Petra Krumpen (rechts) freut sich, in Lispenhausen zu sein. Nicole Schilling ist die engagierte Vorsitzende des Fördervereins WuWiS.

15.12.13 - LISPENHAUSEN

Lispenhäuser Weihnachtsmarkt

Petra Krumpen aus Simbabwe zu Besuch

Es ist nasskalt und ungemütlich auf dem Lispenhäuser Weihnachtsmarkt, der am Samstagnachmittag mit einer Andacht und Posaunenklängen eröffnet wurde. Eine Besucherin, oder besser gesagt, ein Gast aus Afrika friert ganz besonders. Petra Krumpen, seit Januar 2005 in Simbabwe zuhause, wo sie als Dozentin an der Universität Mutare tätig ist, weilt zwei Wochen auf Heimaturlaub und besucht an diesem Wochenende Freunde und Bekannte in dem Ort, wo sie rund fünf Jahre lang als Jugenddiakonin gewirkt hat.

Nicole Schilling, die 1985 in ihrem Heimatort konfirmiert wurde, erinnert sich gern an die gemeinsam erlebte Konfirmandenzeit. Heute ist die engagierte junge Frau Vorsitzende des Vereins „WuWiS = Wir unterstützen Waisenkinder in Simbabwe". Sie hat sofort auf den Hilferuf von ihrer Freundin Petra Krumpen reagiert. In einem bewegenden Brief schilderte die für die Organisation „Brot für die Welt" tätige Ausbildungsschwester kurz nach ihrer Ankunft in Simbabwe die katastrophalen hygienischen Zustände in dem Waisenhaus St. Augustin in Mutare, in dem sie sich ehrenamtlich und nebenberuflich mit bewundernswertem Einsatz und Mut um mehr als 40 bitterarme Kinder und Jugendliche kümmerte.

Durch das Engagement und die Tatkraft von vielen Lispenhäuser Bürgerinnen und Bürgern wurde es möglich, diesen Kindern Menschenwürde und durch Schulbildung eine Zukunft zu geben. Das Waisenhaus wurde saniert, neue Matratzen gekauft, sanitäre Anlagen gebaut, ein „Chickenprojekt" und die Anschaffung einer Maismühle für ein kleines Einkommen der Kinder und Jugendlichen wurden ebenfalls von den Spenden finanziert. Längst sind die meisten Kinder von damals im Erwachsenenalter.

Petra Krumpen berichtet von dem neuen Projekt „Town-Ship", in dem 170 Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre in ihrer vertrauten Umgebung leben können, auch wenn die Eltern - zumeist an AIDS - verstorben sind und keine Großmütter, größere Schwestern oder Verwandte die Erziehung übernehmen können. Mütter und ältere Frauen kochen ohne Lohn jeden Tag eine warme Mahlzeit, der Verein WuWiS übernimmt für 135 Kinder das Schulgeld und bezahlt Medikamente, freut sich Petra Krumpen, die so eine „Community" der Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in einem Waisenhaus auf jeden Fall vorzieht. „Es tut gut, Gutes zu tun", ist das Leitmotiv des Vereins.

Die Mitglieder sind sich bewusst, dass es sehr viel Leid auf der Welt gibt und dass sie nur einen kleinen Beitrag leisten können. Aber es ist ein Anfang und in einem Land wie Simbabwe, in dem es so viel menschliches Leid zu beklagen gibt, mehr als hilfreich. Im Herbst 2006 organisierten Nicole Schilling und Patrick Busch ein erstes Benefizkonzert mit „The Mixed Melodies" und vielen befreundeten Chören, Bands und Tänzerinnen, dem viele weitere folgen sollten. Mit ihrer wunderbaren Musik erspielten David, Jonas und Felix Gerlach eine großartige Spendensumme von 2.040 Euro. Ein Rotenburger Abiturjahrgang rannte für den guten Zweck, die „Quasselquilter" rund um Anke Hanstein verlosen zugunsten von WuWiS gemeinsam geschaffene, traumhaft schöne Gesamtkunstwerke, die Klasse 3b der Regenbogenschule in Sontra mit ihrem Lehrer Patrick Busch organisierte einen Basar, um den AIDS-Waisen zu helfen, viele Geschäfts- und Privatleute öffnen ihr Portmonee, um die größte Not zu lindern.

33 Patenschaften wurden bisher von dem Verein vermittelt, der im Dezember 2008 gegründet wurde, um effektiver helfen zu können. Auch auf dem Weihnachtsmarkt am Sportplatz in Lispenhausen, der am heutigen Sonntag um 15.00 Uhr öffnet, ist der Verein mit einem Stand vertreten. Zu dem leckeren Angebot zum Vernaschen vor Ort oder zum Verschenken gehören die fertig gemischten Zutaten für „Lispenhäuser Kirschkuchen" in der Milchflasche oder der fertige Kuchen im Glas, leckere „Lispenhäuser Rotwein-Zwetschgen" und feine „Amarettini" so wie viele GOGO Olive-Stofftiere aus Simbabwe.

Petra Krumpen hilft beim Verkauf und freut sich auf viele gute Gespräche und über die Hilfsbereitschaft der Besucher, bei der ihr zumindest warm ums Herz wird. Sie freut sich aber auch auf ihre Rückreise am kommenden Donnerstag, denn sie wird von ihren drei Pflegekindern, alle aus dem Waisenhaus St. Augustin, sehnsüchtig erwartet. Auch wenn das Leben schwierig ist in Simbabwe, die Sonne wird scheinen. Einen kleinen Sonnenstrahl schicken die Lispenhäuser mit jeder Spende nach Simbabwe, einem Land in der Krise – ökonomisch und humanitär. Der Verein hat schon einiges erreicht, aber er benötigt weiterhin Hilfe und Unterstützung. Information unter www.wuwisev.de. Kontakt Nicole Schilling unter Tel. 06623-42106. (Gudrun Schmidl) +++

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