02.10.13 - FULDA

Viele Menschen in Deutschland sind arm. Zu viele. Eltern, die nicht die Beerdigungskosten für die Bestattung ihres Kindes bezahlen können, ein alter Herr, der sich die neue Brille nicht leisten kann oder das Grundschulkind, für dessen Mittagessen der Hartz IV-Zuschuss nicht ausreicht – diese Menschen wohnen nicht irgendwo in einer fernen, anonymen Großstadt. Auch in Fulda, Bad Soden-Salmünster oder jeder beliebigen Kleinstadt mit heile-Welt-Postkartenimage gibt es Nachbarn, die keinen Cent mehr in der Tasche haben.

„Einige zeigen ihren Reichtum mit derartiger Penetranz, wo andere nicht wissen, wie sie ihr Heizöl bezahlen sollen" stellte Bischof Heinz Josef Algermissen bei der Präsentation der Stiftung „Sozialdienst katholischer Frauen im Bistum" (SkF) fest. Und wie prekär die Lage für viele Menschen ist, wurde bei der Vorstellung der Projekte durch Anne Schmitz, Vorsitzende des Stiftungsrates, und Sarah Schlimme-Nordheim, SkF-Diözesanreferentin, mehr als deutlich. Die Liste der konkreten Hilfestellungen macht sichtbar, dass einfach geholfen wird, wo es notwendig ist.

Bei dem Projekt Rosen(b)rot in Fulda gibt es für Kinder ein warmes Mittagessen, Hausaufgabenhilfe und Freizeitbeschäftigungen. „Mogli" vermittelt Patenschaften, bei denen Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter einen engagierten Erwachsenen finden können. Spielen, Kinogehen oder Drachensteigen – es geht in erster Linie um die familiäre Einbindung solcher Kinder, die sonst keine Chance hätten, diese Dinge zu erleben. In allen Lebensabschnitten können sich Schwangere, junge Familien, Allleinerziehende, junge und alte in Not Geratene an den SkF wenden.

„In diesen existentiellen Grenzsituationen müssen nicht nur Worte, sondern auch konkrete finanzielle Hilfestellungen geleistet werden", sagte Algermissen in der Pressekonferenz zum 1. Deutschen Stiftertag am Dienstagmittag in Fulda. Seit der Gründung im November 2007 hat die Stiftung SkF eine „Erfolgsgeschichte sondergleichen" geschrieben: Das Startkapital von 50.000 Euro ist auf 3,66 Millionen Euro angewachsen, berichtete Gerhard Stanke, der mit den Finanzen der Stiftung betraut ist. Das bedeute bei einem momentanen Zinssatz von etwa 2 Prozent Kapitalerträge von rund 70.000 Euro. Diese Kapitalerträge fließen fast vollständig in die Projekte. Personalkosten gäbe es kaum, der Großteil der Arbeit werde in den Ortsvereinen von Ehrenamtlichen geleistet.

„Die Problemlagen geben uns die Konzepte vor – in den Ortsvereinen weiß man meist ganz genau, wo gerade Hilfe benötigt wird. Die Projekte können so individuell auch mal auf unkonventionelle Art Unterstützung geben. „Wir sind nicht nur eine Kirche für das gehobene Bürgertum", stellte Algermissen klar. Und daher wünscht er sich keine Geschenke zu Geburtstagen und Jubiläen, sondern bittet um Spenden oder Zustiftungen für die vom Land ausgezeichnete "Stiftung des Monats Mai 2013". Mehr Informationen zu Geldspenden oder Betätigungsfelder für Ehrenamtliche gibt es auf der Internetseite der SkF. (am)+++

von links: Gerhard Stanke, Sarah ... Fotos: Anna Medlin




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