Im Bild von links: Rektor Prof. Willmes, Friederike Eichhorn-Remmel, Daniel Remmel, Karina Barzyk, Bischof Algermissen, Prof. Predel Foto: Bistum Fulda

08.02.14 - FULDA

Hrabanus-Maurus-Akademie

Zeugnis für die wirkliche Auferstehung Jesu von den Toten

Dass die Evangelien in ihrer von Ostern geprägte Sprache ein Zeugnis für die „wirkliche Auferstehung des gekreuzigten und begrabenen Jesus geben, der sich nach seinem Tod den Jüngern als der Auferstandene offenbarte", hob der Großkanzler der Theologischen Fakultät Fulda, Bischof Heinz Josef Algermissen, jüngst zum Abschluss der traditionellen Hrabanus-Maurus-Akademie, des Patronatsfestes der Fakultät, hervor. Der Oberhirte machte in seinem Schlusswort im Auditorium maximum deutlich, dass „die glaubwürdig verbürgte Botschaft vom Auferstandenen" gleichzeitig Gipfel des Christusglaubens sei.

„Gott überlässt die Menschheit und die Welt nicht dem Tod und Untergang." Vielmehr habe er durch seinen Sohn Jesus Christus die Macht des Todes besiegt, damit die Menschen Anteil an seiner Herrlichkeit finden könnten. Festvortrag über die Begründung des Christusglaubens durch Kreuz und Auferstehung Bischof Algermissen betonte, dass es Aufgabe der Theologie als Wissenschaft sei, die Suche nach Gott „auszuhalten und zu reflektieren". Dies gelte insbesondere in der heutigen Zeit, die von einer „religiösen Müdigkeit" und dem Verlust des „Horizontes der Ewigkeit" gekennzeichnet sei. Der Oberhirte dankte dem Diplomtheologen Daniel Remmel für seinen Festvortrag mit dem Titel „’Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist unsere Verkündigung leer und euer Glaube sinnlos.’ (1 Kor 15,15) – Systematische Erwägungen zur Begründung des Christusglaubens".

Zu Beginn der Festakademie hatte Rektor Prof. DDr. Bern Willmes den Bischof sowie Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez, die anwesenden Domkapitulare und Professoren der Theologischen Fakultät und zahlreiche weitere Gäste aus Kirche, Universität und Gesellschaft begrüßt. Im Laufe der Veranstaltung wurde den Absolventen Daniel Remmel, Friederike Eichhorn-Remmel und Karina Barczyk der Eduard-Schick-Preis für herausragende theologische Leistungen in Diplomarbeit und Examen an der Theologischen Fakultät Fulda verliehen. Die Akademieveranstaltung wurde musikalisch umrahmt durch ein Instrumental- und Vokalensemble mit Stücken von J. Bodin de Boismortier, J. Brahms und F. Schubert.

In seinem Vortrag stellte Remmel die Frage, ob Jesus wirklich der Christus, also der Sohn Gottes, oder nur ein besonders sittlicher Mensch gewesen sei, und fragte, inwieweit die Auferstehung Jesu von den Toten, die ein neues und vollendetes Leben bei Gott meine, ein tragfähiger Grund für den Glauben an ihn als den Sohn Gottes und Erlöser der Welt sei. Der Theologe Verweyhen habe als Kritiker der Auferstehung Jesu seinen Tod am Kreuz als den eigentlichen Grund für den christlichen Glauben hervorgehoben. Dieser Sichtweise nach gebe es nur eine philosophische Sicht auf den Sinn von Jesu Tod am Kreuz und kein Auferweckungserlebnis, sondern nur Bekehrungserlebnisse der Jünger. Remmel kritisierte diesen Entwurf, da er zu sehr von rein menschlicher Vernunft her denke und sich vom biblischen Zeugnis entferne. Sinnverlangen und Moralität, echte interpersonale Liebe und menschliche Solidarität im Angesicht von Leid und Unrecht sprechen seiner Ansicht nach für eine Auferstehungswirklichkeit.

Der Apostel Paulus bekenne mit seiner Aussage über die Auferstehung als Glaubensbedingung einen authentischen Zugang zur Erfahrung von Ostern. Die Auferstehung Jesu von den Toten und infolgedessen die Leere des Grabes seine tatsächliche Ereignisse in der Geschichte. „Die Ostererfahrung kann vor dem Forum historischer Rationalität verantwortet werden", so Remmel weiter, der in der Auferstehung mit den Theologen Kessler und Pannenberg einen „notwendigen Sachgrund" für den christlichen Glauben sieht. Der Bruch zwischen Tod Jesu und Verzweiflung der Jünger einerseits und der freudigen, gegenteiligen Verkündigung kurz danach andererseits seien nur mit der „wirklichen Erfahrung der Auferstehung" durch die Jünger zu verstehen. Wäre das Grab nicht leer gewesen, hätte dies die Verkündigung von Jesu Auferstehung unmöglich gemacht.

Die Auferstehung sei „mehr als ein anderer Blick" auf das Geschehen des Karfreitags. „Erst von der Auferstehung her lässt sich begründet das Leben und Sterben Jesu als Heilsereignis deuten", stellte der Referent heraus. Die bedeute auch die Erfüllung und Vollendung Jesu Christi als Sohn Gottes. Mit der Ankunft des Gekreuzigten bei Gott sei die Erlösung von Menschheit und Kosmos geschehen. Remmel plädierte dafür, die Auferstehung Jesu von den Toten in Zusammenhang mit dem Leid am Kreuz zu betrachten und als Einheit mit dem Leben Jesu zu sehen. So sei das Kreuz auch ein „bleibendes Kennzeichen des Auferstandenen". +++




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