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Die große Familie von "Paten und Partner" vor ihrem neuen Domizil im Mehrgenerationenhaus im Josefsgarten.

11.03.08 - Fulda

"Paten & Partner": Wegweiser mit Geduld und Lebenserfahrung für Jugend

Der gemeinnützige Verein "Paten & Partner" hilft Jugendlichen, die mit Nachteilen in das Rennen um Ausbildungsplätze gehen. Sprachliche und soziale Defizite, schlechte Schulnoten oder ein problematischer familiärer Hintergrund machen ihre Bemühungen nahezu aussichtslos - trotz vorhandenen Leistungswillens und hoher Motivation. Die Macher von Paten & Partner setzen dort an und unterstützen den Nachwuchs. Angetan von Idee und Zielsetzung zeigten sich auch Ingeborg Kropp-Arend und Dr. Stefan Arend, die Hausherren des neuen Fuldaer Mehrgenerationenhauses (MGH) im Quartier Josefsgarten. In der Überzeugung, dass sich „Paten & Partner“ gut in das Konzept des Mehrgenerationenhauses integrieren wird, kamen sie dem Verein entgegen und stellten ihm im MGH ein eigenes Büro als Anlaufstelle und offenen Treffpunkt für die Paten, ihre Partner in den Ausbildungsbetrieben und für Hilfe suchende junge Menschen. Die Räume wurden heute von Vertretern des Vereins sowie Fuldas Bürgermeister Dr. Wolfgang Dippel und dem Ersten Kreisbegeordneten Dr. Heiko Wingenfeld eingeweiht.

"Die Philosophie von Mehrgenerationehaus und Paten&Partner ist gleich. Bei beiden Projekten hat das Zusammenspiel der Generationen ein wichtige Rolle", sagte Wingenfeld. Er machte deutlich, dass dieses Projekt keine Konkurrenz zu den Jobmotoren der Behörden sei. "Zeit, Geduld und Lebenserfahrung der Paten ist das Erfolgsrezept", sagte der stellvertretende Landrat. Während Wingenfeld als Einweihungsgeschenk die Finanzierung neuer Werbeflyer mitbrachte, versprach Bürgermeister Dippel, dass er nach seiner beruflichen Laufbahn gerne Pate werde. "Du brauchst Wegweiser im Leben", sagte Dippel und erzählte frei aus seiner eigenen Biografie. Von der Hauptschule über die Handelsschule zum Abitur mit 30 Jahren und anschließendem Studium führte Dippels Weg zum angesehenen Bürgermeister Fuldas. Wahrlich eine Karrriere des 53-Jährigen, die positives Beispiel für den motivierten Nachwuchs sein muss.

Chancen aufzeigen und Mut machen, das praktiziert Paten und Partner: Um Jugendlichen in schwierigen Situationen vor Ort zu helfen und ihnen den Einstieg in einen qualifizierten Beruf zu ermöglichen, hat sich vor gut sieben Jahren ein Kreis engagierter heimischer Bürger um den ehemaligen Chefredakteur der „Fuldaer Zeitung“, Uwe-Bernd Herchen, zusammengefunden, der die Idee zum Projekt „Ausbildungspatenschaften“ hatte und sie auch umgehend in die Tat umsetzte. Inzwischen im gemeinnützigen Verein „Paten & Partner e.V.“ organisiert, übernehmen sie Patenschaften für junge Menschen mit schwierigen Startbedingungen, helfen bei der Suche nach einem Praktikums- und Ausbildungsplatz und begleiten ihre „Patenkinder“ bis zum Ende ihrer Lehrzeit.

Wie erfolgreich die bisherige Tätigkeit des Vereins ist, zeigen die aktuellen Zahlen: Mehr als 80 „Patenkinder“ (einschließlich der Jugendlichen in der Warteschleife zum Sommer dieses Jahres) wurden betreut und über 50 von ihnen in einer Ausbildung untergebracht. Viele der ehemaligen „Problemfälle“ haben inzwischen ihre Abschlussprüfung bestanden, sind vom Ausbildungsbetrieb übernommen worden oder haben in einem anderen Unternehmen eine Stelle gefunden.

