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Weithin sichtbares Wahrzeichen der Gemeinde Neuhof: die Abraumhalde - Martin Angelstein

Darf noch 35 Jhare in die Breite wachsen...... - Kali + Salz AG
04.07.03 - Neuhof
"Monte Kali" bei Neuhof darf noch 35 Jahre - in die Breite - wachsen
Der weithin sichtbare Hausberg der Gemeinde Neuhof im Kreis Fulda, der rund 180 Meter hohe Kaliberg wird noch weiterwachsen. Aber nicht in die Höhe, sondern in die Breite: Mit 500 Meter über Normal-Null hat er laut bergbehördlicher Genehmigung seine maximale Höhe bereits erreicht.
Am heutigen Nachmittag übergab der Kasseler Regierungspräsident Lutz Klein im Neuhöfer Werk der K + S Kali GmbH den Planfeststellungsbescheid für die Erweiterung der Rückstandshalde. Damit ist die künftige Ausdehnung des Salzbergs gen Süden von 90 auf 120 Hektar im Lauf der nächsten dreißig Jahre gesichert. 3,5 Millionen Tonnen Rohsalz werden hier jährlich zur Herstellung von Kalidünger gewonnen. Bei der technischen Verarbeitung der unter Tage gewonnenen Rohsalze sind rund 75 Prozent des Materials gegenwärtig wirtschaftlich nicht zu verwerten. Ein Teil davon wird zum Verfüllen von Hohlräumen in der Grube genutzt, aber mehr als die Hälfte des Abraums kommt auf die Halde.
Durch den "Abfall" wächst die Rückstandshalde kontinuierlich an. Täglich fallen um ein Volumen von 7.000 Tonnen Steinsalz an, das sind rund 2 Millionen Tonnen jährlich. Für das Jahr 2035 rechnen Fachleute mit der endgültigen Ausschöpfung des Kalivorkommens in Neuhof-Ellers, der Rohstoff wird restlos ausgebeutet sein. Dann wird der Berg bei voller Flächennutzung aus 160 Millionen Tonnen Haldenmasse bestehen.
Naturschützer hatten im Vorfeld auch den mit der Erweiterung zwangsläufig verbunden Landschaftsverbrauch kritisiert, vor allem aber das von der Halde ablaufenden salzgetränkte Regenwasser. Diese Salzlauge wird in einen unterirdischen Hohlraum im Plattendolomit verpresst. Rund 15 Jahre nach Abbauende ist dieses Raumvolumen erschöpft. Noch in Planung ist, was dann mit der weiter anfallenden Lauge geschieht.
Der Geschäftsführer des Neuhofer Kaliwerks, Klaus-Dieter Müller sieht in der amtlichen Erlaubnis zur Erweiterung der Halde die wesentliche Voraussetzung zur Weiterführung des Betriebs. Als einer der größten industriellen Arbeitgeber - und Ausbildungsbetrieb - in der Region beschäftigt das Werk zur Zeit eine Belegschaft von rund 700 Menschen, darunter 40 Auszubildende. Die werden als Chemielaboranten, Industriemechaniker, Energieanlagenelektroniker oder Kaufleute vornehmlich über Tage ausgebildet. Das seit 1906 existierende Werk wächst in diesem Jahr ebenfalls: Mit einer Investion von 11 Millionen Euro soll eine neue Anlage zum Klären von Salzwasser installiert werden. Zusätzlich wird eine so genannte Kaue gebaut - so heißt im Bergweksdeutsch der Sozialbereich mit Umkleideräumen und Duschen.
Im Vergleich zu den anderen Werken ist Neuhof-Ellers auf "Spezialitäten" unter den Düngemitteln ausgerichtet. Die hier geförderten Rohsalze enthalten Nährstoffe wie Magnesium und Schwefel. Das sei eine "Trumpfkarte" gegenüber anderen großen Kalianbietern wie Kanada und Russland, die überwiegend nur Kaliumchlorid anböten, sagte der Geschäftsführer.
Eine Besonderheit des von den Anwohner "Monte Kali" genannten Salzbergs mit Gipfelkreuz ist seine Funktion als Wetteranzeiger. Je nach Witterung verändert er seine Farbe, weil er wie ein überdimensionaler Hygrometer die Luftfeuchtigkeit anzeigt. Bei Sonneneinstrahlung strahlt der Berg in reinem Weiß, während Regen und hohe Luftfeuchtigkeit ihn dunkelgrau einfärben.+++

....und überragt schon heute die Gemeinde im Süden des Kreises Fulda. - Martin Angelstein