Erzieherinnen im Kindergarten geraten immer mehr unter Druck: pädagogische Anforderungen, verschiedene Förderprogramme, der Bildungsplan und verhaltensauffällige Kinder sind tägliche Herausforderungen Foto: .shock - Fotolia

30.07.14 - KIRTORF

"Oft liegen Nerven blank"

Erzieherinnen unter Druck – Kindergarten-Leiterinnen im Austausch

Steigende Anforderungen in Kindertageseinrichtungen erhöhen tagtäglich den Druck auf die Fachkräfte: Neue pädagogische Anforderungen sind in die Kita-Konzeption einzuarbeiten, verschiedene Förderprogramme sind durchzuführen, der Bildungsplan soll umgesetzt werden – und bei alldem sollen die Erzieherinnen und Erzieher selbstverständlich jedem einzelnen Kind noch gerecht werden. „Das sind pädagogische Ziele, die im Kitaalltag nicht immer zu erfüllen sind. Denn vielerorts sind Dienstpläne eng bemessen und Zeiten für die pädagogische Arbeit rar“, stellte Claudia Pelinka von der Fachstelle für Kindertageseinrichtungen des Jugendamtes auf dem Leiterinnentreffen in Kirtorf die Situation dar.

Erster Kreisbeigeordneter Peter Zielinski hebt die wichtige Arbeit der Fachstelle für Kindertageseinrichtungen hervor und geht davon aus, dass diese Form des Austauschs auch in der Zukunft fortgeführt wird.

Unter fachlicher Begleitung durch Ulrike Schütz und Annegret Schulte vom Kinderschutzbund Marburg beschäftigten sich die beiden Mitarbeiterinnen der Fachstelle für Kindertageseinrichtungen des Jugendamtes gemeinsam mit über 30 Kita-Leiterinnen aus dem Vogelsbergkreis mit dem Thema „überforderte Kolleginnen und Kollegen“. Überforderung sei ein Problem, das in den letzten Jahren immer deutlicher von den Leiterinnen in ihren Einrichtungen beobachtet wird.

Erfahrungen wurden ausgetauscht, beispielhafte Situationen analysiert und Ursachen ermittelt. Die Leiterinnen aus Kitas in kommunaler, kirchlicher und freien Trägerschaft erarbeiteten erste Handlungsschritte, um beruflichen Stress zu reduzieren, einer Überforderung vorzubeugen und beschäftigten sich mit der Frage, welche Bedingungen erforderlich sind, um ein Team zu stärken.

Täglich warten auf die Erzieherinnen echte Herausforderungen: Es sind immer mehr verhaltensauffällige Kinder zu betreuen, Unterdreijährige zu integrieren und kranke Kolleginnen oder Kollegen zu vertreten. Gefühle der Unzufriedenheit stellen sich ein, weil man den eigenen pädagogischen Ansprüchen nicht gerecht werden kann. Dazu kommt das Sich-Ausgelaugt-Fühlen, weil man seine eigenen Bedürfnisse vernachlässigt. „Wenn dann noch private Probleme bestehen, Krankheiten auftreten oder es zu Spannungen im Team kommt, liegen die Nerven blank“, erzählte Monika Lein von der Fachstelle für Kindertageseinrichtungen. In dieser quälenden Überforderung und Stresssituation bestehe die Gefahr, unangemessen zu reagieren und die Grenzen anderer zu verletzen – seien es die von Kindern, Eltern oder den Kollegen.

Die Halbtagesveranstaltung in der Gleentalhalle Kirtorf stieß auf großes Interesse. Auch Mechthild Hoffmann, Vertreterin der Fachschule für Sozialpädagogik Lauterbach, und Brigitte Winkel, Fachberaterin der evangelischen Kitas, nahmen daran teil – doch die Zeit reichte bei Weitem nicht aus, um das sensible Thema abschließend zu bearbeiten. Auf einhelligen Wunsch der Leiterinnen werden weitere Treffen folgen, an denen möglichst auch Vertreter der Kindergartenträger teilnehmen sollen.+++




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