Osthessen Sport
Maurice Scheich in seinem Element Foto: privat

07.03.2017 - TENNIS

Leben, wo andere Urlaub machen

Wie Maurice Scheich Leistungssport und Studium in den USA verbindet

Studieren und Tennisspielen, und das dort, wo andere Urlaub machen. Maurice Scheich aus der Gemeinde Eiterfeld (Landkreis Fulda) hat sich diesen Traum erfüllt. Seit August letzten Jahres lebt der 18-Jährige in den Vereinigten Staaten von Amerika. Zuerst trainierte, studierte und lebte er in Chicago (Bundesstaat Illinois), bevor es ihn nach Brunswick (Bundesstaat Georgia) an die Grenze zu Florida verschlug.

Aber was hat den jungen Tennisspieler dazu gebracht, nach dem Abitur, das er an der Modellschule Obersberg in Bad Hersfeld ablegte, in den Staaten zu studieren? „Mein früherer Tennis-Trainer, Andy Weber, war auch in den Staaten und hat dort Tennis gespielt. So bin ich das erste Mal auf den Gedanken gekommen“, erklärt Maurice, „schließlich habe ich mich dann bei einer Agentur angemeldet.“

Gesagt getan. Nach seinem Abitur im Frühsommer 2016 packte der Eiterfelder seine Koffer. Sein Ziel: die Chicago State University. „Es ist mir eigentlich ziemlich leicht gefallen, da ich sowieso noch nicht wusste, was ich nach dem Abi machen wollte“, so der 18-Jährige. Doch lange hielt es ihn nicht im Staate Illinois. Nach einem halben Jahr merkte Scheich, dass es einfach nicht passte. „Der Trainer sah seinen Job als Coach wirklich nur als Job an und war nicht sehr einsichtig, da ich in ein eingespieltes Team kam“, sagt Maurice.

Der 18-Jährige Eiterfelder verbindet in ...

Schließlich machte er sich auf die Suche nach einer neuen Universität, was sich aber nicht als sehr einfach herausstellte. „Ich musste erst auf eine Freigabe warten. Meine Agentur hat mich hierbei sehr unterstützt“, so der Eiterfelder. Über Weihnachten ging es für Maurice Scheich für einen Monat in die Heimat. Danach war sein Ziel nicht mehr Chicago, sondern das „College of Coastal Georgia“ in Brunswick, das zwischen Jacksonville (Florida) und Savannah (Georgia) liegt.

An seinem neuen College fühlt sich Maurice Scheich nun pudelwohl. Sein neues Team besteht aus drei Australiern und einem Spanier, Argentinier und einem Neuseeländer. Mit letzterem wohnt er zusammen und teilt sich mit ihm eine kleine Wohnung. Amerikaner sind auch in seinem Team, aber dies sind sogenannte „walk-ons“, die kein Stipendium haben, sondern sich privat finanzieren.

Maurice Scheich (r.) mit Caspar ...

Sein Tag am College ist streng durchgeplant und genau hier liegt der Unterschied zu Deutschland. „Hier kann ich Leistungssport und Studium verbinden“, erklärt Scheich, der in den Staaten mehr Zeit für das Training hat. Morgens um sechs Uhr klingelt sein Wecker: „Dort steht dann zuerst Kraft- oder Ausdauertraining auf dem Programm. Um acht Uhr ist es dann Zeit für Unterricht, bevor gegen Mittag wieder zwei Stunden Training auf dem Plan steht.

Erstaunlich ist, dass die Trainingszeiten in den Staaten vorgegeben sind und man seine Anzahl an Trainingsstunden nicht überschreiten darf. „Der Trainingsplan verbunden mit dem Studium gilt von Montag bis Freitag. Nach dem Training mache ich dann Hausaufgaben“, so Maurice. Denn im Gegensatz zu den Deutschen Unis gibt es keine Klausurenphasen, sondern viele kleine Tests. Der 18-Jährige studiert übrigens Psychologie.

Am Wochenende stehen dann die Spiele an. Maurice Scheich und seine Team-Kollegen spielen in der „Southern States Athletics Conference“, die sich vor allem in den Süden des Landes zieht. Ein Spiel ist wie folgt aufgebaut: ein Team besteht aus sechs Spielern. Als erstes werden Doppel gespielt, aus jedem Spiel kann ein Punkt geholt werden. Nach dem Doppel spielt jeder ein Einzel, sodass am Ende ein Maximum von neun Punkten erreicht werden kann. Auf Grund seines College-Wechsels und dem damit verbundenen Liga-Wechsel von der NCAA (National Collegiate Athletic Association) in die NAIA (National Association of Intercollegiate Athletics) wartet Maurice Scheich momentan noch auf seine Spielfreigabe.

Wenn der 18-Jährige einmal Freizeit hat, bereist er die Gegend rund um Brunswick. Nach Florida und an den Strand sind es immerhin nur 20 Minuten. Ende Mai wird er wieder nach Hause zu seinen Eltern Steffi und Hubert sowie zu seinem Bruder Nikolai fliegen, denn dann hat er Sommer-Semesterferien.

Für den Eiterfelder ist klar, dass es trotz der anfänglichen Schwierigkeiten der richtige Schritt war: „Es geht mir nicht darum, Profi zu werden. Denn das schaffen selbst hier die Wenigsten. An den Deutschen Unis hätte ich nicht die Möglichkeiten gehabt, im Team zu spielen und auf dem Niveau.“ Und wer hätte das gedacht? Sein Lieblingsspieler ist kein geringerer als Tennis-Ass Novak Djokovic. (Franziska Vogt) +++

                    

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