Abstimmung mit grünen und orangen Karten: Die Jugendlichen agieren wie „die Großen“. - Fotos: Sabine Galle-Schäfer

REGIONEin Aushängeschild des Kreises

KJP feiert 25-jähriges Bestehen - Landrat Görig: "Bringt eure Ideen weiter ein"

12.09.17 - Das Vogelsberger Kreisjugendparlament macht auch nach 25 Jahren noch Schule: 1992 als erstes dieser Art in Deutschland gegründet, wird es auch heute noch als positives Beispiel aktiver Jugendbeteiligung wahrgenommen – sogar im Bundesfamilienministerium, wie Referatsleiter Thomas Heppener bei der großen Jubiläumsveranstaltung am Samstag im Alsfelder Güterbahnhof betonte. Und auch Dr. Oliver Märker (Agentur für crossmediale Bürgerbeteiligung), der die Demokratiekonferenz am Nachmittag moderierte, versprach, das Vogelsberger Beispiel noch weiter bekannt zu machen.

Landrat Manfred Görig bei der ...

Zunächst hatten Landrat Manfred Görig, Erster Kreisbeigeordneter Dr. Jens Mischak und Alsfelds Bürgermeister Stephan Paule die Gäste – unter ihnen auch viele ehemalige KJPler – begrüßt. „Das Experiment ist gelungen, das KJP ist angekommen“, zeigte sich der Landrat überzeugt. Er sprach von einer „ganz tollen Idee“, die 1992 im Vogelsberg umgesetzt wurde, heute sei das KJP ein „Aushängeschild des Kreises“. In vielen Bereichen hätten sich die Abgeordneten eingemischt, mit „forscher Energie die Themen zu uns gebracht“, lobte Görig das Engagement der jungen Politiker. Und genau das sei so wichtig: Die jungen Menschen geben Anregungen, „wie es besser gehen kann“ – vor dem Hintergrund, dass sie auch in Zukunft gerne im Vogelsberg leben wollen. „Das Allerwichtigste aber ist, dass sich die Jugend für Demokratie einsetzt und sich gegen Extremismus stellt“, betonte Landrat Görig, der noch auf einen weiteren interessanten Aspekt hinwies: Die Wahlbeteiligung bei den Wahlen zum Kreisjugendparlament liegt bei fast 90 Prozent.

Das KJP hält dem Kreistag und dem Kreisausschuss den Spiegel vor, erklärte Erster Kreisbeigeordneter und Jugenddezernent Dr. Jens Mischak. „Bewahrt euch das“, ermunterte er die Jugendlichen. Dinge hinterfragen, kritisch sein, das „lernt man sehr gut im Jugendparlament“, so Mischaks Erfahrung. Das helfe nicht zuletzt bei der Kommunikation untereinander. „Bleibt unbequem und sagt, was euch nicht passt“, rief Bürgermeister Stephan Paule den Jugendlichen zu und kündigte an, dass Mitte nächsten Jahres in Alsfeld ein eigenes Stadtjugendparlament eingerichtet wird. „Ich freue mich, vor Ort unbequeme Mitstreiter zu haben.“

Wie die Arbeit des KJP funktioniert, auch darüber konnten sich die Gäste ein Bild machen, denn im Anschluss fand eine reguläre Sitzung des Parlaments statt – mit einem breit gefächerten Themenspektrum. Das reichte von der hessenweiten Einführung des Schülertickets bis hin zum Jugendraum in Eichelsachsen. Dort hat sich gerade ein Verein gegründet, der die alten Umkleidekabinen des Sportvereins zum Jugendtreff umbauen will. Es fehlt allerdings noch an finanziellen Mitteln, deshalb wurde das KJP um eine Spende gebeten. Referatsleiter Heppener reagierte prompt, legte den ersten Zehn-Euro-Schein auf den Tisch und startete eine spontane Sammlung für die Jugendlichen.

Jugenddezernent Dr. Mischak, Bürgermeister Paule ...

In großer Runde ging es bei der anschließenden Demokratiekonferenz um Perspektiven des KJP. „Bringt eure Ideen ein“, ermunterte Landrat Görig die Jugendlichen, „ob sie immer realisiert werden können, ist eine andere Sache, wichtig ist, sie überhaupt vorzubringen.“ Dr. Mischak wies auf die persönlichen Erfahrungen hin, die Abgeordnete des KJP machen: Zwei Jahre, so lange dauert eine Wahlperiode, setzen sie sich mit mehreren Themen auseinander. „Sie übernehmen Verantwortung für längere Zeit, ein Stück weit auch für die Allgemeinheit.“ Darum gehe es später auch in den Gemeindevertretungen und im Kreistag. „Man denkt globaler, es geht nicht nur um Einzelinteressen – das ist die nachhaltige Wirkung.“ Ein Aspekt, den eine Reihe ehemaliger KJPler nur bestätigen konnten: „Man lernt, seine Meinung zu sagen, und man lernt, das Selbstbewusstsein dafür zu haben.“

Die Jugendlichen, das wurde in der Runde deutlich, wollen sich auch in Zukunft einmischen und sie wollen noch besser informiert sein. In vielen Kreistagssitzungen können sie Entscheidungen nicht nachvollziehen, da nur der Tagesordnungspunkt aufgerufen und dann schon abgestimmt wird. „Die Diskussionen werden vorher schon in den Ausschüssen geführt“, schilderten Landrat Görig und Jugenddezernent Mischak den Hintergrund. Und natürlich in den Parteien. Landrat Görig schlug daher vor, dass die KJP-Abgeordneten in eine Fraktionssitzung kommen, „damit der Willensbildungsprozess deutlich wird“. Dann könne nachvollzogen werden, wie eine Entscheidung zustande gekommen ist. Und: „In der Fraktionssitzung ist es ja interessant. Die Diskussion mit der eigenen Fraktion ist manchmal schwieriger als mit dem politischen Gegner“, schmunzelte der Landrat. +++


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