Osthessen Sport
Die neue Deutsche Meisterin Lisa Hahner und der neue deutsche Marathon-Rekordläufer Arne Gabius bei der Pressekonferenz am Sonntag in Frankfurt am Main Foto: Facebook Hahnertwins

26.10.2015 - LAUFSPORT

DLV: "Für Diskussionen noch viel zu früh"

Lisa HAHNER verpasst Olympianorm knapp - Trotzdem Chancen auf RIO 2016?

Sie hat am Sonntag in Frankfurt am Main für Furore gesorgt: Lisa Hahner aus Nüsttal-Rimmels (Landkreis Fulda). Die 25-jährige Marathon-Läuferin absolvierte den Frankfurt-Marathon in einer überragenden Zeit von 2:28,39 Stunden. Sie unterbot nach zweijähriger verletzungsbedingter Abstinenz ihre eigene Bestzeit und wurde souveräne Deutsche Meisterin - der Frankfurt-Marathon war gleichzeitig der Deutsche Meisterschaftslauf.

Entsprechend überglücklich zeigte sich Hahner gegenüber den nationalen Medien. Gerade auch wegen ihrer Art und Weise gewann Lisa Hahner viele Fans dazu. Immer mit einem Lächeln im Gesicht absolvierte sie die Marathon-Distanz über 42,195 Kilometer.

Zum perfekten Sonntag fehlten allerdings neun Sekunden: Mit ihrer Zeit verfehlte sie die nationale Olympianorm um gerade diese neun Sekunden. Die internationale Norm hat sie locker erreicht. Trotzdem ist sie laut aktuellem Stand nächstes Jahr bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro nicht dabei. Diese nationale Richtzeit wird kritisiert, sie habe mit dem olympischen Gedanken nichts zu tun. "Diese Vorgabe der Norm ist eine Frechheit! Wozu sind sie dann die deutschen Meister? Herzlichen Glückwunsch Lisa!", heißt es etwa auf der Facebook-Seite von O|N. "Da gehört jetzt mal ganz klar ein Zeichen gesetzt für die Teilnahme in Rio! Und zwar jetzt und nicht erst zwei Wochen vorher!", schreibt ein weiterer User.

Beim Deutschen Leichtathletik-Verband ist man derzeit noch anderer Meinung. "Wir geben dem Deutschen Olympischen Sportbund eine Empfehlung. Der DOSB nominiert letztlich die deutsche Olympia-Mannschaft", sagte eine Sprecher auf Nachfrage von OSTHESSEN|NEWS. Die Norm wurde als Zielvorgabe ausgegeben mit dem Hintergrund, dass die Athleten eine Endkampfchance haben, dass heißt im Marathon etwa unter die ersten Zehn bis 15 Starter kommen können.

Noch sei es für solche Diskussionen viel zu früh. Schließlich sind längst noch nicht alle Kandidaten gelaufen, es könne ja sein, dass die Norm noch von drei Läuferinnen unterboten werde. Allerdings sei es durchaus möglich, dass die Norm - dann wohl recht kurzfristig - noch geändert werde. Dann, wenn man das Gefühl habe, dass die gelaufenen Zeiten über der Norm trotzdem für einen Spitzenplatz unter den Top 15 ausreichen könnten.

Auch Lisas Schwester Anna hat Rio weiter im Blick. Sie war vor wenigen Wochen beim Berlin-Marathon an der nationalen Norm gescheitert und will im Frühjahr 2016 einen neuen Versuch starten. Auch Lisa hat bereits am Sonntag angekündigt, die Norm nochmals in Angriff zu nehmen. Der Traum von Rio - er lebt bei Anna und Lisa Hahner trotz aller nationalen Verbandsvorgaben weiter. Und vielleicht tritt ja doch noch ein Umdenken ein - es wäre in der heutigen Zeit mal ein positives Signal. Die drei Schnellsten, die die internationale Norm schaffen, sollen nach Rio. (Hans-Hubertus Braune) +++

                    

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