Das Helpershainer Streichorchester stellte sich zum Erinnerungsfoto an dem frischgestrichenen Bachgeländer. Es fehlen auf dem Bild die beiden Mitspieler Heiko Volz und Norbert Würz. - Foto: Dieter Graulich

ULRICHSTEIN"Wir machen das selbst"

Schutzgeländer mit neuer Farbe aufgefrischt: Bewohner übernehmen die Arbeit

13.07.17 - Es war mal wieder nötig. Mehr als dreißig Jahre ist es her, dass das Schutzgeländer entlang des Katharinenbachs im Ulrichsteiner Stadtteil Helpershain mit Farbe aufgefrischt wurde. Zunehmend blätterte die Farbe ab, setzte das Geländer Rost an, noch ein paar Jahre - und ein neues Geländer wäre fällig - bei insgesamt rund 360 m Länge wäre es eine teure Angelegenheit für die Gemeindekasse geworden.

Einige Anwohner taten sich deshalb zusammen und beschlossen: Wir entrosten und streichen das selbst. Im Ortsbeirat wurde mit Ortsvorsteher Jörg Bauer besprochen, wir müssen was tun. Die Stadtverwaltung Ulrichstein stellte Farbe zur Verfügung und es ging los. Zuerst wurden die Betonsockel und das ganze Geländer abgestrahlt, Anwohner willigten ein, Strom und Wasser auf ihre Rechnung zu nehmen. Die Aktion zog Neugierige an: Ja, wir könnten auch beim Entrosten und Anstreichen helfen. Dann ging es ans Entrosten, das musste besonders gründlich gemacht werden - mit viel Schleifpapier und Schweißtropfen, alles in Handarbeit.

Hatte Heinrich Bauer als künstlerischer Leiter bei der Personalsuche anfänglich nur ein Streichquintett zusammen, wurden es schnell immer mehr Mitspieler: Die Streichaktion wuchs sich zu einem veritablen Streichorchester aus. Teilweise waren bis zu zwanzig Mann und eine Dame tätig. Ein Voranstrich, quasi die Ouvertüre also, dann einen Deckanstrich hingebungsvoll aufgetragen in sattem Streicherton - zum Finale dann einen glanzvollen Schlussanstrich, ein wahres Prestissimo denn der Schlussanstrich war trotz des etwa 360 Meter langen Geländers dank voll besetztem Orchester innerhalb drei Stunden erledigt.

Eine gelungene Aufführung. Entlang des Bachlaufs brandete Applaus auf. Zwischendurch gab es noch ein solistisches Intermezzo, denn mit Streichen war es nicht alleine getan, schadhafte Stellen im Betonsockel mussten mit Mörtel ausgebessert werden. Hier wurde eigens als Solist Walter Hohmann engagiert der seinen Solopart mit Bravour meisterte. Nicht alle “Orchestermitglieder” wollen wir hier benennen, aber doch die drei Volzens in der ersten Geige als starke Stützen: Jörg Bauer und seine Brüder Arno Volz und Heiko Volz.

Zum Abschluss der konzertanten Aufführung, die Helpershainer Festspielwochen gingen über knapp drei Wochen von zweiter Hälfte Juni bis Anfang Juli, und einige Tage nachdem die Farbe richtig abgetrocknet war, trafen sich die Aktiven zur Manöverkritik. Unbekannte Kultursponsoren hatten Getränke und Grillwürstchen bereitstellen lassen, es wurde ein Erinnerungsbild erstellt und man war sich einig: „Es war ein gelungenes Konzert in sechs Sätzen: abstrahlen, entrosten, mörteln, vorstreichen, hauptstreichen, schlussstreichen!“ (gr) +++




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