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24.05.07 - RHÖN

Sechs Pfarreien testen das neue "Gotteslob" - auch St. Kilian Mellrichstadt ist dabei

Sechs Pfarreien im Bistum Würzburg testen von Advent 2007 bis Pfingsten 2008 die Probepublikation für das neue Gebet- und Gesangbuch "Gotteslob". Diözesanmusikdirektor Gregor Frede stellte die ausgewählten Gemeinden an Montag, 21. Mai, im Exerzitienhaus Himmelspforten in Würzburg vor: Dettelbach-Sankt Augustinus, Ernstkirchen-Sankt Katharina, Mellrichstadt-Sankt Kilian, Miltenberg-Sankt Jakobus, Sankt Sebastian in Sulzfeld am Main und Sankt Josef in Würzburg-Rottenbauer. Insgesamt beteiligen sich knapp 200 Gemeinden aus den 27 deutschen Diözesen, aus den neun österreichischen Bistümern und aus dem Bistum Bozen-Brixen an der Testphase.

Nach Angaben von Diözesanmusikdirektor Frede werden die Gemeinden erste Arbeitsergebnisse am neuen Gebet- und Gesangbuch erproben. Die einzelnen Pfarreien erhalten durchschnittlich rund 300 Exemplare der Probepublikation, um sie bei Gottesdiensten aber auch zuhause in den Familien zu testen. Parallel zur Erprobung werden Gemeindemitglieder, einzelne Familien, haupt- und ehrenamtliche pastorale Mitarbeiter sowie kirchenmusikalische Experten der Pfarreien detailliert zum Umgang mit und zum Nutzen der Probepublikation befragt. Die Auswertung der Ergebnisse erfolgt im zweiten Halbjahr 2008. "Die Probepublikation wird zeigen, ob die Vorschläge vor Ort umsetzbar sind", sagte Frede.

Die rund 400 Seiten umfassende Probepublikation bezeichnete der Diözesanmusikdirektor als kleinen Auszug von Möglichkeiten, die das neue Gebet- und Gesangbuch bieten werde. Inhaltliche Schwerpunkte bildeten die Advent- und Weihnachtszeit, die Fasten- und Osterzeit sowie Pfingsten. Erprobt werde beispielsweise das mehrstimmige Singen von Liedern und Psalmen. Auch habe die Globalisierung Einzug gehalten, wenn das Lied "Lobe den Herren" in mehreren Sprachen abgedruckt sei. Außerdem fänden sich neue Gottesdienstformen wie Wort-Gottes-Feiern und Tagzeit-Liturgien sowie ein völlig verändertes Konzept von Andachten und häusliche Gottesdienstfeiern in der Probepublikation, ergänzte der Liturgiereferent der Diözese Würzburg, Dr. Stephan Steger.

Die Vertreter der ausgewählten sechs Gemeinden freuen sich auf die Herausforderung der kommenden Monate. "Für unsere Gemeinde ist Neues immer etwas Belebendes. Wenn Neues kommt, heißt es, Altes zu überprüfen und Bewährtes in die Zukunft mitzunehmen", sagte Miltenbergs Pfarrer Ulrich Boom. Er hoffe, dass besonders die Angebote für das Gebet in Familien und Gemeinschaften aufgegriffen würden. Pfarrer Adalbert Benker aus Ernstkirchen möchte vor allem die Familien der Erstkommunionkinder einbeziehen und den Nutzen der Probepublikation in der Familie testen, beispielsweise beim Gebrauch der Feiervorlagen zum Advent und zum Heiligen Abend. Benker setzt darauf, dass das Interesse an den sonntäglichen Gottesdiensten in der Erprobungsphase zunimmt.

Die Pfarrei Rottenbauer mit Pfarrer Alfred Kraus und Pastoralreferenten Lorenz Hummel freut sich auf die Testphase. "Wir hoffen, dass unsere junge Gemeinde mit vielen Zugezogenen mitbestimmen will, was im künftigen Gotteslob stehen wird." Gespannt sei man, wie die Angebote für Familien aufgegriffen würden. Pfarrer Dr. Florian Judmann aus Mellrichstadt wies auf die Tradition seiner Pfarrei hin, die bereits vor über 30 Jahren das damalige Gesangbuch getestet habe. Seine Gemeinde freue sich darüber, dass sie wieder ausgewählt worden sei. "Auch wenn mit der Erprobung Mühen verbunden sind, haben wir die Chance, mitzugestalten und unsere Meinung zur Probepublikation zu äußern. Die Befragung in den Gemeinden bestärkt das Engagement vor Ort und motiviert die Menschen." Als Vertreter der ländlich geprägten kleinen Gemeinde Sulzfeld am Main betonten Kaplan Dieter Hammer und Regionalkantor Christian Stegmann, es sei spannend, die neuen Vorschläge in einer fränkischen Landgemeinde auszuprobieren. In Sulzfeld und auch in Dettelbach könnten viele Laien, die sich kirchenmusikalisch engagierten, ihr Votum abgeben.

Das derzeitige Gebet- und Gesangbuch "Gotteslob" wurde 1975 herausgegeben. Angesichts der großen Veränderungen im kirchlichen Leben haben die Bischofskonferenzen Deutschlands und Österreichs sowie der Bischof von Bozen und Brixen beschlossen, ein neues Gebet- und Gesangbuch zu erarbeiten. 2001 errichtete die Deutsche Bischofskonferenz die Unterkommission "Gemeinsames Gebet- und Gesangbuch (GGB)" der Liturgiekommission. Vorsitzender ist Bischof Dr. Friedhelm Hofmann. Seit dem 3. Mai 2004 bereiten die mit Zustimmung der beteiligten Bischofskonferenzen errichteten Arbeitsgruppen der Unterkommission anhand konkreter Aufträge die inhaltliche Ausgestaltung des GGB vor. Aufgeteilt sind die Gruppen nach den Themen Gesänge, Texte und Liturgie.

Beabsichtigt ist ein Buch, das der lebendigen Feier der Liturgie dient, aber auch als Hausbuch in der Familie und zum persönlichen Gebet geeignet ist. Die Texte und Gesänge wollen sowohl die Lebenserfahrungen der heutigen Menschen in den Blick nehmen als auch deren Religiosität, Spiritualität und Glaubenssuche. Wie lange das aktuelle "Gotteslob" noch in Gebrauch ist und wann das neue Gebet- und Gesangbuch herausgegeben wird, ist noch offen. "Das Gotteslob ist nach wie vor das aktuelle Gebet- und Gesangbuch und dies selbstverständlich auch für die nächsten Jahre", betont das Deutsche Liturgische Institut in Trier. Dies solle Grund genug sein, auf die Anschaffung des "Gotteslob" nicht zu verzichten. (pow) . +++

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