Walter M. Rammler (links) und Professor Dr. Stephan Rammler - Fotos: Laura Struppe

FULDAMobilitätsexperte bei Grünem-Direktkandidat

Rammler trifft Rammler: Über die Zukunft des Autos - "Wir müssen umdenken"

13.09.17 - "Oh toll, ein Grüner mit Nachnamen Rammler will in den Deutschen Bundestag - das muss ich doch glatt unterstützen", dachte sich Professor Dr. Stephan Rammler, Mobilitäts- und Zukunftsforscher an der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig, als er von der Direktkandidatur des Fuldaers Walter M. Rammler erfuhr, und griff zur Tastatur seines PCs, um per E-Mail Kontakt mit dem Namensvetter aufzunehmen. Das Ergebnis dieses Kennenlernens war am Dienstagabend ein faktenreicher Vortrag von Professor Rammler über die Zukunft der Mobilität, den der Fuldaer Grünen-Politiker im antonius-LadenCafé am Severiberg organisiert hatte.

In seiner Streitschrift für eine neue Mobilität mit dem Titel "Volk ohne Wagen", die der Veranstaltung inhaltlich zugrunde lag, plädiert der Braunschweiger Wissenschaftler leidenschaftlich für einen geistigen und emotionalen Perspektivwechsel: "Wir müssen uns verabschieden von der Automobilität, wie wir sie kennen. Das bedeutet keinen Verzicht, sondern Fortschritt zu einer viel besseren Mobilität." Die Zukunft der wirklich intelligenten Mobilität, habe gerade erst begonnen, so eine seiner Kernthesen.

Der Experte, der die Grünen in dieser Frage seit einigen Jahren berät, unterstrich noch einmal deren Forderung, ab 2030 keine Autos mehr mit Verbrennungsmotoren zuzulassen. "Der Wechsel auf Elektro - gerade auch vor dem Hintergrund des Klimawandels - ist unausweichlich." China, das in den kommenden Jahrzehnten besonders vom demographischen Wandel betroffen sei und dessen Ballungsräume immer größer würden, habe das Problem erkannt: "Dort gibt es einen enormen Trend zur Elektro-Mobilität." Wenigstens mittelfristig auf Gasautos zu setzen, wie eine Dame aus dem Auditorium anregte, hält Professor Rammler für wenig sinnvoll: "Denn das ist ja auch ein fossiler Brennstoff."

Eines der Hauptprobleme beim Wechsel auf Elektroautos sieht der Wissenschaftler in den festgefahrenen Denkstrukturen in Deutschland, was Angebot, Nachfrage und Politik angeht: "Die Gesellschaft steckt mental in einem Pfad fest, ohne nach rechts oder links zu sehen." Dabei sei ein Mentalitätswechsel der Nutzer Voraussetzung für einen Wandel im Verkehrsbereich: "Es geht um einen Gesamtumbau des Systems. Irgendwann wird es keinen Platz mehr für Individual-Mobilität geben." Immerhin sei das Auto in einem Großteil der Fälle kein "Fahrzeug" sondern ein "Stehzeug", das bis zu 23 Stunden am Tag geparkt sei.

Stattdessen sieht der Forscher im öffentlichen Verkehr, im Ausbau der Fahrradwege, im Car-Sharing, in der Bahn und der Binnenschiffahrt große Chancen. "Nehmen Sie nur das Beispiel Berlin: Da können Sie theoretisch mit dem Schiff bis in die Stadtmitte fahren und dann auf ein anderes Verkehrsmittel umsteigen." Das sei in ländlichen Gebieten sicherlich etwas anders, so Professor Rammler. "Aber auch für dort gibt es Lösungen. Man braucht eben ein wenig Phantasie." (mw) +++


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