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Dr. Friedrich Schorlemmer hielt die Festrede... - Fotos: Hans-Hubertus Braune

...zur Eröffnung der Bad Hersfelder Festspiel und erhielt viel Applaus von den Besuchern.

08.06.08 - BAD HERSFELD

"Dem täglichen Fanatismus begegnen" - Festakt Auftakt der 58. Festspiele

"Im Mittelpunkt des diesjährigen Bad Hersfelder Festivals steht neben der berühmtesten tragischen Liebesgeschichte Romeo und Julia und dem Kultmusical Jekyll & Hyde zweifelsohne Schillers Jungfrau von Orléans in der Regie von Torsten Fischer", sagte Intendantin Elke Hesse zur Begrüßung in einem Zwiegespräch mit Bad Hersfelds Bürgermeister Hartmut Boehmer. Dieser antwortete: "Dabei geht es um die alte und neue Frage, wie wir dem Fanatismus begegnen, der uns täglich begegnet. Die Besessenheit, etwas ohne Rücksicht auf andere durchsetzen zu wollen, führt zu Intoleranz und nicht selten zum Verderben".

"Fanatismus" ist das Leitthema der 58. Bad Hersfelder Festspiele, die am gestrigen Samstagabend von Bundespräsident Horst Köhler eröffnete wurden (osthessen-news berichtete gestern). Bis zum 3. August 2008 treten die Schauspieler auf der imposanten Stiftsruine und der Außenspielstätte am Schloss Eichhof auf. Dazu präsentieren die Festspiele ein buntes Rahmenprogramm und Konzerte.

Den Auftakt bildete am späten Samstagnachmittag der Festakt - noch ohne Bundespräsident Köhler, der erst am Abend zur Premiere dazukam (siehe EXTRA-Bericht gestern). Vor 1.600 Besuchern hielt Dr. Friedrich Schorlemmer die Festansprache. Der evangelische Theologe Friedrich Schorlemmer aus Wittenberg war in der DDR Mitbegründer der Friedensbewegung und wurde zum führenden Bürgerrechtler. Er erhielt 1993 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Schorlemmer ging in seiner Rede auf den Fanatismus ein und nannte die vielen unnützen Kriege "eine Folge von Besessenheit". Der 68-jährige, der sich seit Jahren engagiert für Menschenrechte und ihre weltweite Achtung einsetzt, erhielt viel Beifall.

Auch der Staatssekretär des Hessischen Ministeriums für Wissenschaft und Kunst, Prof. Ralph Alexander Lorz sprach zum Festauftakt. Das Land Hessen unterstütze ebenso wie der Bund die Bad Hersfelder Festspiele, die laut Boehmer einen Etat von vier Millionen Euro umfassen. "Theater kostet immer viel Geld. Gleichwohl birgt der Etat keinen wirklichen finanzpolitischen Sprengsatz in sich, obwohl die Intendanz immer und zu allen Zeiten das Fehlen von Geld beklagt", sagte Rathauschef Hartmut H. Boehmer - auch in Anspielung auf Differenzen im Vorfeld der Festspiele.

Zur Eröffnung demonstrierten die Macher jedoch Harmonie und Intendantin Elke Hesse hob die Vorzüge des Theaters hervor. "Die Frage, was das Theater noch soll, wird seit mehr als 3.000 Jahren gestellt. Und trotzdem lebt es, das Theater, allen Kulturpessimisten zum Trotz. Denn solange es den Menschen gibt, lebt und spielt er Emotionen und das gemeinsame Erleben. Das alles bietet das Theater", sagte die Österreicherin, deren Vertrag in Bad Hersfeld in dieser und der nächsten Spielzeit läuft. Bislang sind rund 75.000 der 106 000 Karten für 85 Aufführungen der insgesamt fünf Stücke verkauft. Weitere Informationen zu den Bad Hersfelder Festspielen im Internet unter der Adresse http://www.bad-hersfelder-festspiele.de (Hans-Hubertus Braune) +++




Intendantin Elke Hesse und Bürgermeister Harttmut Boehmer...

...begrüßten gemeinsam die Festspielbesucher.


Das Blechbläseremseble Ludwig Güttler musizierte beim Festakt.




Auch Kassels Regierungspräsident Lutz Klein (links) war in Bad Hersfeld zum Festspielauftakt.

Die heimische Politprominenz "vereint" in einer Reihe.

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