Die ehrenamtlich tätigen Mitglieder von „Paten & Partner“ kommen aus den verschiedensten Berufen. Richter und Geschäftsführer, pensionierte Lehrer und ehemalige Redakteure, Personalberater, frühere Abgeordnete und Bürgermeister setzen ihre Erfahrungen aus langjähriger Berufstätigkeit, ihre Kontakte zu möglichen Arbeitgebern, ihre soziale Kompetenz und nicht zuletzt ihren guten Namen ein, um ihre Patenkinder aktiv und individuell zu unterstützen. Ihre Motivation: „Für die Lebensperspektive unserer Patenkinder kann es entscheidend sein, einen erfahrenen und verlässlichen Ratgeber zu haben, der ihnen ganz persönlich zur Seite steht. Konkrete praktische Hilfe und, wenn nötig, auch konstruktive Kritik können den Weg ins soziale Abseits verhindern.“

So engagieren sich die Paten bei der Suche nach geeigneten Praktikums- und Ausbildungsplätzen, organisieren Sprach- und Bewerbungstraining und stehen als Begleiter bei Vorstellungsgesprächen zur Verfügung. Darüber hinaus verstehen sie sich auch als Nothelfer bei ganz alltäglichen Problemen, wenn etwa Defizite im privaten Bereich zu beheben sind, Kontakte zu Sozial- oder Jugendamt notwendig werden, Kinderbetreuung organisiert werden muss oder ein PC gebraucht wird, aber vom Patenkind allein nicht zu finanzieren ist.

Gleichzeitig sind die Paten Ansprechpartner auch für die ausbildenden Betriebe und für die Berufsschulen, insbesondere um mögliche Missverständnisse zu klären und Konfliktsituationen zu entschärfen. Mit dieser Dialogform hat „Paten & Partner“ ein in Deutschland wohl einmaliges Konzept.

Den Vorsitz des Vereins hat die frühere Bundestagsabgeordnete Barbara Imhof übernommen. Sabine Quednau, zweite Vorsitzende von „Paten & Partner“ und hauptberuflich beim Amt für Arbeit und Soziales des Landkreises Fulda tätig, stellt den Kontakt zwischen Paten und potentiellen Patenkindern her und koordiniert die Zusammenarbeit mit dem Landkreis Fulda, der die Arbeit des Vereins tatkräftig unterstützt. Wichtig für den Verein ist auch die Kooperation mit der Agentur für Arbeit in Fulda, wo Teamleiter Ottokar Schwerd als Ansprechpartner zur Verfügung steht. Die Stadt Fulda hat ihr Interesse an einer engeren Zusammenarbeit signalisiert, und auch die Bürgermeister des Kreises haben ihre Unterstützung angeboten.

Dabei geht es vor allem darum, den Kreis der Paten zu erweitern. Denn die vor allem werden gebraucht, um weiteren Jugendlichen erfolgreich Starthilfe in den Beruf leisten zu können.

Wer sich als Ausbildungspate engagieren möchte, ist bei „Paten & Partner e.V.“ montags bis freitags jeweils von 14 bis 17 Uhr im „Paten & Partner“-Büro im Mehrgenerationenhaus Fulda herzlich willkommen. Informationen unter der Telefonnummer 0661 / 292 88 33, E-Mail: [email protected]). Zur Kontaktaufnahme stehen auch Sabine Quednau (Telefon: 0661 / 60 06 85 08, E-Mail: [email protected]), Barbara Imhof (Telefon: 0661 / 9 42 99 11, E-Mail: [email protected]) und Uwe-Bernd Herchen (Telefon: 0661 / 5 36 40,

E-Mail: [email protected]) zur Verfügung. (Hans-Hubertus Braune) +++


Sabine Quednau, zweite Vorsitzende von Paten und Partner im neuen Büro. - Fotos: Hans-Hubertus Braune

Paten und Partner.


Ingeborg Kropp-Arend vom Mehrgenerationenhaus und Uwe-Bernd Herchen, Initiator von Paten und Partner bei der Eröffnung.

Elvira K. bedankte sich für die Unterstützung. Sie ist alleinerziehende Mutter einer Tochter und lebte früher in Fulda.


Hermann Vey (links) erklärt das Bahn-Traingsprogramm für praxisorientierte Berufsvorbereitung.

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