Bewerbung haben Sie gezeigt, dass Sie einen klugen Blick haben für das Potenzial von Menschen mit Behinderungen“ würdigte sie die Preisträger und lobte: „So eröffnen Sie nicht nur Menschen mit Behinderungen eine echte Teilhabechance. Mit dieser Personalstrategie gewinnen Sie zugleich motivierte Fachkräfte.

BOHRMA Maschinenbau aus Fulda: Inklusion im Netzwerk
Der Bohrsystemehersteller BOHRMA Maschinenbau aus Fulda ist Gewinner in der Kategorie „Kleines Unternehmen“: Mit Unterstützung des regionalen Netzwerkes Perspektiva beschäftigt es fünf Menschen mit Schwerbehinderung – und hält damit eine Beschäftigtenquote von 15,2 %. Eine intensive Einarbeitungsphase der Mitarbeiter mit Lernbehinderung und geistiger Behinderung sowie ihr fähigkeitenorientierter Einsatz sind entscheidend für die gelingende Inklusion. Profitiert haben auch das Betriebsklima und die Motivation der Belegschaft – beides wichtige Bausteine für den wirtschaftlichen Erfolg.

AUDI: Inklusion mit Wertschätzung und Kommunikation
In der Kategorie „Konzern“ wurde der Automobilhersteller AUDI ausgezeichnet: Das Unternehmen setzt einen besonderen Fokus auf die Weiterbeschäftigung von Menschen mit Leistungswandlung. Um Inklusion nachhaltig zu verankern, legt AUDI Wert auf die Schulung von Führungskräften und die Förderung weicher Faktoren wie Wertschätzung und Kommunikation. Aspekte, die von der Jury besonders gewürdigt wurden. Eine transparente
Informationsstruktur und Inklusionsvereinbarungen runden die Strategie des Unternehmens ab, deren Erfolg durch eine wissenschaftliche Evaluation bestätigt wurde: Teams mit einem hohen Anteil an schwerbehinderten Menschen erzeugen mehr Ideen und sind damit auch wirtschaftlich erfolgreicher, so das Ergebnis.

SRH Waldklinikum Gera setzt auf demografiefeste Personalstrategie
Mit einer Beschäftigungsquote von knapp 8,4 % unterstreicht der Preisträger der Kategorie „Großes Unternehmen“ sein inklusives Engagement. Das Klinikum mit über 1.700 Beschäftigten hat demografiefeste Personalstrategien entwickelt, um Mitarbeitende mit gesundheitlichen Einschränkungen langfristig weiterbeschäftigen zu können. Ein
Frühwarnsystem und präventive Gesundheitsangebote halten die Fluktuation und das Risiko gesundheitsbedingter Erwerbsunfähigkeit bei Pflegekräften gering. Zudem hat das Waldklinikum auf Outsourcing verzichtet, um Mitarbeitenden mit geistiger oder körperlicher Behinderung eine langfristige Beschäftigung zu ermöglichen.

Tischlerei Stilfabrik*
In der Kategorie „Nicht beschäftigungspflichtiges Unternehmen“ wurde die Tischlerei Stilfabrik* aus dem nordrhein-westfälischen Neuss ausgezeichnet: Auf der Suche nach einer Fachkraft, die bei monotonen Arbeitsschritten hochqualifizierte Leistung erbringen kann, wurde Inhaber Piet Hülsmann bei einem Tischlergesellen mit Asperger Syndrom fündig. Die erfolgreiche Beschäftigung und die guten Erfahrungen haben dazu beigetragen, dass Inklusion heute fest in der Unternehmensphilosophie der Stilfabrik* verankert ist – und dass der Betrieb heute zudem einem jungen Mann mit schwerer geistiger Behinderung einen passgenau abgestimmten Arbeitsplatz zur Verfügung stellt.

Olaf Guttzeit, Vorstandsvorsitzender des UnternehmensForums, würdigte die Vielfalt des inklusiven Engagements der vier Preisträger: „Unternehmen leben von den Stärken ihrer Mitarbeitenden. Dass Menschen mit Behinderungen hier ein besonderes Potenzial darstellen, beweisen die Gewinner des Inklusionspreis der Wirtschaft 2016 deutlich.“ Er und die anderen Initiatoren erhoffen sich, dass die guten Beispiele auch andere Arbeitgeber zu mehr Inklusion ermutigen. +++




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